Interview: Re:ZERO Regisseur und Komponist über den Soundtrack des Anime

Alles über die Ursprünge der Inspiration, Einbindung in die Handlung und noch mehr!

Dieser Artikel erschien ursprüglich auf Japanisch in der Animate Times und wurde von Kim Morrisy ins Englische übersetzt! Außerdem gilt für das gesamte Interview eine Spoilerwarnung bis einschließlich Episode 16 von Re:ZERO.

 

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Re:Life in an Interview from Zero ist eine Serie von Interviews mit den Seiyus und Musikern hinter Re:ZERO -Starting Life in an Another World-, welche in der Animate Times veröffentlicht wird. In Ausgabe 15 geben sich Regisseur Masaharu Watanabe und Komponist Kenichiro Suehiro Issue die Ehre, ein wenig über ihre Eindrücke zur Serie zu sprechen.

Dieses Mal redet Watanabe-san über die Details hinter der Musik, die er bei Suehiro-san angefragt hat, während Suehiro-san berichtet, worauf er bei der Produktion besonders geachtet hat. Das Format des Relay-Interviews fortführend, beantworten beide Fragen der letztwöchigen Gäste, Yusuke Kobayashi ud Inori Minase!

 

 

Re:ZERO brachte Suehiro-san zum Weinen


16 Folgen sind bereits erschienen. Bitte berichten Sie uns von ihren bisherigen Eindrücken.

Regisseur Masaharu Watanabe (von hier an Watanabe): Ich stecke besonders viel Mühe in die Checks und Revisionen für Subarus Tiefpunkt in der Geschichte - es war also viel Arbeit. Die Produktion des Anime wird sehr viel gelobt, obwohl er noch läuft, also kann ich nicht einfach entspannen. Man hat einfach keine Ruhe (lacht).

 

 

Komponist Kenichiro Suehiro (von hier an Suehiro): Als ich die Novel gelesen hab, weinte ich, als ich das Storyboard gesehen hab, weinte ich und als ich den Anime im Fernsehen sah, weinte ich schon wieder. Das trifft auch auf Folge 15 zu. Es hat mich in meiner Annahme gestärkt, wie grandios diese Serie ist.

 

Watanabe: Jetzt, wo du es sagst - wenn man mir so etwas zeigen würde, würde ich auch weinen.

 

Suehiro: Ich bin stolz, an so etwas Bewegendem beteiligt gewesen zu sein.



 Watanabe-san und Suehiro-san haben viel gemeinsam

 

 

Viele Fans und Mitglieder des Casts loben die Musik der Serie. Watanabe-san, könnten Sie uns sagen, wieso Sie Suehiro-san für die Musik wählten?

Watanabe: Ich bin ein großer Drama-Fan und schaue sie konstant ... auch wenn ich kaum etwas gesehen habe, seit ich mit meiner Arbeit an Re:ZERO angefangen habe (lacht). Als über darber nachdachte, wer die Musik machen sollte, wollte ich jemanden anfragen, der bereits an etwas gearbeitet hatte, das sozusagen "einen Nerv getroffen" hatte. Etwas mit Sozialkritik, etwas mit Biss

 

Als ich das medizinsche Drama Death's Organ (von WOWOW) sah, zeigte man in einer Szene eine Leiche, die absolut still lag. Als das Lied rückwärts abgespielt wurde, hatte das eine sehr starke Wirkung. Ich suchte nach der Person, die den Song geschrieben hatte und es war Suehiro-san. "Den Namen habe ich doch schon einmal irgendwo gesehen", dachte ich. Es stellte sich heraus, dass er die Musik in einigen anderen Dramen, die ich verfolgte, handhabte. Er steckte nicht nur hinter den Dramen, die mich zum Weinen brachten, sondern hatte auch einige meiner liebsten Endings komponiert. Ich fragte mich nur: "Wer ist dieser Kerl?" (lacht)

 

Suehiro: (lacht).

 

Watanabe: Ich suchte alles über dich zusammen. Anscheinend magst du Ennio Morricone (den Komponisten).

 

Suehiro: Jawohl. Ich bin ein großer Fan.

 

Watanabe: Ich mag vor allem die Musik, die Ennio Morricone-san für Cinema Paradiso und Once Upon a Time in America kreierte, um nur ein paar zu nennen. Unsere Geschmäcker sind also auch sehr ähnlich. Ach, und du bist auch Steinbock, richtig?

 

Suehiro: Richtig. Du bist auch Steinbock.

 

Watanabe: Das war der letzte Auslöser für mich. In deiner Musik konnte ich die einzigartige (?) Fähigkeit von Steinböcken spüren, erhöhte Spannung zu erzeugen (lacht). Auch daswegen fragte ich dich, bei Re:ZERO mitzumachen.

 

Suehiro: Das ist das erste Mal, dass ich das höre (lacht).


 Suehiro-sans Stücke zu hören, hat außerdem die Pläne für die Episoden geändert?!

 

 

Sie beide sind komplett kompatibel. Es muss Schicksal gewesen sein, dass Sie sich treffen.

 

Watanabe: Die Endsequenz von Episode 15 war zum Beispiel sehr unorthodox, da wir ursprünglich ein anderes Ending nutzen wollten. Aber als wir Suehiro-sans Musik hörten, fügte sich alles zusammen. Yoshikawa-san (ein Produzent bei WHITE FOX) sagte: "Lasst uns das über einen schwarzes Bild spielen, während die Credits erscheinen." Und dann sagte ich: "Statt einem Schwarzbild würde Subarus toter Körper mehr Verzweiflung erzeugen, oder nicht?" Das Lied hat auf jeden Fall das Ende der Folge bestimmt.

 

Suehiro: Das hat es auf jeden Fall. Ich war überrascht, als ich es im Fernsehen sah. Mein Lied wurde sehr schwermütig eingesetzt.

 

 

Watanabe: Normalerweise gibt es Probleme mit der Länge, weswegen wir meist nur ein Bruchstück des Soundtracks verwenden können. Es gibt viele Momente, in denen ich denke: "Der Song erreicht gerade erst den Höhepunkt, aber ich kann ihn nicht nutzen!" Ich wollte das gesamte Lied irgendwo einsetzen. In Episode 7, als Subaru von Rem getötet wird, konnten wir ihn komplett einsetzen. Daher möchte ich ihn für jeden Höhepunkt benutzen.

 

Suehiro: Das ist selten für Anime, ein Lied für eine längere Zeit zu nutzen. Das Ending von Episode 15 ging ganze sieben Minuten. Es war unglaublich, dass die gesamte Laufzeit genutzt wurde. 

 

Watanabe: Um das Visuelle anzupassen, fingen wir jedes Mal einen neuen Schnitt an, wenn das Lied sich änderte. Manchmal passten die Musik und das Visuelle dann eifnach zusammen.

 

Suehiro: Weil wir Steinböcke sind?

 

Watanabe: Weil wir Steinböcke sind (lacht). Außerdem hat der ursprüngliche Autor, Tappei Nagatsuki-san, einen "Magic Touch", findest du nicht? Ohne das wäre es nicht halb so effektiv gewesen.


 Welche Anweisungen des Regisseurs behielt Suehiro-san im Hinterkopf?

 

 

Als Sie die Musik produzierten, was für Anweisungen erhielten Sie von Watanabe-san?

Suehiro: Bei unserem ersten Treffen erzählte er mir drei Dinge. Zuerst sagte er, dass er menschliche Stimmen beim Respawn benutzen wollte. Zweitens wollte er die emotionalen Szenen auf den Kopf treffen, weswegen ich die Musik wie in einem Drama oder Film kreieren sollte. Letztlich sollte ich bei den Spannungsszenen alles reinstecken. Und das behielt ich dann im Hinterkopf.

 

Watanabe: Die Lieder waren mitreißender als ich es mir ausgemalt hatte.

 

Suehiro: Danke für das Kompliment.

 

 

Gab es spezielle Anweisungen für verschiedene Arcs?

 

Watanabe: Für die ersten 12 Folgen - also die ersten beiden Arcs - fragte ich nach spannender Musik. für die zweite Hälfte wollte ich etwas mit einem romantischen Ton. Ich mag beispielsweise den Sound von Hans Zimmers Musik in The Dark Knight, weswegen ich nach etwas "Dark Knight-esquem" verlangte. Ich benutzte Chöre während Subarus Kampf mit Elsa in der ersten Folge und Rems Verwandlung in einen Dämon in Episode 9, als sie durchdreht. Ich mag es, wenn die Musik spannend bleibt. Ich mag die dröhnende Gitarre, wenn der Joker in The Dark Knight zusammen gechlagen wird, also fragte ich nach so etwas.

Nachdem Sie Suehiro-sans Musik gehört hatten, was dachten Sie darüber?

 

Watanabe: Ich nahm an, dass die Musik für die erste Hälfte elektronisch aufgenommen werden würde, und dass man richtige Instrumente für den zweiten Part nimmt. Aber als die Musik ankam, war ich überrascht, wie voll sie klang. Jeder sagte, dass die nicht sehr "anime-mäßig" klang.

 

In Re:ZERO findet das Drama durch die Dialoge und nicht die aufwändig animierten Szenen statt. Da das Bild ruhig ist, dachte ich, dass wir die Spannung durch andere Weg aufrecht erhalten mussten, und da war die Musik unabdingbar. Als wir Episode 1 im Studio ohne Musik sahen, meinte jeder: "Wird das interessant anzusehen sein?", aber als die Musik ankam, sagten alle: "Ich kriege Gänsehaut." Wir hätten echte Probleme, wenn wir die Musik nicht hätten (lacht). 

 

Suehiro: Du schmeichelst mir (lacht).

 

Watanabe: Der Tonmeister hat ebenfalls die Soundeffekte sehr gut umgesetzt, aber ich denke, dass die Musik uns hier wirklich geholfen hat und die Zuschauer fühlte das auch. 

 

Suehiro: Danke vielmalls.


Die Musik mag wie etwas aus einem Drama oder Film klingen, aber die Slice of Life Szenen sollten auch ungewöhnlich klingen

 

 

Suehiro-san, was dachten Sie über die finale Version von Episode 1?

 

Suehiro: Ausgehend von den Storyboards, Meetings und den Erklärungen des Regisseurs, nahm ich an, dass es nciht sehr anime-esque sein würde, also setzte ich alles daran, Musik zu kreieren, die wie aus einem Drama oder Film klang. Und daher sorgte ich mich bis zu dem Tag, an dem die Folge fertig gestellt war. "Wird das so gehen?", fragte ich mich. Aber als ich es sah, war ich überrascht, wie gut Bild und Ton zusammenflossen - nicht zu vergessen, wie mitreissend es war. Als ich Episode 1 sah, verstand ich alles, was der Regisseur erreichen wollte.

 

Watanabe: Denkst du? Danke für die Lippenbekenntnis (lacht)

 

Suehiro: Nein, es war wirklich fantastisch!

Der Arc in Roswaals Anwesen beinhaltet verschiedene Stroyelemente, einshcließlich Comedy, leichter Romanze, ernsten Szenen, Spannung und Kämpfen. Ich finde, dass die verschiedenen Bausteine sehr stark durch die Musik zum Ausdruck gebracht wurden.

 

Suehiro:  Das trifft nicht nur auf den Roswaals Anwesen-Arc zu. Mir wurde aufgetragen, die Musik für die alltäglicheren Situationen etwas animemäßiger zu machen. Da das nur auf die Slice of Life-Szenen zutraf, musste ich alles von vorne kreieren. Mir wurde ebenfalls gesagt, dass es das Leben sei, nach dem Subaru sich sehne, weswegen ich die Fantasy-Elemente nciht allzu betonen wollte. Aber da Fantasy so ein wichtiger Aspekt der Serie ist, sind Natur und Fantasy stark miteinander verbunden. Während ich die Musik erschuf, dachte ich viel über diese Worte aus den Meetings nach.


 Können Sie uns etwas über Ihren liebsten Teil des Soundtracks erzählen?

 

 

Diese Interviewreihe hat ein Relay-Fragen-Format. Die Gäste der letzten Woche waren Yusuke Kobyasahi, die Stimme von Subaru, und Inori Minase, die Sprecherin von Rem. Sie haben Fragen für Suehiro-san. Als erstes von Kobayashi-san: "Was ist Ihr liebster Teil des Soundtracks?" 

 

Suehiro: Ich habe eine starke emotionale Bindung zu jedem Lied, daher lässt sich das schwer sagen, aber ich mochte die Szene in Episode 1, als Subaru von Elsa getötet wird. Die Streichinstrumente in dem Lied spielen sehr tiefe Noten. Ich versuchte, Angst und Anspannung damit auszudrücken, aber ich zielte nicht nur darauf ab. Obwohl es ein angsteinflößender Song war, sollte es etwas sein, dem man gut zuhören konnte, was man sich mehr als einmal anhören würde. Es wurde sehr positiv aufgenommen, weil es in so einer einnehmenden Szene benutzt wurde.

 

 

 

Was wäre dann entsprechend der liebste Teil des Sondtracks für den Regisseur?

 

Watanabe: Es gibt viele Lieder, die ich mir für später aufhebe, aber ich mag besonders das Stück, das in Episode 7 spielt, wenn Rem Subaru tötet. Urpsprünglich wollten wir es früher einsetzen, aber der Tonmeister (Jin Aketagawa-san) meinte: "Ihr solltet bis zu der Szene in Episode 7 warten", also schoben wir es auf. Seit ich das Storyboard gezeichnet hatte, hatte ich keinen Song im Kopf, der besser aus die Szene gepasst hätte. Wie bist du da nur drauf gekommen?

 

Suehiro: Zu Beginn meintest du, wie sehr du Morricone magst, also versuchte ich, wie er verschiedene Emotionen zusammenzufügen. Filme, die Morricones Musik benutzen, übertragen sehr viel von ihrer Atmosphäre und ihren Inhalt durch das Bild. Die Dialoge sind ebenfalls sehr gut zusammen gestellt, weshalb die Musik den Zuschauern nicht sagen muss, was sie fühlen sollen. Daher sind die Songs mit Komplexität und Emotionen überladen. Ich wollte Musik schaffen, die auf ähnliche Weise funktioniert.

 

 

Watanabe: Ich wollte das Stück für all die wichtigen Momente nutzen. Ich mag aber die Stücke für das Main Theme sowie Subarus Respawn: "Weeeeeefuuuuuu, weeeefuuuu."

 

Suehiro: Ich glaube nicht, dass jeder diese Meinung teilt (lacht).

 

Watanabe: Es gab viele Leute, die meinten, dass der Respawn besser mit Emojis rübergebracht werden würd.

 

Suehiro: Niemand war sich sicher, wie er diesen Teil singen sollte.

 

Watanabe: Das hatte ich ebenfalls für das Stück angefordert.

 

Suehiro: Für das Respawn-Stück wolltest du menschliche Stimmen.

 

Watanabe: Es mag grotesk sein, aber es ist nicht nur grotesk. Ein anderer Ansatz, um verschiedene Emotionen hervorzurufen - oder so etwas in der Art. Wenn es zu depressiv wird, wollen die Leute nicht mehr weitergucken, daher ist es schwer, die Balance finden. Wenn irgendwas nur minimal nicht passt, erscheint der Anime geschmacklos, daher war ich sehr vorsichtig, es nicht nur abtoßend zu machen - besonders während der Synchronaufnahmen.


 Ich möchte gerne Soundtracks unterstützen, die einen anderen Weg als herkömmliche Animemusik einschlagen

 

 

Nun, hier ist Minase-san Frage: "Sagen Sie uns, woran Sie dachten, als sie Musik für Rem schrieben. Ich persönlich mag das Stück, als Rem sich in einen Dämon verwandelt."

 

Suehiro: Danke für das Lob. Ich habe keine Lieder für einzelne Charaktere erschaffen, zumindest bei diesem Projekt.

Das Lied spielt während Rems Szenen, also mag es auf Zuschauer so wirken, als hätte man es speziell für Rem kreiert.

 

Watanabe: Jetzt, wo Sie es sagen. Es mag sich so anfühlen.

 

Suehiro: Wie der Regisseur schon sagte, hat die Serie ein Hauptthema. Die Charaktere in Re:ZERO werden durch die Existenz der Hexe belastet. Wegen ihr wird mit ihrem Leben gespielt. Da sich die Serie um das Weiterleben und Ankämpfen gegen ihren Fluch dreht, schuf ich die Musik mit diem Umfang dieses Konflikts im Hinterkopf.

Erzählen Sie uns ein wenig über die musikbezogenen Aspekte, auf die die Zuschauer Ihrer Meinung nach fortan achten sollten.

 

Suehiro: Ich komponierte die Musik für diesen Anime auf eine andere Weise als bei einem normalen Anime. Da das Quellmaterial so unglaublich dicht an Informationen ist und die Story so minutiös gestaltet, wollte ich es mit der Musik nicht übertreiben. Ich wollte stattdessen die Story von unten emporheben. Ich konstruierte die Musik auf eine Weise, dass die Zuschauer das Finale eines jeden Arcs mit immer größeren Emotionen erwarten würden. Als komponist würde ich mich sehr freuen, wenn ihr die Musik als Teil des Gesamtpakets genießen könntet.

 

 

In Ausgabe 16 von Re:Life in an Interview from Zero werden Regisseur Masaharu Watanabe und Komponist Kenichiro Suehiro erneut zu Gast sein.


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