Anime vs. Real Life: Der seltsamste Schauplatz aus A Silent Voice

Seht euch die realen Orte von A Silent Voice an!

Von Zeit zu Zeit schauen wir uns manche bekannte Drehorte aus Anime etwas genauer an, so dass wir in dieser Ausgabe von Anime vs. Real Life einen besonderen Blick auf eine meiner Anime-Pilgerreisen werfen werden, die ich bisher noch nicht online veröffentlicht habe. Und heute erwartet euch ein besonderes Vergnügen, denn wir werden die Schauplätze eines der von der Kritik am meisten gefeierten Anime-Filme der letzten Zeit und gleichzeitig einer meiner Lieblingsfilme aller Zeiten durchgehen - nämlich den ebenso durchdacht geschriebenen wie schön animierten Film A Silent Voice. Und wenn ihr bis zum Ende lest, verspreche ich euch, dass ihr einige der ungewöhnlichsten Schauplätze aus dem wirklichen Leben zu sehen bekommt, die jemals in dieser langjährigen Kolumne behandelt wurden.

 

 

 

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Der Film spielt in der relativ kleinen Stadt Ogaki in der Präfektur Gifu, die im Zentrum des japanischen Archipels liegt und etwa zweieinhalb Stunden Zugfahrt von Tokyo entfernt ist. Die Präfektur Gifu war in den letzten Jahren ein erstklassiges Reiseziel für den Anime-induzierten Tourismus. Wichtige Titel wie A Silent Voice, Your Name, Hyouka und viele andere haben dort ihre Schauplätze.

 

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Und wir beginnen natürlich mit dem wichtigsten Schauplatz des Films, nämlich der Midori-Brücke. Die malerische kleine Brücke wurde auf den Werbeplakaten des Films prominent hervorgehoben und ist der Ort, an dem sich die meisten Schlüsselmomente von A Silent Voice entfalten. Die Brücke erstreckt sich über ein kleines, mit Karpfen gefülltes Becken, das auf beiden Seiten von Kirschblütenbäumen flankiert wird. Schon an sich ist die Brücke recht reizvoll, aber ihre große Bedeutung für den Anime macht sie einfach zu einem absolut surrealen Ort, den man auch noch persönlich besuchen kann. 

 

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Auch wenn es im Anime immer wieder gemacht wird, denkt bitte nicht daran, tatsächlich von der Brücke zu springen.

 

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Und es ist nicht nur die Brücke, auch einige andere Szenen spielen sich hier rund um den angenehmen Platz der Vier Jahreszeiten ab. Unter den Tunnelfällen zu sitzen und auf den Suimon-Fluss zu blicken ist im wirklichen Leben sehr entspannend - auch wenn ich mich daran erinnere, dass alle Szenen des Films hier stattfinden und besonders herzzerreißend sind.

 

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Ogaki bezeichnet sich selbst gerne als "Stadt des Wassers", da in der Stadt zahlreiche Kanäle, Burggräben und mehrere natürliche Quellen entspringen.

 

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Direkt neben der Brücke und dem Platz befindet sich die General Welfare Hall - ebenfalls einer der wichtigsten Orte des Films, denn hier treffen Shoya und Shoko nach ihrer grauenhaften Grundschulzeit zum ersten Mal wieder aufeinander.

 

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Ihr dürft sogar drinnen herumwandern und Fotos machen. Denkt nur an all die möglichen Veranstaltungen und Kurse, die dort stattfinden. Und solltet ihr hungrig sein, gibt es tatsächlich ein nettes kleines Café im selben Gebäude, das ich auf jeden Fall empfehlen kann.

 

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Auf dem Weg von der Brücke zum nahe gelegenen Ogaki-Park befindet sich der Spielplatz, auf dem Shoya zufällig Shokos jüngerer Schwester Yuzuru zum ersten Mal begegnete. Ich bin mit meinem guten Freund @NeoVenezia2301 auf diese Pilgerreise gegangen und wir sind sogar in die Spielplatzgeräte hineingekrochen, nur um einige Szenen aus dem Film nachzustellen, aber leider habe ich irgendwie vergessen, sie von innen zu fotografieren. Der Spielplatz befindet sich direkt neben dem Schloss Ogaki, das im Film nie vorkam.

 

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Shoyas High-School-Treffen mit seiner ehemaligen toxischen Klassenkameradin Naoko findet entlang der OKB-Straße statt, der langen, aber meist nicht geöffneten Einkaufspassage südlich des Bahnhofs Ogaki.

 

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Die OKB-Straße wurde im Anime in SKB-Straße umbenannt.

 

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In diesem kleinen Blumenladen erhielt Shoko das kleine, aber rätselhafte Geschenk für Shoya, das sich schließlich als niedliche dekorative Gartenpfähle entpuppte.

 

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Und entlang der Einkaufsstraße liegt auch die Shin-Ohashi-Brücke, wo sich die große "Beichtszene" des Films abspielt. Sie ist ein passender Ort für Missverständnisse, da der Anime sie wie jede andere kleine Brücke erscheinen lässt, aber im wirklichen Leben ist es ein eher größerer Platz mit einer mehrspurigen Straße, die über diesen führt.

 

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Shoyo mag sich im Film auf dem Weg zur Erlösung befinden, aber er ignoriert immer noch das "Radfahren verboten"-Zeichen, das es sogar in den Anime geschafft hat.

 

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Der Bahnhof Gifu ist nur eine 12-minütige Zugfahrt vom Bahnhof Ogaki entfernt und hat auch ein paar Szenen im Film. Es ist nicht wirklich ein wichtiger Drehort, aber Shoyo und Shoko haben hier beide wieder Kontakt zu ihrer alten Klassenkameradin Miyoko aufgenommen.

 

 

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Die Kreuzung an der Koganei 8, direkt vor dem Bahnhof Gifu, ist auch der Ort, an dem Naoko die Werbeflyer für das Katzencafé verteilte, in dem sie arbeitete.

 

 

 


Und schließlich ist der letzte Ort für heute die Kleinstadt Yoro, die nur eine 20-minütige Zugfahrt vom Bahnhof Ogaki entfernt ist.

 

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Anime oder das wirkliche Leben? Zum Glück ist es mir gelungen, die Kürbisse, die am Yoro-Bahnhof hängen, perfekt zu beleuchten, was es wirklich schwer macht, das echte Foto von der Anime-Version hier zu unterscheiden.

 

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Und wie versprochen, befindet sich in Yoro die Site of Reversible Destiny, einer der seltsamsten und ungewöhnlichsten Anime-Schauplätze, die ich je besucht habe. Im Film machen Shoyo und Shoko während ihrer Sommerpause einen Tagesausflug zu der extravaganten Kunstinstallation und da sie im Film völlig unkommentiert blieb, war ich wirklich überrascht, als ich herausfand, dass der Ort tatsächlich existiert. Der große Landschaftspark, der den Sinn für körperliche und geistige Orientierung herausfordern soll, enthält zahlreiche absurd anmutende Gebäude und Strukturen, große wellige Ebenen, kleine und verwirrende Labyrinthe und lange schmale Wege, die alle erkundet werden können. Das Gebäude auf dem Bild oben ist das Reversible Destiny Office.

 

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Und im Inneren des Gebäudes befindet sich ein verwirrendes, pastellfarbenes Labyrinth, das letztlich nicht allzu schwer zu durchschauen war, da es nur etwa einen Meter hoch ist. Aber Shoko schien ihren Spaß daran zu haben.

 

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Das Elliptical Field umfasst den größten Teil der verblüffenden Kunstinstallation und obwohl es relativ steil war, muss man sich nicht wirklich Sorgen machen den Hang hinunterzurutschen, so wie Shoyo hier.

 

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Die absurden Konstruktionen und bizarren Sehenswürdigkeiten sowie die Größe des Parks, der sich buchstäblich irgendwo mitten im Nirgendwo befand, machten diesen Ort zu einem der unterhaltsamsten Anime-Schauplätze, die es zu erkunden gab und ich wünschte, er hätte im Anime noch mehr Leinwandzeit bekommen.

 

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Aber Yoro ist noch mehr als nur die Site of Reversible Destiny. Ungefähr 45 Minuten Fußmarsch von der Stätte entfernt liegen auch die Yoro-Fälle, zu denen Shoyo Shoko am Ende ihres Sommers bringt, und die daher auch einen guten Endpunkt für meine eigene Pilgerreise mit A Silent Voice darstellen.

 

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Was haltet ihr von den realen Schauplätzen von A Silent Voice? Scheint Ogaki ein Ort zu sein, den ihr gerne besuchen würdet? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

 


Original-Artikel von Wilhelm Donko, übersetzt von AniManisch.

AniManisch, oder vielen eher bekannt als Dr. Animus, verdingt sich nach seiner aktiven Karriere als Youtuber und Streamer nun als Schreiberling bei Crunchyroll. Folgt ihm über @DoktorAnimus

 

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