kayserleins Tops & Flops des Jahres 2014 - Teil 2

Mini-Reviews incoming

Das letzte Jahr bot neben vielen Ereignissen natürlich auch wieder eine gigantische Zahl an Anime – sowohl guter als auch schlechter Natur. Nachdem ich im ersten Teil auf alle wichtigen Ereignisse eingegangen bin, wollen wir nun einen Blick auf das Herz unseres Fantums werfen: Welche Serien des letzten Jahres haben unsere Aufmerksamkeit verdient und haben sie dies aufgrund ihrer Qualität oder weil sie so enttäuschend waren?

 

Disclaimer: Bei allen Einträgen handelt es sich um meine persönliche Meinung zu den jeweiligen Serien. Schlussfolglich werden nur jene Serien besprochen, die ich auch selbst dieses Jahr gesehen habe. Gerne darf in den Kommentaren über diese, aber auch über alle anderen diskutiert werden, es soll sich jedoch niemand persönlich angegriffen fühlen, nur weil seine/ihre Meinung eine andere ist. 

 

 

TOP: KILL la KILL & Golden Time

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Angesichts der Tatsache, dass beide Serien bereits in 2013 ihren Start feierten, füge ich beide zu einem Eintrag zusammen. Dennoch sind sie eine Erwähnung mehr als wert aufgrund ihres Einflusses bzw. ihrer Qualität.

 

KILL la KILL stellte für viele einen Hoffnungsträger dar, der Anime endgültig aus der Moeblob-Ära hinausführen und zurück in eine Epoche der Action-Zentrierung bringen sollte. Während man argumentieren könnte, dass Attack on Titan und in gewisser Form auch Sword Art Online dies schon vollbracht hatten, so bot die erste vollwertige TV Serie von Studio Trigger dennoch eine ordentliche Ladung Spaß auf die Schirme der Zuschauer, trotz seiner extremen Übersexualisierung, den Pacingproblemen sowie der teils unterirdischen Animationsqualität. Hiroyuki Imaishi führte sein Vermächtnis von Gurren Lagann und Panty & Stocking with Garterbelt an unglaublich bescheuerten, aber belustigenden Serien fort und man darf gespannt sein, wie ihr nächstes großes Werk Ninja Slayer ausfallen wird.

 

Golden Time hingegen lieferte uns die wahrscheinlich realistischste Darstellung einer festen Beziehung, wie sie jemals in Anime oder gar einem anderen Medium dargestellt wurde. Aus der Feder von Yuyuko Takemiya, welche zuvor schon Toradora hervorzauberte, präsentierten sich uns eine Geschichte rund um die Missverständnisse und Peinlichkeiten, welche ein jeder in seiner ersten Beziehung durchmachen muss. Darüber hinaus glänzte sie mit Charakteren, die nicht auf simplen Archetypen basierten, und tatsächlich einen Hauch von Realismus innehatten und lieferte uns so eine der besten Romanzen der letzten Jahre. Falls ihr auf einmal reinschauen wollt, könnt ihr das gerne hier tun.

 

FLOP: Mahouka Kouko no Rettousei

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Kaum ein Studio ist mit dem Prädikat „Qualität“ verbunden wie Studio Madhouse. Abgesehen von einigen Ausrutschern, die meist auf das Quellmaterial zurückzuführen waren, lieferten sie stets sehenswerte Produkte ab (wie im Rest dieser Liste auch mehrmals zu sehen ist). Als die Adaption von Mahouka sich näherte, füllte ich mich durchaus mit Hype: Nicht nur war es eine der meistverkauften und –gepriesenen Light Novels in Japan, auch aus meinem Freundeskreis wurde mir die extrem hohe Qualität versichert. Ich weiss nicht, ob es an der Adaption lag oder das Quellmaterial einfach überhypet ist, aber die Serie selbst wusste leider nicht zu überzeugen: Ein langweiliger Protagonist und eine Exposition, die sich so sehr auf (zunächst) unnötige Details fokussierte, statt ihre Charaktere aufzubauen, machten es bereits zu Beginn unmöglich, einen vernünftigen Einstieg in die Serie zu bieten. Darüber hinaus die moralische Komponente der kleinen Schwester, die selbst ihre „Glaubensgenossinnen“ aus verschiedenen Inzestanime in den Schatten stellte und der Serie ward der Todesstoß versetzt, bevor sie überhaupt richtig beginnen konnte. Verschwendetes Potenzial bei einer (möglicherweise) guten Vorlage.

 

TOP: No Game, No Life

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Doch Madhouse lieferte dieses Jahr (natürlich) auch Gutes ab: So zu sehen in No Game, No Life, einer Serie, die sich am besten beschreibt lässt mit „Lelouch ist ein perverser Otaku und landet in einer Welt, wo er durch Spiele aller Art zum König wird. Obwohl die Serie sich oft einer etwas sexistischeren Natur zuwendet, wirkt es nie, als würde sie an die niederen gelüste der männlichen Zuschauer anbiedern. Stattdessen bietete Woche für Woche ein neues Spiel, bei dem man als Zuschauer mitfiebern konnte, wie Protagonist Sora wohl dieses Mal alles auf den Kopf stellen würde. Auch wenn die charakterliche Darstellung von Steph etwas seltsam rüberkam (sie soll unglaublich intelligent sein, verliert aber bei jedem Spiel und dient als Watson, um dem Zuschauer alle Taktiken Soras zu erklären. Von ihrer Übersexualisierung gar nicht erst zu schweigen…), so bot sie stets Abwechslung und Spannung und rief durchaus einiges der alten Yu-Gi-Oh Begeisterung hervor.

  

FLOP: Soul Eater Not

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Ich bin kein großer Shounenfreund. Ich bin nie in die Naruto- oder One Piece-Gefolgschaft hineingekommen und Fairy Tail juckt mich ebenso wenig. Zu viele Filler, zu langgezogene Geschichten, die oft zu wenig Inhalt dafür bieten. Es ist schlicht und ergreifend kein Genre für jemanden wie mich. Dennoch gibt es selbstverständlich einige Ausnahmen: Neben großen Klassikern wie Fullmetal Alchemist (beide Versionen) oder auch dem nächsten Eintrag in dieser Liste bin ich auch ein großer Fan von Soul Eater. Obwohl diese Serie mehrere der Eigenschaften aufweist, die mir an dem Genre missfallen, hat sie es doch geschafft, mein Herz zu erobern. Dementsprechend erfreut war ich über die Ankündigung von Soul Eater NOT!, einer Serie, die, wie ich zu meinem Unglück feststellen musste, ihren Namen mehr als verdient hat. Statt mit den der aus der Serie liebgewonnenen Charaktere wurde ich mit generischen Moeblobs abgespeist und die Story konnte sich von der Spannung nicht einmal mit dem ersten Arc der Hauptserie messen. Das einzig Positive stellte die Vertiefung der Welt dar: So erfuhr man mehr über die Vererbung der Weapon-Gene sowie den Aufbau von Death City und den inneren Vorgängen der DWMA. Darüber hinaus bot die Serie aber wenig und stellt nur für Hardcore-Fans einen wirklich interessanten Zeitvertreib dar.

 

TOP: JoJo’s Bizarre Adventure: Stardust Crusaders

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Ich liebe JoJo. Vor der ersten Staffel hätte ich nicht gedacht, dass ich nochmal Spaß an einem derart klassischen Shounen haben könnte, doch David Production haben mich eines Besseren belehrt. Mit unglaublicher Präzision haben sie einen alten Shounen Manga aus den 80ern in die heutige Zeit geholt, und dabei gekonnt alles Nicht-Mehr-Zeitgemäße entfernt oder bewusst ins Lächerliche gezogen, dabei jedoch das Spannende der Geschichte um die Familie Joestar aufrecht erhalten. Es ist dämlich. Es ist bescheuert. Aber es weiß perfekt, wie man die Zuschauer bei der Stange hält. Stardust Crusaders bietet dabei mit seiner Einführung der Stands einen unglaublichen Ideenreichtum und eine Abwechslung, die die Serie bei all ihrer Formelhaftigkeit dennoch frisch wirken lässt und bei solch altem Quellmaterial ist das eine mehr als beachtliche Leistung (die ihr selbst auch hier erleben könnt).

 

FLOP: Sailor Moon Crystal

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Was für viele als glorreiche Wiederbelebung eines der größten Animefranchises beginnen sollte, führte nur zu einem sehnsüchtigen Blick in die Vergangenheit. Das Reboot von Sailor Moon war von Anfang von vielen Problemen geplagt: So wurde es immer wieder verschoben und erschien gar nicht erst zum eigentlich beabsichtigen Jubiläum. Als dann der Release doch erfolgte, wurde es auf einen zweiwöchentliche Rhythmus beschränkt, was einen gerne vergessen ließ, ob denn jetzt nun eine neue Folge erscheinen würde oder nicht. Die Serie selbst plagte darüber hinaus ein geringes Budget, was eine grauenhafte CGI-Transformation verantwortete und das Entnehmen der Fillerfolgen zeigte letztendlich, was die Serie einstmals so großartig machte: Das Verständnis der Probleme junger Mädchen. Während die Originalserie Folge für Folge auf intelligente Weise Problematiken adressierte, die Jugendliche belasteten und so einen wichtigen charakterbildenden Kern hatte, konzentriert sich Crystal nur auf seinen Plot, welcher für seine Zeit zwar revolutionär war, durch die vielen Kopien aber heute eher in der Versenkung verschwindet. Crystal selbst ist gewiss keine gute Serie, doch es hat einen hervorragenden Job darin vollbracht, uns zu erinnern, wieso Sailor Moon eine großartige Serie ist.

  

TOP: Nisekoi

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Ähnlich wie schon JoJo bewies Nisekoi, dass man auch mit Generischem sehr gut unterhalten kann, sofern man es richtig darstellt. Absolut kein Part des Inhalts ist originell, die Charaktere sind Stereotypen, die sich nicht weiterentwickeln und der Status Quo ist am Ende jedes Mini-Arcs wiederhergestellt (sofern kein neuer Charakter eingeführt wurde). Dennoch hat es Studio SHAFT geschafft, die Serie unglaublich unterhaltsam zu inszenieren und den Zuschauer konstant gespannt zu halten, für welches Mädchen sich Protagonist Raku denn nun entscheiden würde. Dies bei Zuschauern zu schaffen, die schon genug Erfahrung mit Haremserien haben und die die Mechaniken eigentlich stets erkennen, ist durchaus zu bewundern, selbst wenn es wohl noch Ewigkeiten dauern wird, bis Onodera ihren verdienten Sieg einholen wird.  Dennoch bleibt es eine von Anfang bis Ende unterhaltsame Serie und die zweite Staffel wird dies gewiss nicht ändern.

  

FLOP: Yuki Yuna is a Hero *Spoiler*

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Meine persönliche Enttäuschung der vergangenen Season: Während es zu Beginn noch nach einer generischen Slice-of-Life Serie aussah, entpuppte sich Yuki Yuna bald als geniale Dekonstruktion des Magical-Girl-Genres, die es teilweise sogar mit Madoka Magica aufnehmen konnte. In einem genialen Twist eröffnete es nicht die Frage, was passiert, wenn Magical Girls sterben können, sondern was mit ihnen passiert wenn sie NICHT sterben können und auf ewig zum Kämpfen verdammt sind. Diese Frage wurde auf eine brilliante Weise angegangen und es baute sich zu einer brillianten psychologischen Serie auf, die aber letztendlich in der finalen Folge enttäuschte, als sämtlicher Schaden einfach getilgt wurde, um dem Zuschauer noch ein Happy End bieten zu können. Dieser Drang nach einem glücklichen Ende brach dem Anime letzten Endes das Genick, da so sämtliches Leid, das die Protagonistinnen erfahren hatten, vollkommen bedeutungslos wurde und somit die gesamte Botschaft der Serie untergrub. Hätte man hier mehr Mut gezeigt, hätte man Shinbo und Urobuchi den Rang ablaufen können, bot so aber dann nur eine Enttäuschung durch verschwendetes Potenzial. Falls ihr euch selbst einen Eindruck machen wollt, einfach hier klicken.

 

 TOP: Parasyte –the maxim-

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Der zweite Anfall von Genialität, den Madhouse in diesem Jahr verbuchte. Mit der Adaption eines alten Horrormanga haben sie wieder ihr Talent bewiesen und eine (bisher) fantastische Fabel über den Verfall der menschlichen Psyche in Extremsituationen in unsere moderne Zeit adaptiert. An dieser Stelle soll aufgrund der Tatsache, dass bisher nur die Hälfte der Serie über den Äther lief, noch kein Urteil gefällt werden, doch es hat jetzt schon den Anspruch auf eine der besten Serien des vergangenen Jahres. Hier könnt ihr auf den Hype-Train aufspringen.

 

FLOP: Zankyou no Terror

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Bevor die wütenden Kommentare fertig getippt sind: Die Einordnung von Shinichiro Watanabes letztem Werk habe ich nicht aufgrund mangelnder Qualität, sondern wegen meiner persönlichen Enttäuschung getätigt. Es handelt sich hierbei um eine Serie mit gigantischen Produktionswerten: Die Animation ist brilliant, Yoko Kanno hat einen ihrer besten Soundtracks seit langem komponiert, aber inhaltlich hat die Serie einiges an Potenzial verschwendet. Während der Auftakt enorm stark war und die Serie auf smarte Weise aktuelle Social Media eingebunden und ihre Nutzung reflektiert hat, so stellte der gesamte Mittelteil um Protagonistin Five eine große Enttäuschung dar, einerseits aufgrund ihrer Charakterisierung, primär jedoch, da sie von den wesentliche interessanteren Protagonisten und deren Geschichte ablenkte. Auch wenn der Anime am Ende mit einem fantastischen Ende ausklang, so ist es doch der inhaltliche Mittelteil, der ihn letztendlich eine mögliche sehr hohe Platzierung gekostet hat.

 

TOP:Fate/stay Night [Unlimited Blade Works]

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Wahrscheinlich der am wenigsten überraschende Eintrag in dieser Liste, weswegen ich auch nur wenige Zeilen auf ihn verwenden werde (zumal er auch noch nicht beendet ist). ufotables Remake der Type-Moon Visual Novel wurde von vielen erwartet und seine Ankunft zu Recht von allen zelebriert. Nach den eher missratenen ersten beiden Adaptionen brachten sie und die wahrscheinlich bestmögliche Version der Geschichte um Shirou und Rin und es wäre sehr verwunderlich, wenn die zweite Hälfte im Frühling diese Qualität nicht halten würde.

 

FLOP: Persona 4 the Golden Animation

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Ich habe meine Liebe zu Persona 4 schon oft beschrien und werde es auch niemals müde werden: Es gibt kein Spiel, das mir so viel bedeutet. Allein für das Remake habe ich mir Day One eine PS Vita geholt und es bis heute nicht bereut. Dennoch kann selbst ich nicht leugnen, was für eine lustlose und auf Profit ausgerichtete Adaption das hier war. Eine bloße Animation aller Szenen, die nicht im ersten Anime zu sehen waren, da sie exklusiv im Remake vorkamen. Dies kreierte wilde Zeitsprünge und eine vollkommene Abwesenheit von jeglichem Zusammenhang, der das Ansehen für Leute, die nicht mit der Quellmaterie vertraut waren, unmöglich machte. Für Hardcore-Fans wie meine Wenigkeit war es unterhaltsam, aber es ist gewiss in keinster Form irgendwie eine Empfehlung wert. Ebenjene Hardcore-Fans kommen aber hier zur Serie.

 

TOP: Hana- und Tsukimonogatari

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Der Grund, warum ich mit dieser Liste bis zum heutigen Tage gewartet habe: Die Silvesterausstrahlung von Tsukimonogatari. Als langjährigen Fan der Serie freue ich mich über jeden neuen Arc und auch wenn es dieses Jahr nur zwei waren, so waren es dennoch sehr sehenswerte. Während meine ausführlichen Gedanken zu Hanamonogatari hier nachgelesen werden können, stellte Tsukimonogatari eine sehr gute Eröffnung der finalen Season (der Bücher) dar. Auch wenn die erste Folge etwas schwach wirkt in ihrem Versuch, die berühmte Zahnbürstenszene aus Nisemonogatari in ihrer Inzestuosität zu überbieten, so bildet sich in den verbleibenden drei Folgen ein interessantes Konstrukt, welches primär dazu dient, einen großen Antagonisten aufzubauen, der allem Anschein bereits die zweite Staffel hindurch aus dem Hintergrund agiert hat. Über diesen Aufbau hinaus bietet es, wie von Monogatari gewohnt, einiges an philosophischen Denkanstößen, wie etwa den Schaden, der aus der Versuchung, stets den leichten Weg zu nehmen, rühren kann, verpackt in gewohnt komplizierten Texten, die in ihrer semantischen Elaboriertheit selbst Shakespeare erblassen lassen würden. Unglücklich ist nur die Einführung eines Charakters, welche als bloßer MacGuffin herhalten muss und dessen man sich am Ende des Arcs wieder entledigt. Bei vielen Serien würde es nicht so ins Gewicht fallen, aber für ein Franchise wie Monogatari, welches stets gekonnt seine bestehenden Charaktere in neue Richtungen bog und selbst neuen Charakteren dauerhafte Bedeutung gab, fällt es doch sehr negativ auf. Dennoch stellt dieser erst Arc der letzte Season einen vielversprechenden Auftakt dar und lässt einiges an Hoffnung für ein mögliches großes Finale aufkommen. Alles, was nun noch fehlt, ist ein festes Releasedatum für Kizumonogatari. Get on it, SHAFT!

  

FLOP: Glasslip

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Der finale Flop in dieser Liste: P.A. Works‘ Glasslip. Auch wenn es eher eine kleine Enttäuschung darstellte, so war es dennoch eine. Nachdem ich Nagi no Asukara verpasst hatte, stürzte ich mich begierig auf die nächste Serie des Studios, in der Hoffnung, den Hype-Train dieses Mal nicht zu verpassen. Doch stattdessen sah ich mich einer Serie gegenübergestellt, die absolut keinen Inhalt bot. Kein Spannung, keine wirklichen Entwicklungen; es ist fast schon erstaunlich, wie leer die Serie wirkte. Nicht einmal interessante Fakten zum Glasblasen wurden einem vermittelt, worauf ich mich anhand des nächsten Eintrages, den ich vorher gesehen hatte, bereits gefreut hatte. Lediglich mit der Erfahrung, dass man nicht aufgrund eines Studionamens Qualität erwarten kann, bin ich aus der Serie rausgegangen (eine Lektion, welche ich bei ufotables Fate/stay Night und KyoAnis Amagi Brilliant Park sofort wieder vergessen hatte). Hier könnt ihr euch selbst einen Eindruck von der Serie machen.

 

TOP: Super Sonico Episode 07

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Wenn ich bei meinem Zankyou no Terror Eintrag noch nicht zerrissen wurde, so ist es spätestens jetzt der Fall. „Wie kannst du nur so einen Abfall als Highlight des Jahres verkaufen?“, höre ich schon die Stimmen. Nun, antworte ich, nachdem ich meine Pillen gegen diese geschluckt habe, dies betrifft nur Folge 7. Während der Rest tatsächlich die Lebenszeit nicht wert ist, die man für diesen braucht, so ist Folge 7 einen Blick wert. Vollkommen abgetrennt vom Rest der Serie (man kann sie also für sich gucken), zeigt sie Sonico auf dem Weg zu einem Sternenguckerfestival. Während ihrer Reise hält sie auf verschiedenen Stationen, welche das Leben auf dem Land wunderbar darstellen, darunter auch die Arbeitsweisen einer Glasbläserei (was mein eben erwähntes Interesse an Glasslip weiter erhöhte). Weiteres will ich gar nicht berichten aufgrund der Kürze der Folge; wer jedoch einmal zwanzig Minuten ländliche Entspannung sucht und sich an der Simplizität der Dinge erfreuen will, sollte hier einmal einen Blick riskieren (aber ernsthaft, spart euch den Rest).

 

TOP: Shigatsu wa Kimi no Uso

shigatsu

Positiv überraschend war dafür A-1 Pictures’ Shigatsu wa Kimi no Uso. Während ich ohne Erwartungen in die Serie hineinging, wurde ich von der Qualität der Serie überwältigt. Es bot einige der besten Darstellungen von musikalischen Auftritten, die ich bislang erlebe durfte, welche einen als Zuschauer die Intensität auf der Bühne richtig miterleben lassen (zumal es in meine Affektion für klassische Musik spielt). Des Weiteren ist es unglaublich, wie viel Geld A-1 in die Animation steckt, vor allem, wenn man bedenkt, dass Sword Art Online II zur selben Zeit lief und es bietet bisher auch einige sehr vielversprechende Ansätze einer enorm guten Romanze und legt ein unglaubliches Verständnis an den Tag für die Belastung, die „talentierte“ Kinder in unserer heutigen Gesellschaft durchmachen müssen. Solange die zweite Hälfte keine Bruchlandung hinlegt, könnte uns hier eine brilliante Mischung aus Romanze, Musik und Psychological erwarten.

  

TOP: Amagi Brilliant Park

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Kyoto Animations neueste Serie stellt in mehrfacher Hinsicht einen Rückgang zu früheren Zeiten dar. Einerseits ist dies seit Jahren die erste Serie, an welcher sie nicht die alleinigen Rechte innehaben, was auf eine Fortsetzung einiger ihrer alten Juwelen hoffen lässt. Gleichermaßen stellt es eine Rückkehr zu Shoji Gatoh dar, welcher neben der originalen Light Novel zu Amagi auch die Light Novels zu Full Metal Panic verfasste, was bei vielen die Hoffnung aufkeimen lässt, dass ein Third Raid doch noch kommen könnte. Doch was taugt die Serie selbst? Amagi bot eine simple Geschichte von einem Vergnügungspark, der mehr Besucher braucht, doch damit es nicht nur Rollercoaster Tycoon: The Animation ist, angereichert mit übernatürliche Elementen in Form von Feen, die bei Schließung des Parks ihr Habitat verlieren. Die Serie bot die gewohnt hochwertige Qualität, die man von KyoAni gewöhnt ist, sei es in Animation, Sound oder Writing, lediglich die letzte Folge wirkte unnötig, da der Plot bereits vollkommen aufgelöst war und es wie eine OVA wirkte, die aus irgendeinem Grund auch noch gesendet wurde. Dennoch bot es 13 Folgen überaus unterhaltsamer Comedy und lässt nach dem Tief von Kyoukai no Kanata wieder Hoffnung auf die nächste KyoAni Serie aufkeimen.

 

TOP: Space Dandy

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Das Werk von Shinichiro Watanabe, auf das dieses Jahr die meisten Augen gerichet waren. Space Dandy war anfangs für viele "Cowboy Bebop auf lustig" und gewissermaßen erfüllte sich diese Erwartung. JEde Woche präsentierte sich uns eine neue abgedrehte Folge, welche die Anthologie ergänzte und oftmals interessante Gedankengänge hervorbrachte. Und trotz all des Wahnsinns hat es BONES geschafft, ein gutes und befriedigendes Ende zu produzieren. Meine ausführlichen Gedanken habe ich bereits in meiner Review niedergeschrieben und gerne könnt ihr ebenfalls die Meinungen der deutschen Sprecher von Boobies-Kellnerin Honey sowie Dandy Himself hier und hier nachlesen.

 

TOP: Log Horizon 2

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Ebenfalls einen kurzen Eintrag soll Log Horizon 2 erhalten. Nach dem Überraschungshit der ersten Season bot auch die Fortsetzung wieder einen brillianten Aufbau  der Welt sowie seiner Bewohner, die wie schon in der ersten Staffel unendlich sympathisch und liebenswürdig daherkommen. Es bleibt wenig Positives zu sagen, was nicht schon in Zusammenhang mit Log Horizon gefallen wäre, daher applaudiere ich lediglich der Entscheidung, das geniale Opening weiterhin nicht zu verändern.

  

TOP & FLOP: Sword Art Online II *Spoiler*

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Der letzte Eintrag in meiner Liste ist etwas zwiegespalten. Die erste Staffel von Sword Art Online litt bereits ab Folge 4 an schlechtem Writing und legte in der zweiten Hälfte eine Bruchlandung hin (meine Review dazu hier). Dennoch ging ich guten Mutes in die zweite Staffel in der Hoffnung, dass Reki Kawahara mit größerem Alter auch erfahrener als Autor werden würde. Diese sollte sich nur teilweise bestätigen.

 

Die erste Hälfte, Gun Gale Online, gewinnt schlicht durch ihre Konzentration auf das Wesentliche. Während die erste Staffel mit prätentiösen Charakteren und Plotelementen daherkam, konzentrierte sich die erste Hälfte hier komplett auf Sinons Charakter, welcher tatsächlich der erste in SAO ist, der eine halbwegs gute Geschichte verpasst bekommen hat. Darüber hinaus bietet diese Hälfte eine Vielzahl an guten Actionszenen, leidet aber unter anderem: So fällt es zunächst schwer, mit Kirito mitzufühlen aufgrund seines Mangels an Charakter (auch wenn sein Gary Stu Status etwas gesenkt wurde), viel schlimmer trifft es jedoch Sinon. Es ist quasi unmöglich, ernst zu nehmen, wie sie über ihre emotionalen Belastungen redet, wenn die Kamera konstant auf ihrem Allerwertesten sitzt und so den einen guten Charakter, den die Serie bisher vorgebracht hat, ruiniert. Weiter hinuntergezogen wird der Arc durch das Ausgliedern von Kiritos Harem („Hey! Uns gibt’s noch, aber wir sind nicht wichtig, deswegen sitzen wir nur hier und gucken zu“), das endlose Wiederholen von bereits besprochenen Informationen, um sie auch dem unaufmerksamsten Zuschauer einzuhämmern, und Reki Kawaharas erneuten Versuch, Schock durch Vergewaltigung zu erzeugen. Dennoch ist der erste Arc der zweiten Staffel durchaus unterhaltsam und zeigt erstmals wirkliche, anhaltende Stärken in der Serie.

 

Die Problematik liegt beim dritten Arc (der zweite besteht nur aus einer kurzen Filler-Nebenquest, die neben dem Flicken eines Plotholes aus der ersten Staffel vernachlässigt werden kann): Dieser konzentriert sich auf den Aufbau von Asunas Charakter und erzählt ein Abenteuer aus ihrer Sicht. Dabei ist die grundsätzliche Geschichte keine schlechte: Nicht nur der Kontrast zwischen ihrer Mutter, die den Wert einer virtuellen Welt nicht anerkennt, und Asuna selbst ist gut dargestellt, insbesondere durch das unterschiedliche Lighting und den Detailgrad der Hintergründe, welche wunderbar den Unterschied zwischen realer und virtueller Welt unterstreichen, auch die Geschichte, um eine Gruppe Todkranker, die einen letzten Erfolg in ihrem Leben, und sei es nur ein virtueller, feiern möchten damit sich die Leute an sie erinnern, sind gute Plots, die nur an ihrer Umsetzung scheitern. So mangelt es der Serie an Aufbau dieser Szenarien: Während der Konflikt um Asunas Mutter sich noch nachträglich einfügen lässt und funktioniert, scheitert die Geschichte um die erkrankte Yuuki an Charakteraufbau. Man hat keine emotionale Bindung mit ihr und zu oft versucht die Serie, auf die Tränendrüse zu drücken, was mangels ebendieser Bindung nicht funktioniert (zumal AIDS bereits heute relativ gut behandelbar ist und 10 Jahre in Zukunft bestimmt nicht mehr eine derartige Bedrohung darstellt). Letztendlich wird auch Asunas eigene Entwicklung dadurch behindert, dass am Ende doch Kirito zu ihrer Rettung eilt und sie damit endgültig in die Rolle der unfähigen Damsel in Distress drängt.

 

Somit stellt auch SAO II eine große Verschwendung von Potenzial dar. Während sich das Writing merklich verbessert hat seit der ersten Staffel, krankt es immer noch stark an gewissen Elementen, die letztendlich an der Serie nur nagen. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich Reki Kawahara bei den Büchern zu einer eventuellen dritten Staffel wirklich zu einem guten Autor entwickelt hat, da er das grundlegende Talent hat, es aber nur nicht zur Genüge nutzt bzw. weiterentwickelt.

 

 

 

Und damit endet mein Jahresrückblick. Was waren eure persönlichen Highlights und Enttäuschungen dieses Jahr? Und wo habe ich in diesem Artikel furchtbare Blasphemie niedergetiptt? Lasst es uns in den Kommentaren wissen! 

 

 

 

 

 

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