Blu-ray Review: The irregular at magic high school Vol. 1 (+Gewinnspiel)

Vom Simulcast zum physischen Release

Über das letzte Jahr hinweg haben wir auf unserer Seite bereits mehrere Ersteindrücke und Reviews veröffentlicht, welche euch, unserer lieben Leserschaft, bei der Entscheidung helfen sollten, welche Anime eure Zeit würdig sind. Nun erweitern wir unser Angebot und gehen künftig auch auf diverse deutsche Veröffentlichungen ein, auf dass es euch einfacher fällt, einen Titel guten Gewissens ins Regal zu stellen oder ihn ohne Reue aus eurer Sammlung fernzuhalten. Beginnen tun wir unsere Reihe an DVD- und Blu-ray-Reviews mit einem Titel, den wir selbst letztes Jahr im Programm hatten: The irregular at magic high school, welcher seit Mitte Mai bei KSM auf DVD und Blu-ray erscheint.

 

Story

 

Die Handlung spielt in einer Welt, in der Magie und Technik eins geworden sind. Seit dem Dritten Weltkrieg, welcher Mitte des 21. Jahrhunderts aufgrund der Erderkaltung und daraus resultierender Nahrungsnotstände ausgebrochen war, sind die Menschen in der Lage, Magie mittels kleiner Gerätschaften, CAD oder auch „Casting Assistant Device“ genannt, zu nutzen. Im Zentrum der Serie steht der Schüler Tatsuya Shiba, welcher im Jahre 2095 mit seiner kleinen Schwester Miyuki seine Schülerschaft an der Ersten Staatlichen Magie-Oberschule aufnehmen möchte. Doch trotz seines Talents und seines Verständnisses der Magienutzung landet er in einer Gruppe Schülern niederen Ansehens – sogenannten „Weeds“. Diese werden von den beliebten und talentierten „Blooms“ diskriminiert und als minderwertig dargestellt. Tatsuya scheint sein Schicksal zu akzeptieren, doch Miyuki möchte ihn in eine seinem Talent angemessenen Position bringen und so nehmen sie gemeinsam den Kampf gegen das Klassensystem auf.

 

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irregular führt seine Zuschauer in eine Welt, welche einerseits mit altbekannten Elementen wie magischen Schulen und Diskriminierung nicht geizt, aber dennoch einiges an eigenen Details in die vertrauten Thematiken einfügt. Diese umfassen nicht nur die Umstände des Dritten Weltkrieges, der nur dank der Nutzung von Magie nicht als Atomkrieg endete, sondern auch die Technologisierung des Magie-Aspekts.  Anders als in herkömmlicher Fantasy beugt sich Magie keinen Sprüchen, sondern komplizierten Formeln und Algorithmen, welche gelernt sein und gemeistert werden wollen, damit man sie auch effektiv im Kampf nutzen kann.

 

Während des ersten Arcs der Serie, welcher 7 Folgen umfasst und komplett in dieser Volume vertreten ist, erklärt die Serie mehr als ausführlich die Funktionsweisen, welche in dieses Konzept hineinspielen. Doch auch wenn man so am Ende eine sehr gute Vorstellung der besagter Vorgänge hat: Es handelt sich doch nur um pure Exposition. Die ersten Folgen der Serie bestehen fast ausschließlich aus Einführungen neuer Charaktere sowie der Erklärung der magischen Technik, was zwar einerseits als Vorbereitung für spätere Folgen sinnvoll ist, beim Gucken der Folgen jedoch sehr langatmig und stellenweise ermüdend wirkt. Erst gegen Ende des Arcs dürfen sich Action-Freunde freuen, wenn erstmals eine physische Bedrohung auftaucht und bekämpft werden will. Diese stellen eine deutliche Auflockerung gegenüber der vielen erklärenden Dialoge und Diskussionen über das diskriminierende Schulsystem dar und lassen einen auf packendere Konflikte in der Zukunft der Serie hoffen.

 

Charaktere

 

Das Salz in der Suppe sind aber selbstverständlich die Charaktere, die einem besagte Erklärungen darbieten. Hier hat der Autor der Light Novel-Vorlage Tsutomu Sato sich stark an altbekannten Archetypen orientiert: Protagonist Tatsuya ist der perfekte Held, welcher nur aufgrund des Systems zurückgehalten wird (sprich: ein Gary Stu) und seine Schwester Miyuki ist die von ihm besessene Imouto, die gerne ihre Gefühle verwirklichen würde, es jedoch nicht darf. Für den Rest des Casts sieht es bisher wenig besser aus: Von der idealistischen Schülerratsvorsitzenden Mayumi, die die Situation an der Schule verbessern will, über die vorlaute Kendo-Kämpferin Erika bis zur schüchternen Mizuki (mit „z“) hat man ein Potpourri aus vertrauten Tropen und es liegt am Zuschauer, wie gut man mit diesen umgehen kann.

 

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Möchte man individuelle und originelle Charaktere, kann dies ein Punkt sein, bei dem man Abstriche machen muss, sollte man sich jedoch in der Vertrautheit heimisch fühlen, sollten keine Probleme entstehen. Es bleibt jedoch zu hoffen, dass der Cast in den verbleibenden 20 Folgen noch ein gewisses Maß an Entwicklung erfährt. Besonders interessant bleibt zu sehen, wie der vermeintliche Antagonist der Serie (orientiert man sich an dem Opening), welcher in der Endszene der Volume präsentiert wird, noch eingeflochten wird. Hier werden die nächsten Folgen hoffentlich Aufschluss geben.

 

Technik

 

Die uns von KSM freundlicherweise zur Verfügung gestellte Blu-ray umfasst neben einer deutschen Tonspur in DTS-HD Master Audio 5.1 den japanischen Originalton in DTS-HD Master Audio 2.0. Das Bild ist in klarem 1080p und hat bei unserem Test keinerlei Störungen oder Artefakte aufgewiesen. Die deutschen Untertitel sind unabhängig von der Tonspur anwählbar, sodass man auch den Originalton ohne Untertitel genießen kann, sollte man des Japanischen mächtig sein. Wer jedoch auf eine der Vorlage nahen Übersetzung in den Untertiteln gehofft hatte, wird enttäuscht werden: Die deutschen Untertitel sind eine fast wortgetreue Abschrift des deutschen Sprachskripts und beinhaltetauch dessen Anpassungen (auf welche im nächsten Punkt eingegangen wird). Hier bot KSM leider keine Option für diejenigen an, welche die japanischen Begriffe in ihren Texten bevorzugen. Unschön ist ebenso die Tatsache, dass kein wirkliches Typesetting betrieben wurde: Schilder und Texte werden nur am Rande des Bildschirms übersetzt, was stellenweise zu Chaos mit den Dialoguntertiteln führt. Hier wäre auf jeden Fall nachzubessern.

 

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Auf der japanischen Seite kann die Serie leider nur stellenweise punkten. Dadurch, dass der Anfang der Serie beinahe ausschließlich aus Dialogen besteht, wirken die Animationen entsprechend karg. Gegen Ende des Arcs wirkt es während der vereinzelten Kämpfe zwar bedeutend besser und detaillierter, jedoch immer noch ein gutes Stück entfernt von dem, was Studio Madhouse (u.a. Death Note, Black Lagoon) in der Vergangenheit abgeliefert hat. Es bleibt zu hoffen, dass die folgenden Volumes hier ein wenig mehr fürs Auge bieten, was angesichts der Tatsache, dass die Exposition nun vorüber ist, einen gewissen Wahrscheinlichkeitsfaktor für sich beanspruchen dürfte.

 

Lokalisierung

 

Der wohl interessanteste Teil einer Animeveröffentlichung in Deutschland ist die Lokalisierung. Wie sehen Übersetzung und Auswahl sowie Leistung der Sprecher aus? Hier hat KSM erfreulicherweise fast durch die Bank hinweg einen sehr guten Job gemacht. Abgesehen von dem leinen Makel mit den Untertiteln (siehe „Technik“) hat man hier ein sehr natürlich klingendes Skript produziert, welches nicht nur japanische Begriffe angemessen übersetzt und anpasst, sondern auch durch die Inkorporation deutscher Redewendungen (z.B.: „Du hast doch nur nen Kopf, damit es nicht in den Hals regnet“) sehr durchdacht und gut umgesetzt daherkommt.

 

Verfechter der japanischen Originalbegriffe müssen hingegen zwar auf Begrifflichkeiten wie Miyukis berühmt-berüchtigtes „Onii-sama“ verzichten, doch sind an passenden Stellen noch Ausdrücke wie „Sensei“ gegeben und auch das Suffix „-chan“ wird gelegentlich zur Verniedlichung gebraucht. Der einzige Fleck auf der weißen Bluse des Skriptes sind stellenweise unnatürlich lang wirkende Sätze, die jedoch eher auf das Original zurückzuführen sind und man dem hiesigen Team nur bedingt zur Last legen kann.

 

Die Wahl der Sprecher steht dabei in direkter Korrelation zum Skript. Fast der gesamte Cast besteht aus fähigen Sprechern, die gut in ihre Rollen passen, allen voran Christian Stark (u.a. Miles Edgeworth im Ace Attorney Film, Batman in Batman of the Future) als Tatsuya. Dieser bringt nicht nur eine sehr gute Performance, die Tatsuyas ruhigem Charakter angemessen ist, seine ruhige Stimme erleichtert es darüber hinaus enorm, die enorme Menge an Exposition aufzunehmen. Mia Diekow (Lotta Hart aus dem Ace Attorney Film, Sayuri aus The Place Promised in Our Early Days) bringt eine ebenso gute Performance als Miyuki und versteht es, ihre „Geschwisterliebe“ passend zum Ausdruck zu bringen.

 

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Ebenso talentiert und gut gewählt ist der Großteil der verbleibenden Sprecher – bis auf zwei kleine Macken: Merete Brettschneider (Temari aus Naruto) besitzt zwar eine passende Stimmfarbe für Mizuki, hat aber stellenweise Probleme, längere Sätze natürlich wirken zu lassen. Eine weniger passende Stimmfarbe hat hingegen Tobias Schmidt (Chouji aus Naruto), welcher die Rolle des Jumonji übernimmt. Seine Stimme wirkt leider ein wenig hell für einen optisch bulligen Charakter wie Jumonji. Dies sind jedoch beides kleine Kritikpunkte, die die Qualität der Vertonung kaum merklich mindern. Zusammengerechnet merkt man die Mühe, welche KSM in die deutsche Fassung gesteckt hat und Freunde hiesiger Vertonungen können bedenkenlos zugreifen.

 

Extras

 

Der Großteil der Extras hält sich auf der ersten Volume im durchschnittlichen Bereich. Neben den Previews und Trailern der Serie lassen sich Opening und Ending ohne Credits hier genießen sowie Trailer zu diversen anderen KSM Serien. Das Herzstück dieser Sektion sind jedoch die „Grundkurse in Magie“, welche die Welt von irregular schon vor der ersten Folge erklären und diverse Charaktere vorstellen. Neuankömmlinge sollten diese drei Shorts– welche leider nur auf Japanisch mit deutschen Untertiteln vorhanden sind – unbedingt vor der eigentlichen Serie gucken, da diese den Einstieg bedeutend erleichtern. Des Weiteren lässt sich hier auch eine Bildergalerie mit Ausschnitten aus der Serie begutachten.

 

Sowohl in der DVD- als auch der Blu-ray-Fassung befindet sich darüber hinaus ein Booklet mit Ausführungen zu der Serie. In der uns zur Verfügung gestellten Fassung war dieses leider nicht enthalten, sodass wir hierzu keine Details nennen können.

 

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Fazit

 

KSM hat mit der ersten Volume einen mehr als soliden Release auf den Markt gebracht. Kleine Macken bei den Untertiteln fallen kaum ins Gewicht und sind für den durchschnittlichen Animefan von geringer Bedeutung. Für einen mehr als gerechten Preis (ca. 35 € für die DVD, 40 € für die Blu-ray) bietet der Publisher eine Veröffentlichung, bei der die bloße Lokalisierung schon einen Kauf wert ist, steckt in dieser doch offensichtlich einiges an Mühe. Lediglich die Serie selbst muss ihren Wert noch beweisen, daher bleibt zu hoffen, dass dies in den Volumes noch geschehen wird.

 

Zum Abschluss haben wir nun noch ein kleines Gewinnspiel für euch: KSM war so freundlich, uns eine DVD- sowie eine Blu-ray-Version der ersten Volume für eine Verlosung zur Verfügung zu stellen. Um kostenlos einen Blick in die Welt von Tatsuya und seiner überfürsorglichen Schwester werfen zu können, müsst ihr uns nur folgende Frage beantworten:

 

Wie heißt die Gerätschaft, mit der die Schüler der Serie ihre Magie ausführen, mit vollem Namen?

 

Schreibt uns eure Antwort bis Freitag, den 12. Juni um 18:00 Uhr an [email protected], um eine Chance auf die erste Volume zu haben. Vergesst dabei nicht, uns eure Adresse und das gewünschte Format zu nennen.

 

Ausgelost wird am kommenden Wochenende unter allen richtigen Einsendungen. Alle Teilnehmer erklären sich damit einverstanden, im Falle eines Gewinns namentlich genannt zu werden. Sämtliche Crunchyroll-Mitarbeiter sowie Personen unter 12 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

 

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