Ersteindruck: Classroom Crisis

peppermint goe to Mars!

Inhalt:


In naher Zukunft hat die Menschheit alle Planeten des Sonnensystems kolonisiert. Auf dem Mars erlebt Iris Shirasaki, eine junge Testpilotin, zusammen mit ihrem Mechaniker Mizuki Sera und seinem Bruder, und ihrem Lehrer, Kaito aufregende Abenteuer.


[via peppermint]

 

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Zu viele Köche verderben den Brei, oder im Falle von Classroom Crisis wohl eher zu viele Charaktere, sowie zu viele und gleichzeitig trotzdem ungenügende Informationen auf einmal.


So versucht uns die Serie direkt zu Beginn mit der Entführung eines anscheinend wichtigen Protagonisten zu locken. Diese erste Folge beschäftigt sich dabei hauptsächlich mit der verbundenen Rettungsaktion der Geisel, welche eigentlich als Transferschüler an die Oberschule der anderen uns in dieser Folge vorgestellten Charaktere kommen sollte. Doch die Serie vermag es einfach nicht in so kurzer Zeit den Zuschauer in ihre Welt zu ziehen, da zu viel in zu kurzer Zeit passiert und wir zu viele handelnde Personen kennenlernen, ohne irgendeine Möglichkeit zu haben zwischendurch Luft zu schnappen, um so etwas wie eine Verbindung mit ebenjenen Personen aufzubauen.


Doch obwohl wir so viele Informationen entgegen geschmissen bekommen, fehlen doch ein paar wichtige Fakten und manche Fragen bleiben unbefriedigenderweise unbeantwortet. Wer genau ist die Entführergruppe und warum haben sie eine eigentlich unmögliche Deadline gesetzt? Warum ist das Kirishina-Unternehmen nicht in der Lage den Minenarbeitern ein ordentliches Gehalt zu zahlen, investiert aber in die Entwicklung des Raumgleiters der Schulklasse bisher 15 Milliarden? Wie konnte die Klasse die 7.5 Millionen Lösegeld zusammenbekommen, obwohl sie eine überhaupt nicht abgesprochene Rettungsaktion unternehmen ohne Backup des Unternehmens? Von allem, was wir aus dieser Folge erfahren, kann man die Antworten nur mutmaßen. Klar, die Serie hat gerade erst ihren Anfang genommen und manche der Fragen werden vielleicht später beantwortet werden, aber momentan wirken sie auf den Betrachter eher wie Logiklücken denn Appetithäppchen.


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Abgesehen davon, dass mit der Direktion dieser Folge kein wirklich guter Einstieg in die Welt von Classroom Crisis gelungen ist, stellt sich auch die visuelle und akustische Komposition der Serie zu Beginn als eher unbefriedigend heraus. Durch die starke Kontrastierung der Figuren passen sie in manchen Szenen nicht wirklich gut mit den Hintergründen zusammen, insbesondere in Außenszenen. Schon auf mittlere Entfernung lassen die Gesichter merklich Details vermissen. Viele der Bewegungen sind mit Hilfe sehr weniger Frames realisiert. Die Kameraeinstellungen sind des öfteren suboptimal, wodurch hier und da seltsame Proportionen auftreten. Ferner werden oft sehr billig wirkende Zoom- und Geschwindigkeitseffekte benutzt. Lediglich manche CGI-Animationen und ein paar offensichtlich bewusst ausgewählte Szenen wie die Bruchlandung auf dem Asteroiden sind durchaus ein Schmaus für die Augen, aber insgesamt hätte man sich für eine erste Folge mehr Mühe geben müssen, um den Zuschauer die Serie schmackhaft machen zu können. Die Geräuschkulisse der Serie wirkt sehr atmosphärisch, ob es sich um den Raumgleiter handelt oder einfach um sich schließende Hangartore. Allerdings bietet der Soundtrack noch nichts wirklich Bemerkenswertes, was die gezeigten Szenen mit zusätzlicher akustischer Würze ausstatten könnte.


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Vielleicht liegt es an der fehlenden Eingespieltheit des Teams, welches an Classroom Crisis arbeitet. Direktor Nagasaki Kenji ist wenn wohl für seine Direktion bei der Serie No. 6 bekannt und hat auch bei einer Reihe anderer großer Namen wie Monster mitgewirkt, doch fehlt ihm vielleicht dennoch ein wenig Erfahrung mit der Direktion einer solchen Serie wie dieser. Mit Maruto Fumiaki schreibt die Story jemand, welcher viel Lob für White Album 2 bekam, zuletzt mit Saenai Heroine no Sodatekata aber eher mittelmäßige Kost abgeliefert hatte. Ob bei den Animationen noch Steigerung möglich ist, bleibt fraglich, da Aniplex sehr oft in Kooperation mit anderen Studios diverse hochklassige Anime produziert, im Alleingang aber bisher nie besonders Vorzeigbares geschaffen hat. Classroom Crisis ist also eine Serie, die nach einem durchwachsenden Einstieg nun also erst im Weiteren zeigen muss, dass sie besondere Qualitäten vorzuweisen hat.



 – Florian Werner


Classroom Crisis könnt ihr euch hier bei peppermint anime im Simulcast ansehen.

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