Tokyo Ghoul Band 10

„Ghule sind Monster! Oder nicht?“

„Ken hat sich auf die Suche nach Doktor Kano gemacht. Doch zwischen ihm und seiner Vergangenheit steht nicht mehr nur der Phönixbaum, der ebenfalls hinter Kano her ist. Vor allem die geflohenen Ghule aus dem Ghul-KZ stehen ihm im Weg. Allen voran Orca, ein Ghul mit der furchteinflößenden Kraft einer Naturgewalt. Was hat er mit Doktor Kano zu schaffen? Was hat das Auftauchen der Tauben im Café Antik zu bedeuten? Und was hat Yoshimura mit der Gründung des Phönixbaums zu tun? “

 

[via Kazé]

 

Wenn Ghule tatsächlich existieren würden, mit samt ihrem eher unappetitlichen Speiseplan, der Menschenfleisch als einziges Nahrungsmittel vorsieht, wie würde Tokio dann aussehen?

Logischerweise haben die Menschen eine Organisation zum Schutz vor den Monstern in unserer Mitte gegründet, das CCG, die Commission of Counter Ghul. Die Organisation schickt Ermittler in den Kampf mit den Ghulen. Da diese dank eines sogenannten RC-Zellspeichers im Rückgrat, aus dem Krallen genannte Waffen wachsen, als Menschen unterlegen wären, werden Sie mit Waffen ausgerüstet. Diese Quinke werden aus den Krallen von Ghulen produziert und sind im Kampf gegen die Artgenossen ihrer vormaligen Besitzer sehr effektiv.


Der Student Ken Kaneki steht nun eines Tages auf den Speiseplan einer Ghula und überlebt nur dank eines Unfalls, bei dem die Angreiferin Rize stirbt. Schwer verletzt werden ihm vom behandelnden Arzt Akihiro Kano kurzer Hand die Organe der Ghula transplantiert. Sein mangelnder Appetit, seine Unfähigkeit normales Essen zu sich zunehmen und seine steigende Lust auf menschliches Fleisch machen ihm rasch klar, dass er nun kein Mensch mehr ist.


Die Ghule sind ihrerseits aber auch nicht untätig, sterben Sie doch in großer Zahl im Kampf gegen das CCG. Deswegen haben die wohl gefährlichsten Ghule sich zusammengeschlossen und organisieren sich im Phönixbaum. Ken Kaneki wird aber von friedlicheren Ghulen aus dem Cafe Antik aufgelesen, deren Philosophie eher auf eine Koexistenz mit den Menschen ausgerichtet ist und die sich in die menschliche Gesellschaft einfügen wollen. Die Gemeinschaft aus dem Cafe Antik ermöglicht es Ken  sich an seine neuen Ernährungsbedürfnissen zu bedienen.


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Nachdem Ken aus dem Cafe Antik entführt wurde und nach der Folter von Jason, einem Mitglied der Ghul-Organisation des Phönixbaums, seine Natur als Ghul akzeptiert hat, sucht er nach seinem Schöpfer, Dr. Kano. Von ihm erhofft er sich die Antwort, warum er ihn erschaffen hat, ist sein Schicksal als Halb-Ghul ja nicht gerade erstrebenswert.  Seine Motivation, endlich stärker zu werden, um die Lieb gewonnen Ghule vor anderen Ghulen und den Ermittlern schützen zu können, treibt ihn immer weiter voran. Gleichzeitig steht er zwischen als Wesen,halb Mensch und halb Ghul, zwischen allen Fraktionen.


Ken Kaneki

 

Der eher schüchterne Student hat sich nach einem Unfall, nachdem ihm Organe eines Ghuls eingesetzt wurden, massiv verändert. Vormals sehr unsicher und leichtgläubig haderte er sehr lange mit seinem Schicksal, als Ghul künftig Menschenfleisch als Nahrung zu brauchen. Nach der Entführung durch die Ghul-Organisation Phönixbaum kann er seine Natur halb Mensch, halb Ghul akzeptieren und hat deutlich an Entscheidungsstärke hinzu gewonnen.



Touka Kirishima

 

Sie ist als Tochter von zwei Ghulen, die bereits in ihrer Kindheit verstorben sind und Sie und ihren Bruder zurück gelassen haben, als Ghul aufgewachsen. Dennoch versucht die willensstarke, aber eher ruhige Touka sich trotz der natürlichen Beschränkungen als Ghul in die menschliche Gesellschaft einzugliedern und träumt von einem Universitätsstudium.


Yoshimura

 

Der Bertreiber eines Cafés im 20. Bezirk, das als Deckmantel für eine Ghul-Organisation ist. Diese Organisation bieten Jagdunfähigen und Jagdunwilligen Ghulen die Möglichkeit, sich zu verpflegen ohne Menschen töten zu müssen. Seine gutmütige, ruhige und gelassene Art verbirgt sehr viele Geheimnisse und man wird nie den Eindruck los, dass er ein unheimlich mächtiger Ghul sein muss.


Hinami Fueguchi

 

Seit dem Tod ihrer Mutter, durch CCG-Ermittler, bei dem Kaneki nur hilflos mit zu schauen konnte, fühlt Sie sich ein wenig einsam. Obwohl Sie selbst traurig ist und darunter leidet, auf Grund ihrer Bekanntheit beim CCG nicht mehr frei herum laufen zu können, versucht Sie eine positive Stimmung zu verbreiten und Ken bei seinem Weg zu unterstützen. Sie ist einer der wichtigsten Personen, die Kaneki schützen möchte, da er ihre Mutter auf Grund seiner Unfähigkeit nicht retten konnte.


Shuu Tsukiyama

 

Der in der Unterwelt der Ghule als der Gourmet bekannte Shuu fällt durch sein extravagantes Wesen auf. Sein Handeln ist ausschließlich auf seinen eigenen Genuss ausgerichtet, seine Gefolgschaft zu Kaneki entsteht ja nur durch seinen Willen den Halb-Ghul selbst fressen zu dürfen.Der frühere Betreiber des „Restaurants der Ghule“ kennt bei seinen Zielen keinerlei Kameradschaft oder Verbündete.


Rize Kamishiro

 

Die Ghula, die auch bekannt ist als der Vielfraß und sich mit Freuden an jungen Männern labt, wollte den Studenten Kaneki nach einem Date zu ihrer nächsten Mahlzeit machen. Dummerweise kommt es während ihres Abendessen zu einem Unfall mit einem Baugerüst, bei dem Sie getötet wird und so als Organspenderin für ihr Opfer Ken endet.

 

Tokyo Ghoul ist gekennzeichnet durch eine Vielzahl von Charakteren, jeder mit seiner eigenen Hintergrundgeschichte und meist glaubwürdigen Motivation. Die Natur der Ghule, Menschenfleisch zum Überleben zu benötigen, führt dazu dass die meisten Charaktere auf Grund des von ihnen erlittenden oder verursachten Leids Narben davon tragen. Bei vielen Ghulen ist eine Grausamkeit und eine Menschenverachtung zu beobachten, die wohl einfach benötigt wird um für sein Überleben Menschen töten zu können. Aber auch die Menschen werden dadurch dehumanisiert und handeln ihrerseits grausam.

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Für einen Manga aus dem Horrorgenre gibt es ungewöhnlich viele Anspielungen. Das Grundmotiv der Verwandlung von Kaneki ist zumindest in Teilen aus Kafa’s “Die Verwandlung” entlehnt und der Symbolismus aus Tarot-Karten wirdhäufig verwendet, um Personen und deren Situation zu charakterisieren. Auch die nordische Göttersage findet Einzug in die Geschichte von Tokyo Ghoul.




Das Werk vom Mangaka Sui Ishida ist gekennzeichnet durch die hohe Zahl eher kleiner Panels, dass heißt vieler Bilder auf einer Seite. Für einen Manga mit derart viel Actionszenen ist die spärliche Verwendung von Panoramabildern eher unüblich. Das führt aber jedoch dazu, dass man die Bilder sehr schnell liest und so ein angenehmer Lesefluss entsteht, man verschlingt den Manga förmlich.


Problematisch ist jedoch hier und da der dadurch fehlende Spannungsaufbau, da der Leser selten zum Innehalten verleitet wird und auf Grund der kleineren Bilder folgende Ereignisse nicht mittels Informationen im Hintergrund erahnen kann. Außerdem kann für einige Leser manchmal etwas unübersichtlich sein, die Actionist aber als Abfolge von Panels sehr gut choreografiert, so dass die Bewegungen der Charaktere von Bild zu Bild fast schon fließend fortsetzen, ein Vorteil der hohen Taktung der Panels.


Die kleinen Panels sind auch Ursache für die sehr vielen Close ups (reine Gesichtsaufnahmen) die die die Emotionen eines Charakters sehr gut darstellen.Für einen Horrormanga sind die Gesichter abseits der Actionszenen zudem sehr sanft gezeichnet, wodurch die Charaktere menschlicher wirken.


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Die Übersetzung erfolgt durch Yuko Keller, bekannt durch ihre Arbeit bei Manga wie Tokio ESP und Strike the Blood, leistet gute Arbeit bei der Übersetzung von Tokyo Ghoul. Zu sämtlichen Begriffen, auch den Fachwörtern, werden gute deutsche Entsprechungen gefunden und durchgängig verwendet, wodurch der Lesefluss gewährleistet ist.


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+Toller Lesefluss, man verschlingt den Manga förmlich

+Vielfältige, tiefgründige Charaktere

+Viele Anspielungen

-Sehr selbstreferenziell, deswegen nicht für Neueinsteiger geeignet

-Kleine Panels machen Action manchmal unübersichtlich


Ist Tokyo Ghoul nun was für den Horrorfan, passend zu Halloween? Definitiv! Weniger weil man sich im klassischen Sinne gruselt, sondern weil von Anfang bis Ende eine vielschichtige Story erzählt wird, in der die Tragik einer Realität gewordenen Horrorvorstellung greifbar ist. Der Manga ist jedoch kein Kostverächter, so dass der Leser auf seinen Gore-Anteil kommt, Folter und umherfliegende Körperteile inklusive.


Der von Kazé zur Verfügung gestellte und hier primär besprochene zehnte Band ist jedoch nicht wirklich für den Einstieg geeignet, so dass sich für jeden Neuling in der Welt von Tokyo Ghoul der Beginn ab Band 1 empfiehlt.


Den zehnten Band von Tokyo Ghoul kann man hier erwerben, für jeden neuen Leser gibt es den ersten Band hier kaufen.


-Reziprok


© 2011 Sui Ishida

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