Blu-ray Review: Assassination Classroom Vol.1

O Sensei! my Sensei! our fearful trip is done;

Seien wir mal ehrlich, Lehrer sind nicht unbedingt die beliebtesten Menschen. Es ist nicht unüblich für Schüler eine Abneigung gegenüber Lehrer zu entwickeln oder einfach nur von ihnen genervt zu sein. Doch was, wenn man einem Schüler nicht nur einen Freifahrtschein aushändigt seinen Lehrer zu töten, sondern ihn dafür auch noch eine so hohe Belohnung verspricht, dass er nie mehr in seinen Leben einen Finger krümmen muss? Nun, das hört sich einfach nur falsch an, aber dies ist mehr oder weniger die Prämisse von Assassination Classroom.

 

Peppermint hat uns die erste Volume dieser Serie überlassen, in der es darum geht, normale Kindern zu Profikillern auszubilden. Taugt sie etwas? Wir sagen es euch!

 

 

Ein oktopus-ähnliches Wesen hat einen Großteil des Mondes zerstört und droht auch die Erde zu zu vernichten. Doch er gibt der Menschheit eine letzte Chance, dies zu verhindern: Das Wesen bittet darum die sogenannte „End-Klasse“ der Kunugigaoka-Mittelschule zu unterrichten. Eine Klasse für hoffnungslose Fälle, von denen nicht erwartet wird, es zu irgendetwas im Leben zu bringen. Diese Klasse kriegt ein Jahr Zeit, ihn umzubringen, ansonsten würde er den Planeten wie geplant vernichten. Die japanische Regierung nimmt dieses Angebot gezwungenermaßen an und verspricht den Schülern eine Belohnung von 10000000 Yen, wenn sie es schaffen, ihren neuen Lehrer auszuschalten. Dies ist jedoch leichter gesagt als getan, da dieser beinahe unantastbar ist. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass Koro-Sensei, wie die Klasse ihn nennt, der wohl beste Lehrer ist, denn man sich vorstellen kann…

 

Nagisa Shiota:


Nagisa lässt sich wohl als Hauptcharakter der Serie beschreiben, auch wenn er bisher keine wirklich wichtige Rolle gespielt hat. So dient er als Erzähler und in Zweifelsfalle werden Ereignisse immer aus seiner Perspektive geschildert. Er mag zwar der physisch schwächste Schüler seiner Klasse sein, doch besitzt er eine hervorragende Beobachtungsgabe und notiert sich jede Kleinigkeit die sie über Koro-Sensei in Erfahrung bringen. Auch wenn einige unnütz wirken, sind andere Beobachtungen sehr aufschlussreich. Im Japanischen wird er gesprochen von Mai Fuchigami (Alice Yotsuba in Dokidoki! Precure) und im Deutschen von Claudia Schmidt (Koutei in Akame ga Kill!)

 

Karma Akabane


Karma ist nicht aufgrund seiner Schulleistung, sondern seines sozialen Verhaltens in der E-Klasse. Eigentlich ist er ein wahres Genie und ohne Mühe ein Einserkandidat, doch legt er gerne ein gewalttätiges Verhalten an den Tag. So stößt er erst später zum Rest der Klasse, da er vor Beginn der Serie suspendiert wurde, nachdem er einen Lehrer zusammengeschlagen hat. Er ist von der Idee, einen Lehrer umbringen zu können, beunruhigend begeistert und ist der erste, der es schafft, Koro-Sensei ein wenig Schaden zuzufügen. Seine Mordlust wird im Japanischen von Nobuhiko Okamoto (Yoichi Saotome in Seraph of the End) und im Deutschen von Marco Reinbold (Sjinji Matou in Fate/Stay Night Unlimited Bladework) zum Ausdruck gebracht.

 

Koro-Sensei:


Koro-Sensei ist laut eigener Aussage auf der Erde geboren, doch keiner weiß wirklich was er ist. Er kann sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu Mach 20 bewegen und ist ungeheuer stark. Zudem kann er sich auch regenerieren, was nicht fatale Treffer direkt negiert. Ihn umzubringen scheint von daher beinahe unmöglich, weshalb er von seiner Klasse den Namen Koro-Sensei erhalten hat. Dies ist ein Wortspiel bestehend aus den Wörtern Korosenai (in etwa „nicht tötbar“) und Sensei (das muss ich nicht erklären, oder?). Er nimmt seine Stellung als Lehrer sehr ernst, ermutigt seine Schüler aber auch ihn umzubringen und lobt sie sogar für gut durchdachte Attentate. Im Japanischen wird dieses Wesen von Jun Fukuyama (Lelouch vi Britannia in Code Geass) und im Deutschen von gesprochen Claus-Peter Damitz (Luke Valentine in Hellsing Ultimate).



Assassination Classroom hat ein recht einzigartige Prämisse. Zum einen steht die Menschheit in einer recht ausweglosen Situation dar, da Koro-Sensei so ziemlich unantastbar ist und eine Klasse Schulkinder tatsächlich die beste Chance ist, die sie haben. Zum anderen wird Koro-Sensei wirklich als ein überragender Lehrer dargestellt. Seine zuvorkommende Art und wie er auf jeden einzelnen Schüler eingeht, machen ihn unglaublich sympathisch. Er hilft jeden Schüler mit ihren Schwächen und fördert ihren Stärken, wobei er ihnen teils Ratschläge gibt, die sich selbst der Zuschauer zu Herzen nehmen könnte, sodass man sich bereits nach wenigen Episoden irgendwo wünscht selber einen Lehrer wie Koro-sensei zu haben.



Andere Charaktere bleiben dafür aber ein wenig auf der Strecke, zumindest in den sechs Episoden, die auf dieser Blu-ray vorhanden sind. So ist Nagisa zwar in der Theorie der Hauptcharakter, doch scheint er häufig mehr eine beobachtende Rolle zu spielen, als ein aktive in der Handlung. Dann wäre da Karma, welcher in seiner ersten Episode einen starken Eindruck hinterlassen hat, danach aber ebenfalls eher im Hintergrund gestellt wurde. Stattdessen wird mit allen Mitgliedern der E-Klasse herumjongliert. Dadurch gibt es zwar eine große Charaktervielfalt, doch leider bekommt dadurch kaum ein Charakter genügend Fokus. Daher hinterlassen sie einen etwas schwachen Eindruck.



Dies ist zwar ein wenig schade, aber vielleicht wird dies im Verlauf der Serie besser. Doch gleicht Koro-Sensei viel aus. Er macht die Serie wirklich unterhaltsam. Schon in der ersten Szene, wo er in aller Seelenruhe die Anwesenheit in der Klasse überprüft, während er einen Kugelhagel ausweicht, setzt perfekt die Stimmung für alles, das folgt. Wie gelassen er auf jeden Anschlag reagiert und sogar konstruktive Kritik gibt, ist einfach irgendwo unterhaltsam. Man wird häufig mit Witzen bombardiert, einige sind recht subtil andere mehr direkt und der Großteil trifft ins Schwarze.



Auch interessant ist das Konzept der E-Klasse an sich. Die Klasse wurde innerhalb der Serie eingeführt, um als ein schlechtes Beispiel zu dienen. Alle anderen Schüler werden drauf getrimmt, Schüler der E-Klasse als minderwertig zu empfinden. Es wird dadurch ein Druck aufgebaut, unter allen Umständen zu vermeiden in die E-Klasse abzurutschen. Und falls man abrutscht, ist es beinahe unmöglich wieder aufzusteigen, wodurch man seine gesamte Schulzeit unter Diskriminierung zu leiden hat. Dieses Prinzip ist von daher komplett unmenschlich, könnte aber als allgemeine Kritik am japanischen Schulsystem verstanden werden, da bekanntermaßen japanische Schüler unter sehr viel Druck zu leiden haben.

 

Die erste Volume von Assassination Classroom jongliert mit sehr vielen Charakteren herum und nicht jeder wird vernünftig vorgestellt und die Handlung ist wie man sich bei der verrückten Prämisse denken kann nicht sonderlich Tiefgründig, doch der Unterhaltungsfaktor ist definitiv gegeben, einfach da die Serie zum Schreien komisch ist.

 

 

Die Serie kann mit einem hohen Animationsniveau und einer farbenfrohen Optik punkten. Die kraftvollen Farben kombiniert mit den detailreichen Hintergründen zaubern einen automatisch ein Grinsen auf das Gesicht, dass dem Charakterdesigns Koro-Sensei ähnelt.



Dieses ist wie man unschwer erkennt sehr schlicht gehalten. Er ist mehr oder weniger ein laufender Smiley, der noch nicht einmal seine Lippen bewegt beim Sprechen bewegt. Stattdessen zeigt er Emotionen dadurch, dass sich sein Gesicht verfärbt. Auch wenn dies irgendwo wie ein billiger Trick wirkt, funktioniert es wunderbar in dieser nicht ganz so ernsten Serie um seine Fremdartige zu untermalen und dabei den Zuschauer noch einen Lacher zu entlocken.



Auch die menschlichen Charakterdesigns sind relativ simpel, doch angenehm fürs Auge gestaltet. Nichts wirklich irgendwas, das zu sehr hervorsticht, doch haben die Charakter immer noch ihre interessanten Eigenheiten.



Es sei zudem gesagt, dass sehr viel Mühe für kleine Details gegeben wurde. So sieht man auch ein paar Texte, welche in recht soliden Englisch verfasst wurden und als netter Freezeframe-Bonus dienen.



Es gab nicht viel was wirklich musikalisch hervorstechen konnte, was unter anderem an der Natur als Komödie angerechnet werden kann. Es gibt wenig bedarf für großartig emotionale Stücke, doch sollte man das Opening unbedingt erwähnen. „Seishun Satsubatsuron“ wurde von einigen Sprechern der Serie eingesungen und hat beste Ohrwurmqualitäten.

 

 

Die deutsche Vertonung ist wirklich gut gelungen. Alle Sprecher wirken passend besetzt und der deutsche Text weicht nur wenig vom Original ab. Zudem kann man auch die gut lesbaren Untertitel für eine genauere Übersetzung einschalten.

 

Einzig Koro-Senseis Stimme wird vielleicht nicht unbedingt jeden zufriedenstellen. Zwar leistet Claus-Peter Damitz ganze Arbeit, doch ist sein japanisches Pendant nun einmal Jun Fukuyama, der es versteht, Zuschauer durch seine extravagante Performance in seinen Bann zu ziehen. Aber auch wenn der deutsche Koro-Sensei nicht ganz an den japanischen herankommt, ist er wunderbar getroffen, von daher wird seine Stimme eigentlich nur den Hardcorefan stören.

 

Allerdings auch wenn die Vertonung im Großen und Ganzen wunderbar ist, so ist leider auch ein Fehler unterlaufen. So fehlt in einer Szene ein gesamter innerer Monolog. Zwar fällt dies ohne eingeblendete Untertitel nicht unbedingt auf, da die Szene relativ selbst erklärend ist und nicht sonderlich viel verloren geht, was sich der Zuschauer nicht auch selber denken könnte, doch ist dies ein Fehler, der bei einer genauen Adaption nicht unterlaufen dürfte.

 

z

 

  • Story: 3+ Nicht sonderlich tiefgründig aber in einer abgedrehten Art und Weise charmant und mitreißend, durchaus Potenzial nach oben.

  • Humor: 2+ Die Serie ist wirklich lustig und kann mit stellenweisen wirklich cleveren Witz punkten, nur der ein oder andere Witz kommt ein wenig flach rüber.

  • Charaktere: 3+ Bisher wurden die Charaktere nur oberflächlich behandelt. Zumindest eine kleine Gruppe von ihnen sollte besser ausgebaut werden. Koro-Sensei wiederum ist einfach nur faszinierend und hebt ohne weiteres den Durchschnitt.

  • Animation: 2+ Wunderbar flüssige Animationen und viele kleine Details. Weiter so!

  • Charakterdesign: 2- Recht simple Designs, die aber nichts desto trotz schön anzusehen sind.

  • Musik: 3 Nicht wirklich hervorstechend, aber erfüllt ohne weiteres seinen Zweck.

  • Lokalisierung: 2- Aufgrund eines relativ schwerwiegenden Fehlers gibt es einige Punkte Abzug, aber dennoch eine gute Leistung.

 

Assassination Classroom zeigt eine Menge Potenzial. Der Notenspiegel mag zwar nicht perfekt sein, doch kann man die Serie ohne Probleme weiterempfehlen. Der Unterhaltungsfaktor ist definitiv gegeben.  Zudem sollte man nochmal hervorheben, dass Volume 1 nur die ersten 6 Folgen beinhaltet und noch einiges folgt. Was hier noch kritisiert wird, kann in der nächsten Volume bereits ausgebügelt werden.

 

Assassination Classroom ist hier auf DVD undBlu-ray zu finden.

 

©Yusei Matsui/SHUEISHA, ASSASSINATION CLASSROOM Comittee

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