Ersteindruck: Kiznaiver

Einer für alle, alle für einen?

Inhalt:


Eines Tages eröffnet Noriko ihrem Mitschüler Katsuhira das er auserwählt wurde ein "Kiznaiver" zu werden. Das Kizuna System, welches ihm erlaubt seine Verletzungen zu teilen, verbindet ihn mit seinen Mitschülern, deren Alltag und Persönlichkeiten sich komplett von ihm unterscheiden. Doch dieses System ist eine unausgereifte Idee den Weltfrieden zu sichern, und somit ändert sich Katsuhiras Leben nicht nur zum Positiven.


[via Peppermint]


Wer bereits Titel wie Kill la Kill oder Inferno Cop gesehen hat, ist mit Studio Triggers etwas andersartigem Stil sicherlich schon vertraut. Um zu sehen, ob auch ihr neuester Streich da mithalten kann, werfen wir einen Blick auf die erste Episode des neuen Anime.


Seit einem einschneidenden Erlebnis in seiner Kindheit wurde High School Schüler Katsuhira seines Schmerzempfindens beraubt. Doch nicht nur körperliche Verletzungen stören ihn nicht mehr, auch sein Charakter zeichnet sich durch Affektverflachung aus. Ihn kümmert das alles natürlich wenig, seine Freundin Chidori dafür umso mehr.


Als sich Katsuhira mal wieder teilnahmslos verprügeln und erpressen lässt, erscheint der stürmische Hajime und macht mit „Kacchons“ Peinigern kurzen Prozess. Ganz so gemeinnützig war seine Hilfe dann aber doch nicht, da er zumindest einen Teil des Geldes für seine Mühen als Belohnung haben würde. Katsuhira willigt billigend ein.



Somit stehen schon mal drei unserer Hauptcharaktere, welche eine mysteriöse Frau mit blauem Haar als Beispiele für moderne Sünden hält, fest. Neben dem lethargischen Protagonisten, seiner selbstgerechten Freundin und dem Muskelprotz stoßen noch drei weitere, nicht weniger auffällige Individuen hinzu. Dazu gehören die etwas verrückte Niko, die herablassende Honoka und der scheinheilige Tsuguhito.



Sie alle sechs werden von seltsamen Kostümierten verschleppt, narkotisiert und einer Operation unterzogen. Wieder erwacht, finden sie sich alle zusammen in einem mit Noriko, der blauhaarigen Frau, wieder. Diese erläutert ihnen das Kizuna System und dass die sechs Schüler von nun an verbunden sind. Erfährt einer Schmerzen, so werden diese auf alle verteilt. Dies ermöglicht, dass lebensbedrohliche Verletzungen ohne größere Nebenwirkungen aufgeteilt und überstanden werden können, birgt aber natürlich auch neue Risiken.



Opening und Ending sind meiner Meinung nach recht schlicht gehalten und weder wirklich außergewöhnlich, noch sehr einprägsam. Vielleicht ändert sich dies nach einigen Episoden aber noch, da sich manche Songs erst nach mehrmaligem Hören zum wahren Ohrwurm entwickeln.


Der Animationsstil ist herrlich frisch und bunt, bisweilen vielleicht auch etwas zu gewagt. Vor allem was die Charakter-Designs betrifft, dürften die persönlichen Vorlieben hier eine große Rolle spielen, da er doch ein wenig vom standardisierten Aussehen abweicht. Was die Hintergründe angeht, so sind sie sicherlich nicht die am besten animierten dieser Season, aber so passen sie doch zur Stimmung und dem Gesamtbild der Serie.



Mehr Verständnis und Mitgefühl für andere, so das angebliche Ziel der neuen Technologie. Die Sechs sind dabei Testobjekte, an denen der Erfolg des Systems erprobt wird. Es ist ein wahrlich interessantes Konzept, welches ein breites Spektrum an Möglichkeiten der weiteren Storyentwicklung bietet. Dabei ist noch relativ unklar, auf was die Serie überhaupt abzielen will.


Toleranz und Mitgefühl gegenüber anderen bilden wohl den Kern dieser Geschichte. Deshalb sind auch gerade sechs so verschiedene Personen ausgewählt worden. Sie alle hätten im normalen Leben kaum etwas miteinander zu tun gehabt und sicherlich fast kein Wort gewechselt, doch nun sind sie praktisch dazu gezwungen. Dabei wird sicherlich noch jemand zu der Gruppe stoßen, denn die „Versuchskaninchen“ wurden mit den Todsünden verglichen, die siebte aber ausgelassen.



Für unseren Helden hat dieses Mitgefühl für andere noch eine ganz persönliche Bedeutung. Die Taubheit seiner Gefühle und Gedanken hat ihn zur Selbstentfremdung geführt, mit welcher weder er, noch seine Mitmenschen sonderlich gut umgehen können, was ihn schon während seiner Kindheit in eine Außenseiterrolle katapultiert hat. Ob er mit Hilfe des Kizuna Systems seine eigene Identität finden wird?


Doch geht es hier wirklich darum, ein besseres Verständnis für sich selbst und andere Menschen zu gewinnen und am Ende durch ein solches System vielleicht sogar Frieden herbeizuführen und Konflikte zu beenden? „Einer für alle, alle für einen“ so lautet das Motto. Wobei, da muss sich Noriko dann doch selbst korrigieren: Eigentlich lautet es ja „Einer für alle, alle für den Sieg“. So edel scheinen die Motive der Hintermänner dann also doch nicht. Man darf gespannt sein, welche Geheimnisse hier noch gelüftet werden.



Noch ist kaum vorherzusagen, wohin genau Kiznaiver sich entwickeln wird, doch der etwas konfuse Beginn weckt zumindest Interesse. Versprochen wurden Action, Dramatik, Science Fiction und Thriller-Elemente. Viel war davon bislang noch nicht zu sehen, doch könnte Kiznaiver sich vom unbeschriebenen Blatt zum Überraschungshit der Season entwickeln, falls es all diese Komponenten geschickt integrieren kann. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Serie von hier an entfaltet, doch man sollte sie sicherlich im Auge behalten.


Zu sehen ist die erste, wie auch alle kommenden Episoden, auf Akibapass.


- Saezurigai


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