Review: The Heroic Legend of Arslan Volume 1 + Gewinnspiel

High-Fantasy im Anime-Format

The Heroic Legend of Arslan basiert auf einer erfolgreichen japanischen Fantasy-Buchreihe, auch wenn der Anime eher durch die Manga-Adaption von Hiromu Arakawa (bekannt durch ihre Hitserie Fullmetal Alchemist) inspiriert wurde. Taugt diese Adaption einer Adaption aber auch was?

 

Universal  hat uns die erste Volume der Serie zur Verfügung gestellt, damit wir euch dies verraten können!

 

 

Prinz Arslan, der Junge Prinz von Pars muss sich mit 14 Jahren in seiner Jungfernschlacht beweisen, doch diese endet mit einer verheerenden Niederlage. Die parsische Armee wird zerschlagen, sein Vater gilt als verschwunden und er muss zusammen mit seinem Diener Daryun fliehen. Nun liegt es an Arslan eine neue Armee aufzustellen und Pars zurück zu erobern. Doch nicht nur das, Arslan hat es sich als Ziel gesetzt, die Sklaverei abzuschaffen, die doch so ein wichtiger Teil der parsischen Kultur ist…

 

Arslan


Arslan ist nicht unbedingt die Art von Protagonist, welche man in einem Werk wie diesem erwartet. Er ist gutherzig, sensibel und kämpft nur ungerne. Wäre er ein Mädchen, würde er wohl als klassische Prinzessin durchgehen. Doch ist er auch fest entschlossen, Pars nicht nur zu retten, sondern auch zu reformieren. Im Japanischen leiht er sich seine sensible Art von Yusuke Kobayashi (Subaru Natsuki in Re:Zero) und Louis Friedemann Thiele im Deutschen (Crowley Eusford in Seraph oft he End).

 

Daryun


Daryun ist der Neffe von Vahriz, der rechten Hand des Königs und Arslans Lehrer im Umgang mit dem Schwert. Daryun selbst ist ein berüchtigter Krieger, der seinesgleichen sucht. Er schwor Arslan loyal zu dienen und ihn zu verteidigen. Gesprochen wird er im Japanischen von Yoshimasa Hosoya (Reiner Braun in Attack on Titan) und im Deutschen von Leonard Hohm (Yahiro Takigawa in The Testament of Sister New Devil).

 

Narsus


Narsus ist ein brillanter Stratege, welcher eine bedrohliche Invasion verhindert hat, bevor sie überhaupt beginnen konnte. Doch auch wenn er den König dadurch beeindruckt hat, ist er später in Ungnade gefallen, da er für die Abschaffung der Sklaverei ist. Seitdem lebt er im Exil, doch ist er immer noch ein Freund Daryuns. Er sieht sich selbst als ein Künstler, auch wenn jene, die seine Werke sehen, dem widersprechen würden. Seine Strategien erklärt im Japanischen Daisuke Namikawa (Waver Velvet in Fate/Zero) und Oliver Scheffel im Deutschen (Guren Ichinose in Seraph of the End).

 

Gieve:

f 

 

Gieve ist ein herumstreifender Barde und Womanizer, doch auch seine Künste mit Schwert und Bogen sind beeindruckend. Seine Hauptinteressen sind Gold und schöne Frauen. So schließt er sich eigentlich nur Arslans Truppe an, um die Priesterin Farangis zu beeindrucken, doch entwickelt er auch eine Freundschaft mit den jungen Prinzen. Seine bezaubernde Stimme leiht er sich im Japanischen von KENN (Yuuki Judai/Jaden Yuuki in Yu-Gi-Oh GX) und im Deutschen von Bela Klentze (Yuuji in Seraph of the End).

 

The Heroic Legend of Arslan fühlt sich eher wie ein westliches Fantasy-Epos als ein typischer Fantasy-Anime an. Viele Charaktere folgen als solche auch eher westlichen Archetypen als japanischen. Dies ist nicht unbedingt schlecht, da man so als Anime-Fan mal ein wenig was anderes zu bieten kriegt, doch läuft die Serie teils Gefahr, sich in ein paar Fantasy-Klischee zu verrennen.



Glücklicherweise bietet die Serie aber auch genügend Originelles. So leiht sich die Serie sich einige Elemente aus persischen Legenden und historischen Ereignissen. Natürlich nur sehr lose, doch ist es erfrischend, eine Fantasy-Serie mit einem orientalischen Setting zu sehen. Und auch die allgemeine Handlung bietet einige interessante Aspekte. Sie ist intrigenreich mit einigen unerwarteten Wendungen und auch wenn Arslan und seine Truppe eindeutig "die Guten" sind, lässt sich dies nicht über das Königreich Pars im Allgemeinen sagen. Es wäre auch zu simpel das anderen Königreich - Lusitania - als komplett böse abzustempeln. Bei diesen handelt es sich vornehmlich um religiöse Fanatiker, welche allerdings auch gegen Pars vorgehen, da sie die Sklaverei verachten.



So ist in dieser Serie tatsächlich nicht alles Schwarz und Weiß. Leider gibt es dafür ein paar Schwächen, wenn es um die Charaktere selbst geht. Es gibt zwar durchaus viele interessante Charaktere, aber das ist irgendwo das Problem. Man wird geradezu mit Charakteren bombardiert und kaum einer bekommt genug Zeit, um sich vernünftig zu etablieren. Viele von ihnen wirken von daher eher flach. Natürlich könnte es sein, dass diese Charaktere im Verlauf der Serie besser ausgebaut werden, doch bisher hat kaum ein Charakter den nötigen Tiefgang erhalten.



Auch ein bisschen kritisch sollte man die cleveren Pläne der Charaktere sehen. Diese sind zwar gut durchdacht, doch laufen diese gerne mal ein bisschen zu glatt. Ganz zu schweigen, dass die wichtigen Charaktere natürlich allesamt gottgleiche Kampffertigkeiten an den Tag legen, obwohl sie eigentlich nur normale Menschen sein sollten. Es ist zwar nicht unüblich, dass Hauptcharaktere es irgendwie schaffen, sich gegen eine Übermacht durchzusetzen und dass ihre Pläne funktionieren, doch strapaziert es doch ein wenig die sogenannte „Suspension of Disbelief“ wenn 6 Leute einen 1000-Mann starken Trupp in die Flucht schlagen.



Womit die Serie jedoch meist recht gut umgeht, ist das Thema der Sklaverei. Sie macht keinen Hehl daraus, dass Sklaverei schlecht ist, doch zeigt auch die kulturellen Aspekte. Gerade in der ersten Episode, wenn Arslan überhaupt nicht versteht was so schlimm daran ist, da man ihn so erzogen hat, Sklaven als ein Zeichen des Wohlstandes zu sehen. Es wird auch auf die Probleme eingegangen, die eine sofortige Freilassung alles Sklaven verursachen würde. Es wird offensichtlich gemacht, dass es anders sein sollte, doch auch warum es Widerstand gibt und das eine Änderung nicht über Nacht geschehen kann.


 

The Heroic Legend of Arslan bietet eine interessante Abwechslung zu normalen Fantasy-Serien. Es gibt einige Mäkel, doch alles in allem kann die Handlung überzeugen.

 

 

Der typische Animefan sollte der Artstyle der Serie auf dem ersten Blick vertraut vorkommen. Schließlich basiert dieser Anime auf der Manga-Adaption von Hiromu Arakawa. Als solches erinnert das Charakterdesign stark an Fullmetal Alchemist, gerade im Manga wirkt Arslan ein wenig wie der verschollene Zwillingsbruder von Edward Elric. Allerdings hat er neben weißen Haaren auch einen etwas weiblicheren Touch, der ihn von dem Fullmetal Alchemist unterscheidet.



Die Animationsqualität der Serie kann sich zudem auch sehen lassen. Alles ist soweit wunderbar flüssig animiert, doch gibt es ein paar Abzüge in der B-Note. So wird an manchen Stellen zu typischen Tricks wie kurzen Standbildern gegriffen, um ein bisschen Arbeit zu sparen und Soldatenmassen werden größtenteils mit CG-Modellen zum Leben erweckt. Dies fällt zwar auf, doch lenkt glücklicherweise nicht zu sehr ab.

 

 

Bei The Heroic Legend of Arslan kriegt man ein für den Anime-Markt eher untypisches Gesamtpaket. So ist nicht nur die japanische und deutsche Fassung vorhanden, sondern auch die englische und französische. Zudem gibt es auch noch niederländische Untertitel. Für uns ist natürlich die deutsche Fassung am meisten von Interesse, weswegen wir uns auf diese konzentriert haben.

 

Die Übersetzung ist inhaltlich dem Original recht treu, auch wenn es ein paar verständliche Abweichungen gibt. Die Untertitel bieten da eine etwas genauere Alternative, in welcher auch japanische Höflichkeitsformeln beibehalten werden. Doch wünscht man sich, dass es ein wenig einheitlicher wäre. So werden einige persische Titel verwendet, die teilweise in den Untertiteln übersetzt werden und in der Vertonung nicht oder aber umgekehrt. Unterm Strich wirkte aber alles gut übersetzt und angepasst.

 

Die Vertonung ist im Großen und Ganzen auch gut gelungen. Gerade die Hauptcharaktere wirken allesamt passend besetzt. Hier und da gibt es vereinzelt mal eine etwas hölzern klingende Zeile, wo man ein Take mehr hätte aufnehmen können und ein paar Sprecher sind nicht unbedingt optimal. Beispielsweise Giskarls deutsche Stimme fehlt es trotz einer guten Performance einfach ein wenig an Autorität, welche von seinem japanischen Pendant ausgestrahlt wird. Allerdings befinden wir uns hier auf Erbsenzähler-Niveau bei einer ansonsten exzellenten Vertonung.

 

 

An Extras hat diese Premiumveröffentlichung einiges zu bieten. So gibt es digital eine blanke Fassung beider Opening und Endings der Serie. Es ist zugegebenermaßen ein wenig irritierend, dass auch das Opening der zweiten Hälfte der Serie bereits enthalten ist. Noch irritierender ist es, dass die letzte Szene von Folge 25 enthalten ist, welche in die Endcredtis der Staffel überleitet. Gerade diese sollte man vermeiden, wenn man sich nicht spoilern möchte.



Zudem gibt es die 4-Panel Comedy Sketche, in welchen diverse Schlüsselmomente der Serie einmal durch den Kakao gezogen werden. FMA-Fans werden mit dieser Art von Omake vertraut sein, sie sind eine Art Markenzeichen für Arakawa und sie sind nicht weniger lustig als Fullmetal Alchemsits 4-Koma-Theater. Allerdings besteht auch bei diesen Sketchen Spoilergefahr, da auch die zweite Hälfte der Serie bereits parodiert wird.



Aber wirklich beeindruckend sind die physischen Extras.  Es fängt schon bei dem schön anzusehenden Schuber an, in welchem die Volume geliefert wird. In ihm befinden sich 12 Artcards, welche je einer Folge zugeordnet wurden. Diese zeigen teils schöne, teils einfach lustige Artworks. Etwas weniger beeindruckend sind die 4 Figuren Sammelkarten, doch diese sind dennoch ganz nett. Recht cool wiederum ist das Poster, welches eine Karte von Pars zeigt, während auf der anderen Seite ein Spielbrett vorzufinden ist, welchem zudem auch 40 Spielsteine aus Pappe beiliegen. Abgerundet wird das ganze allerdings durch das 70-Seitige Booklet. In diesem wird so viel geboten, dass man eine Review über dieses alleine schreiben könnte. Charakterprofile, informative Kolumnen und Interviews, welche einen Blick hinter die Kulissen erlauben, jede Menge Artworks und ein Abdruck der nicht übersetzten 4-Panel Sketche aus dem Manga mit beiliegendem Transkript.

 

Alles in allem stellen diese Extras einen nicht zu verachtenden Mehrwert da, dem man nur selten bei deutschen Veröffentlichungen sieht. Und wie seltsam es auch klingt, ein paar der Extras hätte man sich besser für die zweite Volume aufsparen sollen.

 

 

+Originelles Setting

+Facettenreiche Handlung

+Überdurchschnittliche Animation

+Extras, Extras, Extras, jede Menge Extras

+Gute Lokalisierung

-Teilweise geschmückt mit Fantasy-Klischees

-Viele Charaktere wirken eher Flach

 

 

The Heroic Legend of Arslan ist leider nicht das neue Fullmetal Alchemist, was manch einer vielleicht erwartet. Nichtsdestotrotz bietet die Serie ein wirklich gut durchdachtes Fantasy-Setting mit einer intrigenhaften Handlung. Freunde von High-Fantasy Romanen sollten durchaus Gefallen an dieser Serie finden und auch das orientalische Setting bringt etwas Abwechslung im Anime-Alltag. Vor alledem muss man aber die hochwertige deutsche Veröffentlichung preisen.


Bei dieser Anzahl an Episoden und Extras fühlt man sich bei dem günstigen Preis von 52,99 € für die DVD bzw. 56,99 € für die Blu-ray reichlich beschenkt.


The Heroic Legend of Arslan Vol. 1 könnt ihr hier auf DVD und Blu-ray bestellen.

 

© 2015 Hiromu Arakawa, Yoshiki Tanaka – KODANSHA/“LEGEND OF ARSLAN“ Project Committee, MBS

 

Sämtliche Aussagen dieser Rezension reflektieren lediglich die Meinung des Autoren und nicht die von Crunchyroll und seiner Partner.



Passend zu dieser luxuriösen Box haben die Kollegen von Universal Pictures und Koei Tecmo uns auch ein nettes Paket zusammen gestellt, das wir natürlich an euch weiterreichen möchten. Alle Details hierzu findet ihr im folgenden Facebook-Post:

 

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