Blu-ray Review: Free! Vol.2

Im Schwimmbecken ist der Teufel los

„Haruka, Makoto, Rei und Nagisa trainieren hart, um gegen die Staffel der Samezuka bestehen zu können. Hierbei steht Rei allerdings weiterhin vor dem großen Problem, dass er bisher überhaupt nicht schwimmen konnte. Doch sein Ehrgeiz lässt ihm keine Ruhe und bringt ihn seinem großen Ziel, einen so eleganten Schwimmstil wie seine Teamkollegen zu entwickeln, immer näher. Von Rei angespornt verbessern sich die Zeiten des Iwatobi Schwimmklubs kontinuierlich, je näher die Präfekturmeisterschaften rücken. Dem großen Showdown gegen Rin und sein Team scheint somit nichts mehr im Wege zu stehen, oder etwa doch...?“


[via Amazon]

 

Free! ist eine der beliebtesten - oder zumindest berüchtigsten Animes der letzten Jahre. Nachdem wir bereits die erste Volume unter die Lupe genommen haben, sagen wir euch nun wie sich die zweite macht!




Endlich geht es um die Wurst. Der Iwatobi Schwimmklub tritt gegen den der Samezuka Oberschule an, wo der ehemalige Kindheitsfreund Rin Matsuoka seiner Rivalität zu Haruka freien Lauf lassen will. Er ist sogar so sehr darauf fixiert, Haruka zu besiegen, dass er seine eigentliche Paradedisziplin, den Schmetterling, nicht schwimmt um ein Duell gegen Nanase in dessen Lieblingsdisziplin, dem Freistil, bestreiten zu können. Doch wer wird gewinnen? Und können Makoto, Nagisa und Rei in ihren Disziplinen überzeugen?

 

Gou Matsuoka


Die kleine Schwester von Rin ist die Managerin des Iwatobi Schwimmklubs und mit voller Begeisterung dabei, Diese Leidenschaft entspringt aber weniger ihrer Begeisterung für das Schwimmen, sondern mehr den mit dem Sport einhergehenden austrainierten Körpern der Athleten und deren Muckis. Da ist wohl kaum verwunderlich, dass sie über Konkurrenz bestens Bescheid weiß, ermöglicht es ihr doch dabei allerlei leckere Kerle zu begutachten. Ihre enthusiastische Stimme wird von Akeno Watanabe (u.a. Izuku Midoriya aus My Hero Academia) in der japanischen und von Julia Fölster (u.a. Feyris aus Steins;Gate) in der deutschen Fassung der nötige Esprit verliehen.



Aiichirou Nitori


Der Teamkamerad von Rin ist ein sehr soziales Mitglied des Samezuka Schwimmteams und zuverlässiger Freund von seinem Mitbewohner Rin. Er ist zwar etwas unordentlich und ist kein so schneller Schwimmer wie Rin, hat aber mehr Ausdauer und ist sehr fürsorglich. Seine freundliche Stimme wird im Japanischen von Kouko Miyata gesprochen. Vincent Borko (u.a. Satoshi Honma aus Anohana) sorgt für die deutsche Interpretation.



Gorou Sasabe


Der frühere Coach der Jungs vom Schwimmklub in der Grundschule ist heute Pizzalieferant und schlägt sich so durchs Leben. Er hat immer noch einiges Know-how im Schwimmen, kann sich aber zeitlich nicht mehr so stark einsetzen und Trainer des Iwatobi Schwimmklubs werden. Seine relaxte Lebenseinstellung wird stimmlich durch Hiroshi Yanaka (u.a. Rintarou Okabe aus Steins;Gate) im Japanischen und von Fritz Rott (u.a. Zolf Kimblee aus Fullmetal Alchemist) im Deutschen zum Ausdruck gebracht.



Miho Amakata


Die Klassenlehrerin von Rei, Rin, Nagisa und Haruka wurde von den Jungs dazu „überredet“ als Lehrerin die Verantwortung für den Schwimmklub zu übernehmen. Sie hat nämlich ein peinliches Geheimnis - hat sie doch in ihrer Jugend unter dem Namen Marin-chan für Bademoden gemodelt. Sie ist eher schusselig und versucht durch das Einstreuen von Zitaten weiser zu wirken, was angesichts ihrer Ungeschicklichkeit eher schief geht. Ihre niedliche Stimme wird von Satsuki Yukino (u.a. Kagome Higurashi aus InuYasha) in der japanischen Sprachausgabe und von Tanja Schmitz (u.a. Honey aus Hamatora) in der deutschen Fassung ausgedrückt.



Endlich kommt es zum ersten Turnier, eine der Kernelemente eines jeden guten Sportanime. Und Free liefert eine gute Performance ab, was die Spannung rund um den Wettkampf und der Einfluss von Sieg und Niederlage auf die Stimmung wird gut eingefangen. Der Wettkampf ist solide inszeniert und kann mit tollen Animationen aufwarten, die den Gesamtendruck unterstützen.

 

Nur das emotionale Drama wirkt für den Standard von Kyoto Animation doch etwas unterwältigend. Die Hintergrundgeschichte von Rin und die Ursache für seine Rivalität mit Haruka ist zwar stimmig und passend eingebunden, um rechtzeitig vor dem Turnier die Konfrontation bedeutend zu machen, doch da die Erzählung der Geschichte nur zwischen Rin und Aiichirou abläuft, bekommt man diese Geschichte ein zweites Mal erzählt, diesmal um das neue Teammitglied Rei auf den Stand von Haruka, Nagisa und Makoto zu bringen. Das ist dann für den Zuschauer repetitiv ist für die Dramatik eher ungünstig. Die Entwicklung und Reaktion von Haruka wird jedoch nicht ganz so zeitintensiv beleuchtet, bekommt aber bedeutend mehr Raum zugestanden als die der anderen Klubmitglieder, deren Ausbau unten durch fällt.

 

Dazu ist die Entwicklung von Rin nach dem Turnier etwas an den Haaren herbeigezogen. Die Erklärung seiner Sinnkrise ist selbst mit seiner sehr stark ausgeprägten Fixierung auf Haruka als Rivale kaum nachvollziehbar, die Lösung seines Konflikts steht im massiven Kontrast zu seinem Auftreten und seiner bisherigen Motivation. Diese Logiklücken werden umso gravierender, als das zweite Turnier im Rahmen dieser Geschichte in den Hintergrund tritt, was dem Wettkampfcharakter schadet und der Atmosphäre eines Sportanime abträglich ist.

 

Die Inszenierung des emotionalen Höhepunkts wartet aber wieder mit einigen guten Bildern und Einfällen auf, was die Mankos aus der Erzählung jedoch nicht wett machen kann und je nach Geschmack etwas zu melodramatisch wirkt, da man in diesen Szenen die volle Palette der Stilmittel, auch des Fanservice, auffährt, was für einen Sportanime eher ungewöhnlich ist.


Start.jpg


Wir hatten bereits in der Review der ersten Volume angedeutet, wie das Zustandekommen von Free! als Serie von einem kurzen Werbeclip hin zu einer Serie die Erwartungshaltung beim Zuschauer formt, weil die Begeisterung in Form von Fanfiction einer zumeist weiblichen Anhängerschaft viele männliche Animefans ein Urteil fallen lässt.

 

In gewisser Weise gibt die Geschichte in der zweiten Volume den Kritikern recht, weil das Drama die Wettkampfgeschichte deutlich in den Hintergrund verdrängt. Jedoch ist die angezielte Botschaft der Kameradschaft und der gemeinsamen Leidenschaft für das Schwimmen ein gutes Ende. Ja, wenn der Weg hin zu dieser Botschaft nachvollziehbarer wäre, was es leider nicht ist und die Botschaft für den Reviewer drastisch an Strahlkraft verliert.


Zweifeln.jpg


Die bereits erwähnten Fanservice-Shots für die weiblichen Animefans kann man sich gewöhnen, einfach weil seit Free! einige andere Sportserien sich diesen Mittels bedienen, wenn auch meist weniger explizit. Und im Rahmen des Schwimmens ist das Auge für Detail, der Muskeln und der Bewegungen im Wasser nur zu begrüßen, da es wohl das Beste ist was man für diese Sportart je animiert hat.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Charaktere nun deutlich mehr Hintergrund, vor allem aus der Kindheit, bekommen, Entwicklungen durchmachen dürfen und die Turniere die Spannung erhöhen. Nur die fehlende Nachvollziehbarkeit der Charakterentwicklung machen den guten Eindruck etwas zu Nichte.



 

Die zweite Volume der Blu-Ray Fassung von Free! kommt mit folgenden technischen Spezifikationen:


  •     Format: 16:9 – 1.77:1

  •     Ton: Deutsch und Japanisch (DTS-HD 2.0)    

  •     Untertitel: Deutsch

 

Die Arbeit von Kyoto Animation ist unter Animefans wohl bekannt. Obwohl man nahezu ausschließlich Slice of Life-Serien produziert, ist die Animationsqualität herausragend. In einem Sportanime ist die Qualität der Bewegungen deutlich wichtiger als die Hintergründe, verkaufen sie doch die Sportart und müssen genügend Realismus versprühen, um Spannung aufkommen zu lassen. Schon in der Review zur ersten Volume haben wir die Animation gelobt und man muss dieses Lob sogar noch steigern, da sich insbesondere im finalen Turnier die Qualität der Animation nochmal gesteigert hat. Die Schwimmbewegunen sind herausragend flüssig und das Wasser wirkt äußerst realistisch, da will man als Zuschauer zum Handtuch greifen.

 

Die Hintergründe sind - wie man von vom Studio gewohnt ist - von guter Qualität und punktuell sehr schön anzuschauen. Die Farbpalette ist weiterhin sommerlich und mit vielen kräftigen Farben bestückt, so dass der Anime einen leichtfüßigen Touch bekommt.

 

Schwimmen2.jpg


Das Opening „Rage On“, ein Song von der japanischen Rockband Oldcodex, die bereits das Opening für God Eater und das Ending für Kuroko no Baske intoniert haben. Der Sänger der Band, Tatsuhisa Suzuki ist gleichzeitig auch der japanische Sprecher für Makoto. Die Funktion eines jeden Opening eines Sportanimes ist ja, den Zuschauer emotional zu pushen, einen erwartungsfreudig auf die anstehende Action zu machen. Und der Song Rage On ist mit seinen rockigen Klängen ist auf jeden Fall dazu geeignet. Insbesondere in den ersten Sekunden, wenn wir auf die hoffnungsfroh schauenden und sich wegen des blauen Hintergrundes scheinbar im Wasser befindlichen Charaktere in ihrer Kindheit schauen, gibt es ein paar gewaltige Songzeilen garniert mit ein paar epischen Riffs. Das ganze wird langsamer, wenn wir auf eine Art Porträts der Teenager umschwenken. Diese Porträts bestehen aus Standbildern aus Alltagsszenen.


Nachdem der Cast, abgesehen von Rin, vorgestellt wurde, wird die Rivalität zwischen Ihnen dadurch symbolisiert, dass Sie in entgegen gesetzten Richtungen blickend dargestellt werden, was im Kontrast zu ihrer Zeit als Kinder steht, als Sie sich angeblickt haben. Unterstrichen wird ihre Beziehung durch den deutlich raueren Gesang. Die jeweils anderen dramatischen Schicksale werden in geradezu vorbeifliegenden Bildern angedeutet. Der Rest des Openings zeigt Szenen eines Wettkampfs und den einsam auf einer Plattform stehenden Rin, was seine Isolation von der Gruppe seiner ehemaligen Freunde mitteilt.


Schwimmen.jpg


Das Ending, untermalt vom Soundtrack „Splash Free“, ist ein eher elektronisch angehauchtes Lied, was von den 5 japanischen Sprechern der männlichen Hauptcharaktere gesungen wird. Der Song kommt daher wie in typischer Sommerhit und passt somit zu den visuellen Eindrücken, wie Haruka in der Wüste herumirrt. Die anderen Mitglieder des Iwatobi Schwimmklubs folgen ihm zwar nicht auf den Trip durch die Wüste, können aber ihm alle kein Wasser anbieten. Nur sein ärgster Rivale Rin scheint unbegrenzt über Wasser zu verfügen. Unterbrochen wird das ganze von einer Disko-Szene, wo unsere Clique eine Menge Spaß beim tanzen hat. Am Ende findet Haruka auch eine Oase in der Wüste, in der seine Freunde und Rin bereits schwimmen.

 

 

Peppermint hat mit der ersten Volume bereits gezeigt, dass der Cast an Sprechern sehr gut auf die Charaktere abgestimmt wurde. Nun müssen die Sprecher mit den immer größer werdenden Emotionen und auch ihre schauspielerischen Qualitäten unter Beweis stellen, was ihnen glücklicherweise sehr gut gelingt. Die dramatischen Momente sind aber besonders schwierig zu intonieren, auch weil der deutsche Animefan sich meist schon an das japanische Overacting gewöhnt hat. Die Sprecher treffen an sich diese Eigenheit sehr gut und verleihen den emotionalen Ausbrüchen die nötige Wucht. Nur Asad Schwarz als Sprecher von Makoto hat auch rollenbedingt eine etwas zu ruhige Sprechweise. Das kann aber auch an der Entscheidung liegen, den Charakter als klassischer Senpai mit väterlichen Zügen anzulegen. Etwas störend ist auch die Verwendung der Endung -lein von Nagisa, die den japanischen Suffix -chan ersetzt, was die kindliche Art ausdrücken soll, aber in den dramatischen Momenten etwas unpassend wirkt.


HaruxRin.jpg


Die Untertitel werden von peppermint in weiß eingeblendet. Die schwarze Umrandung hilft bei den kräftigen Farben bei der Lesbarkeit, so dass hier keine große Probleme auftreten sollten. Die Übersetzung der Untertitel unterscheidet sich nur marginal von der der Synchronisierung, so werden wieder japanische Suffixe wie -chan verwendet und hin und wieder Begriffe wie Senpai eingestreut.

 

Eine eigentlich für die Einblendung nur geringfügig geänderte Übersetzung weist jedoch zwei Fehler auf, einmal sind zwei Wörter zusammen geschrieben und einmal ein Wort falsch geschrieben. Außerdem ist einmal eine Frage zu Gunsten des Episodentitels nicht eingeblendet worden, was ein wenig irriterend ist, da diese Frage zwar nur wiederholt wurde, zwischen Frage und Antwort jedoch das Opening liegt. Diese kleinen Fehler mindern den Gesamteindruck leider etwas, auch wenn diese Einschätzung aus einer großen Pedanterie entspringt.

 

 

Wie schon die erste Volume wartet die zweite mit einer hochwertigen Papphülle auf, in der Makoto mit einem Relief aus Wassertropfen abgebildet ist. Dazu kommt ein Schuber, der mit seiner blauen Farbe, Durchsichtigkeit und aufgemaltem Wasser einen netten Effekt beim einfügen der Blu-Ray Hülle erzeugt.

 

Dazu kommt ein großes Paket an Extras, ein Aufnäher des Schwimmklubs, zwei Hochglanzbilder im Postkartenformat und ein doppelseitiges etwas größeres Bild. Die Postkarten sind zwar etwas zu dünn für das Versenden geraten, aber wer nutzt Animepostkarten schon auf diese klassische Weise? Auf der Scheibe selbst ist dazu noch eine kleine Reihe an Kurzfilmen, das Ending ohne Texteinblendungen und ein paar Trailer gebrannt.


Konfrontation.jpg


Peppermint ruft für die zweite Volume einen Preis von 46,99 Euro auf, was angesichts des nochmal gesteigerten Umfangs der Extras bei gleichem Preis der ersten Volume ein guter Deal ist.

 

 

+die Charaktere werden nun näher beleuchtet und entwickeln sich

+tolle Animation des Schwimmens

+einige gute Comedy

-Fanservice, der in einigen emotionalen Szenen störend wirkt

-keine schlüssige Erklärung für die Entwicklung von Rin



Die Polarisierung, die sich um Free! entwickelt hat, bekommt in dieser Volume nun neue Nahrung. Fans werden sich an der tollen Animation der Schwimmer ergötzen und mit dem Drama mitfiebern, Gegner werden sich über den fehlenden Fokus auf den Sport und wegen des Fanservice aufregen. Für den geneigten Zuschauer, stört aber am meisten die fehlende Logik um die Charakterentwicklung von Rin. Das mindert den guten Eindruck, sollte aber Fans der ersten Volume nicht abhalten auch diese tolle Veröffentlichung von peppermint zu kaufen, denn die Comedy-Elemente und das Schwimmen machen Spaß, erst Recht im deutschen Sommer!

 

Free! Vol. 2 kann bei Amazon bestellen oder auch bei uns im Katalog schauen.

 

© Ohji Kouji / Kyoto Animation / Iwatobi School Swimming Club

 

Sämtliche Aussagen dieser Rezension reflektieren lediglich die Meinung des Autoren und nicht die von Crunchyroll und seiner Partner.

 

- Reziprok

Andere Topnews

1 Kommentar
Sortieren nach:
Hime-Banner

Teste die NEUE Crunchyroll BETA

Jetzt ausprobieren