Blu-ray Review: Assassination Classroom Part 1 (Live Action) + Gewinnspiel

Der beste Film über ein unterrichtendes Tentakelmonster seit Class of Cthulhu

Heute in Animekunde wollen wir über ein recht spezielles Thema sprechen: Die Live-Action-Adaption. Viele erfolgreiche Mangas werden nicht nur als Anime umgesetzt, manchmal wird den Charakteren auch durch echte Schauspielern Leben eingehaucht.


Nachdem wir bereits die Anime-Adaption von Assassination Classroom ein wenig unter die Lupe genommen haben, wollen wir zum Start des neuen Schuljahres überprüfen, wie sich die Live Action-Verfilmung macht.

 

 

Ein seltsames Tentakelwesen hat einen Großteil des Mondes zerstört und droht nun die Erde zu vernichten. Sämtliche Bemühungen, das Wesen zu töten, sind gescheitert, doch es gibt der Menschheit eine Chance. Es möchte die Problemklasse der Kunugigaoka-Schule, die 3-E, auch bekannt als End-Klasse, unterrichten. Diese Schüler haben dann ein Jahr die Gelegenheit ihn aus nächster Nähe umzubringen. Allerdings scheint dies nicht nur unmöglich, das Wesen, welches die Schüler Koro-Sensei getauft haben, ist zudem auch der beste Lehrer den man sich vorstellen kann…



Der Inhalt des Assassination Classroom-Films deckt sich relativ genau mit dem Inhalt der ersten Staffel des Animes. Es wurde einiges gekürzt und einiger Ereignisse wurden komplett weggelassen, was natürlich selbstverständlich ist. Man kann nicht erwarten, dass ein 110 Minuten Film den kompletten Inhalt von 22 20-Minuten-Episoden unterbringen kann. Die Frage ist, ob nun ein Film zustande gekommen ist, der alleine stehen kann oder nur von Fans verstanden werden kann, die bereits mit den Ausgangsmaterial vertraut sind?



Nun ist die Assassination Classroom-Serie von vornherein bereits sehr episodisch aufgebaut. Dadurch stört es eigentlich kaum, wenn einige Ereignisse übersprungen werden, außerdem wurden einige Elemente kombiniert, um Zeit zu sparen. So müssen sich die Schüler nur einmal mit Prüfungen auseinandersetzen, wo dies im Anime noch zwei kleinere Arcs waren. Die Umstände beider Prüfungswochen des Ausgangsmaterial werden in diesen Fall kombiniert, wobei allerdings die Rivalität mit der Vorzeigeklasse der Schule außen vor gelassen wird.



Der Film schafft es so, eine relativ natürlich wirkende Narrative aufzubauen. Man hat nicht wirklich das Gefühl, dass irgendetwas fehlt. Es sei aber erwähnt, dass viele Szenen nicht direkt die Handlung vorantreiben, was auch der Vorlage geschuldet ist. Doch stört es kaum, da es schließlich darum geht wie Koro-Sensei eine Beziehung zur Klasse aufbaut. Dies ist nicht anders als bei anderen Filmen, wo es um eine Klasse und ihren außergewöhnlichen Lehrer geht. Es mag nicht sonderlich tiefgründig sein, doch dafür unterhält es wunderbar.



Das, was bei der filmischen Umsetzung jedoch etwas auf der Strecke bleibt, ist der Tiefgang der einzelnen Charaktere. Doch wer bereits unsere Reviews zum Anime gelesen hat, weiß das es bereits  dort ein großer Kritikpunk dort war. Die Charaktere sind größtenteils flach und man lernt nur wenig über sie. In diesen Fall sind auch die Lehrer davon betroffen. Wo Karasuma und Irina Jelavic wesentlich besser als die Schüler im Anime davonkamen, sind ihre Rollen in diesem Film eher minimal, gerade Irina könnte man eigentlich ohne Verlust aus diesen Film rausschneiden, ohne dass es wirklich auffallen würde. Aber tatsächlich fällt der fehlende Charaktertiefgang hier weniger auf als beim Anime.



Dadurch, dass man an einen Film mit einer Laufzeit von knapp unter 2 Stunden andere Erwartungen stellt als an eine komplette Animestaffel, fällt es wesentlich weniger ins Gewicht. Es fällt wesentlich leichter die Klasse als eine Einheit zu betrachten, da man wesentlich weniger Zeit mit ihnen verbringt. Der Anime hat das Problem, dass er stellenweise Charaktere ins Rampenlicht stellt, diese aber nicht vernünftig ausgebaut werden. Dies ist hier weniger das Problem, nur Karma stiehlt wie in der Vorlage ein wenig die Show.  



Die E-Klasse verreist auch ungleich der Vorlage nicht, die gesamte Handlung spielt von daher an der Schule und der umliegenden Landschaft. Dies ändert grade für den Höhepunkt, welcher eigentlich auf einer Urlaubsinsel stattfinden sollte, ein wenig die Situation. Doch wurde alles passend umgesetzt. Statt den Ausflug bei Kyoto haben die Schüler einfach im Schulgebäude übernachtet und zusammen gelernt. Diese Änderungen haben sich natürlich angefühlt.



Die Comedy ist ebenfalls gelungen. Die meisten Witze wurden der Vorlage entnommen, doch stellenweise wurden auch mit ein paar extra Witzen nachgewürzt und die meisten von diesen treffen voll ins Schwarze. Sie passen zumeist auch zu den Charakteren, wodurch deutlich wird, dass man sich zur Genüge mit der Vorlage auseinandergesetzt hat. Zudem liegt einfach eine gewisse Komik darin, echte Menschen mit Koro-Sensei interagieren zu sehen.



Bei der ersten Live Action-Verfilmung von Assassination Classroom handelt es sich um eine gelungene Adaption, welche es schafft die wichtigsten Elemente der Serie heraus zu filtern. Sie bietet nichts wirklich Neues, doch ist recht unterhaltsam, selbst wenn man die Vorlage nicht kennt.

 

 

Nun die Animationsqualität wirkt überraschend lebensecht…ach ja, Live-Action. Nun, das Set ist eine sehr genaue Nachbildung des Schulgebäudes, in welchem die E-Klasse unterrichtet wird. Dies alleine ist schon ein großer Pluspunkt. Die Charaktere sind im Großen und Ganzen gut besetzt, wobei man nicht verzweifelt versucht hat den Look des Animes zu imitieren, lediglich Karmas Haare wurde rot getönt. Dadurch wirkt die E-Klasse wie eine glaubhafte Ansammlung von Schülern.



Man könnte natürlich kritisieren, warum Irina ebenfalls von einer japanischen Schauspielerin gespielt wird, wo sie doch eigentlich aus Osteuropa kommt. Aber dies ist eine Diskussion, die man über jeden zweiten japanischen Live Action-Film führen könnte.



Koro-Sensei wiederum wirkt wie ein großes Spielzeug aus Gummi, doch irgendwo glaubt man, dass er wirklich da ist. Zudem ist es eindeutig zugunsten des Charakters, dass er nicht zu echt aussieht. Ein realistischer Koro-Sensei würde vermutlich wie ein absolutes Monstrum aussehen. Der cartoonische Look der Vorlage wird von daher beibehalten, doch wirkt es irgendwie befremdlich, dass sich Koro-Senseis Mund beim Sprechen teilweise bewegt, wo er es im Anime fast immer beim Lächeln belässt.



Das japanische Overacting an einigen Stellen macht es indes schwer, die ein oder andere ernste Szene auch wirklich ernst zu nehmen, doch dies ist ein Problem was viele westliche Zuschauer bei asiatischen Produktionen haben. Das einzige wirkliche Problem dieses Films ist eigentlich, dass die Kameraführung etwas wackelig ist. Man hat stellenweise das Gefühl, dass einige Szenen von einem unruhigen Kameramann aufgenommen wurde. Vielleicht spricht da nur das von Hollywood verwöhnte Auge, doch ist dies dennoch negativ aufgefallen.

 

 

Auch wenn dieser Film von MFA+ und nicht von peppermint rausgegeben wurde, wurde ein Großteil des Anime-Casts übernommen. Vor alledem Claus-Peter Damitz hat sich inzwischen einfach als der deutsche Koro-Sensei etabliert, so war es erfreulich ihn auch wieder in diesen Film zu hören. Einige Charaktere wurden allerdings auch neubesetzt. Am auffälligsten sollte es wohl bei Nagisa sein, welcher nun von Felix Mayer anstelle von Claudia Schmidt gesprochen wird. Diese Änderung ist aber verständlich, so wäre eine Frauenstimme alles andere als passend für den männlichen Darsteller, wo es in animierte Form noch mit Nagisas jugendlichen Aussehen harmonierte. Anders ausgedrückt, man hat einige Sprecher nur ausgetauscht, weil sie zu den Schauspielern nicht wirklich gepasst hätten, wodurch eine qualitative Vertonung zustande gekommen ist.



Die Lippenbewegungen sind zudem recht gut getroffen worden und es wirkt nicht wirklich asynchron. Das hatte zwar einige Änderungen im Dialog zufolge, doch ist er immer noch sinngemäß. Zudem kann man immer noch die Untertitel für eine genaue Übersetzung einschalten. Alles in allem wurde sich bei der Lokalisierung eine Menge Mühe gegeben.

 

  • Adaption: 1 - Der Film schafft es überraschend gut den Inhalt der ersten Staffel zu komprimieren
  • Cast: 2- - Die Schauspieler sind soweit gut besetzt, ein paar einzelne Szenen leiden ein wenig unter Overacting, aber insgesamt eine gute Leistung
  • Special Effects: 2- - nicht unbedingt überragend, doch Koro-Sensei sieht aus, wie Koro-Sensei aussehen muss
  • Kameraführung: 3 - Die Kameraführung ist leider ein wenig wackelig. Es ist zwar nicht so schlimm, als dass es den Film ruinieren würde, doch eine ruhigere Hand wäre wünschenswert gewesen.
  • Lokalisierung: 2+ - Bekannte Sprecher des Animes und neue Sprecher bieten allesamt einige gute Leistung und die Übersetzung ist durchweg gelungen

 

Wer bereits den Anime gesehen oder den Manga gelesen hat, brauch sich technisch betrachtet nicht mit diesem Film aufzuhalten. Er bietet nichts Neues. Doch die Umsetzung ist durchaus gelungen. Wer einfach nochmal eine etwas andere Adaption der Serie sehen möchte oder Asia-Filme mag, wird garantiert an diesen Film Gefallen finden. Der Film kann auch genutzt werden um seinen Bekannten die Serie vorzustellen, da man keinerlei Vorkenntnisse braucht, um den Film zu genießen.

 

Sämtliche Aussagen dieser Rezension reflektieren lediglich die Meinung des Autoren und nicht die von Crunchyroll und seiner Partner.

 

©2015 Fuju Television Network, Shuisha, J Storm, Toho, Robot © YUSEI MATSUI SHUEISHA

 

Wer Interesse an den Film hat kann sich ihn hier auf DVD und Blu-ray bestellen.


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Nun, da die Sommerferien vorüber sind, müssen viele von euch wieder zur Schule. Doch keine Sorge, denn wir füllen zumindest einen Teil eures Stundenplans mit auf. Denn ihr habt nun die Gelegenheit, mithilfe einer der DVDs zum Film, selbst Unterricht von Koro-Sensei zu erhalten.


Wie ihr eine der silbernen Scheiben abstauebn könnt, erfahrt ihr im folgenden Facebookpost:

 

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