Gamescom 2016 Eindrücke

Sequels, Sequels und VR

Die Gamescom 2016 ist vorbei, doch wir waren vor Ort und wollen nun unsere Erfahrungen mit euch teilen. Wir haben so viel so möglich für euch an getestet und auch wenn die AniNite sowie die Vorbereitung zur Connichi dem ein wenig zeitlich im Weg standen, wollen wir euch nun mit leichter Verzögerung unsere Eindrücke schildern.

  

Kingdom Hearts 2.8 Final Chapter Prologue


 

Am Square Enix Stand hat uns neben Final Fantasy XV, welches wir leider nicht anspielen konnten, natürlich der nächste Kingdom Hearts-Teil am meisten interessiert. Auch wenn Kingdom Hearts 3 noch eine Weile auf sich warten lässt, bietet Final Chapter Prologue schließlich einen kleinen Vorgeschmack in Form von Kingdom Hearts 0.2: Birth by Sleep–A Fragmentary Passage, in welchen man sich als Aqua durch die Welt der Dunkelheit kämpfen muss. Die Gelegenheit, die Demo für dieses Spiel an zu testen, konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.   

 

Das Gameplay wirkt wie ein Hybrid aus Kingdom Hearts 2 und Birth by Sleep. So ist der KH2-Anteil eindeutig dominant, es werden keine Kommando Decks wie in den Handheldspielen verwendet. Stattdessen ist das Aktionsmenu wieder wie bei den PS2 Titeln aufgebaut. Der Birth by Sleep-Teil zeichnet sich durch die Rückkehr von Kommandostilen und der Fokusleiste aus. Bei Kommandostilen verändert sich Standardangriffe und sie können, wenn sie vollaufgeladen sind, einen mächtigen Abschlussangriff entfesseln. Die Fokusleiste füllt sich mit Standard Angriffen und erlaubt es ebenfalls einen mächtigen Angriff zu entfesseln.

 

Dadurch entsteht ein actionreiches Kampfsystem, welches die besten Elemente der Vorteile kombiniert. Auch die Zauber wurden ein wenig überarbeitet. Neben den beeindruckenden visuellen Effekten, hinterlässt Eisga beispielsweise Spuren aus Eis auf den Bode, über die der Spielercharakter zur schnelleren Fortbewegung rutschen kann.

 

Zwar ist die Demo leider nur recht kurz, doch der erste Eindruck ist super und macht Lust weiter zu spielen. Leider muss man sich dafür noch bis Dezember gedulden.

 

Sid Meier’s Civilization VI

 

Auf Civilization VI durften wir einen exklusiven Blick werfen. Eine Pressepräsentation, gefolgt von 30 Minuten antesten. Im Großen und Ganzen scheint es sich bei Civilization VI um eine aufpolierte Fassung des fünften Teils zu handeln. Es ist schließlich eine Fortsetzung eines sehr beliebten Spiels, von daher ist es auch nicht nötig das Rad gänzlich neu zu erfinden. Dennoch gibt es einige interessante Neuheiten. Zum einen wurde im Rahmen der Gamescom Friedrich Barbarossa als Anführer Deutschlands enthüllt.

 

 

Zum anderen wurden einige der neuen Mechaniken erläutert. So hat die Spielkarte dieses Mal einen großen Einfluss darauf, wie sich die eigene Fraktion entwickelt. Liegt die Hauptstadt des Spielers beispielsweise an einem Ozean, bekommt man einen Bonus auf Forschungen die mit der Seefahrt zu tun haben. Auch beim Erkunden der Karte können ähnliche Boni erhalten werden. Wenn man beispielsweise ein natürliches Wunder, wie einen berühmten See findet wird das eigene Volk quasi inspiriert.

 

Zudem spielt es nun auch mehr eine Rolle wo man seine Gebäude platziert. Je nach Untergrund und angrenzende Felder wirkt sich dies auf ihre Effizienz aus.  Dies spielt auch bei Großstädten eine Rolle, welche nun in mehrere Distrikte aufgeteilt sind. Je nachdem auf welches Feld man ein Distrikt setzt erhält man weitere Boni. Dadurch wird das Gameplay nochmal vielfältiger als es ohnehin schon war.

 

Es wird auch eine neue Siegesoption geben: Der religiöse Sieg. Sollten alle Fraktionen unter derselben Religion vereint werden, kann dies zu einem recht frühen Spielende führen. Zudem soll auch der kulturelle Sieg nun auch eine valide Option sein, wo er in früheren Spielen meist viel zu umständlich war. Dies alles sind exzellente Ideen für Neuerungen. Aber auch wenn wir beim Anspielen einen positiven Eindruck hatten, ist eine halbe Stunde bei dieser Art von Spielen leider viel zu wenig um sich wirklich ein Bild davon zu machen, wie sich diese Neuerungen auf ein langwieriges Strategiespiel auswirken.

 

Mafia III


2Ks größter Titel der Gamescom dürfte ohne Zweifel jedoch Mafia III gewesen. In Form einer kleinen Präsentation gab man uns Einblicke in eine der Attentatsmission des Spiels sowie einen kurzen Überblick über die Spielwelt von New Orleans.

 

Diese wird in 10 Distrikte gegliedert sein und Spielern Zugang u.a. zu verschiedenen sozialen Wohngebieten bieten, die durch stark voneinander abweichende Architektur auffallen. Diese ist angefüllt mit Missionen, welche in beeindruckender Optik (besonders zu loben sind hier die Charaktermodelle und deren Animationen) verschiedene Lösungsmöglichkeiten bieten.

 

In der uns gezeigten Mission schlich man sich zunächst heimlich in einen Bürokomplex ein (mittels teils sehr blutigen Schleichattacken), gegen Ende jedoch in ein Shootout mit den Leibwächtern des Ziels eskalierten.

 

Positiv aufgefallen sind hier vor allem das dynamische Nutzen der Umgebung während des Kämpfens (man kann über eine Motorhaube rutschen und in einer flüssigen Animation so einen Gegner angreifen) und kleine Gameplayeigenheiten wie das konstante Einblenden eines Rückspiegels am oberen Bildschirmrand. Dieses Feature dürfte vor allem bei Verfolgungsjagden sehr zugute kommen.

 

Bioshock Collection

 

Abschließend durften wir auch noch einen kurzen Blick auf die bald erscheinend Bioshock Collection werfen, sämtliche Teile der Reihe in einem Paket mitsamt ihren DLC vereint und die ertsen beiden Ableger auf Hochglanz poliert.

 

Bioshock 1 & 2 erhalten somit einen neuen Anstrich mit überarbeiteten Texturen, neuem Lighting sowie teils zusätzlichem Content (die ehemals konsolenexklusiven Challenge Maps von Teil 1 sind nun erstmals auf PC). Bei Infinite machte man sich jedoch weniger Arbeit und bietet hier "nur" eine Version, welcher der PC-Version auf maximalen Einstellungen entspricht (welche allerdings trotzdem entsprechend gut aussieht und dne remsterten Spielen in nichts nachsteht).

 

Sämtliche Spiele der Collection laufen mit konstanten 60 FPS, litten in der von uns getesteten PS4-Version aber noch an diversen Texturen Popins. Man betonte aber, dass es sich hier nicht um die Finalversion handelt und dies zum Release noch ausgebessert werde. Was man uns hingegen nicht bestätigen konnte, war eine eventuelle deutsche Nachvertonung der DLCs zu Infinite - diese erschienen nämlich anders als das Hauptspiel seinerzeit nur mit englischer Sprachausgabe.

 

Injustice 2

 

Auch eine kleine Präsentation zu NetherRealms neuesten DC-Fighter durften wir uns ansehen und selbst ein wenig spielen. Das Gameplay bleibt größtenteils unverändert zum ersten Teil, wer diesen mochte wird sich daher auch beim Neuen sofort zuhause fühlen. Doch wurden die Movesets der einzelnen Charaktere stark überarbeitet: So spielt sich Wonder Woman beispielsweise komplett anders als im ersten Teil und Harley Quinn kämpft nun zusammen mit 2 Hunden an ihrer Seite, welche im ersten nicht Teil ihres Movesets waren.

 

Die große Neuerung ist allerdings das Gear System. Mit jedem Kampf schaltet man neue Ausrüstungsgegenstände und auch neue Moves frei, mit denen man sich seinen eigenen Helden zusammenbauen kann. Möchte man lieber einen Batman, der schwerer Schaden austeilt, oder einen, der gut was einstecken kann? Über all dies soll der Spieler selber entscheiden können. Es wurden uns viele Freiheiten versprochen, es bleibt allerdings abzuwarten, wie linear das System letzten Endes ist.

 

Aber auch die Charaktere selbst wurden etwas mehr individualisiert. So tauschen alle Charaktere vor jedem Kampf ein paar Wörter aus, doch ungleich dem ersten Teil, änderst sich dieser kurze Dialog je nach Gegner. Dies ist eine willkommene Abwechslung. Im ersten Teil wurde es schnell nervig, dass jeder Kampf mit den selben Worten begann. Auch die verschiedenen Objekte der Kampfstage werden nun von jedem Charakter anders benutzt, so nutzt nun nicht jeder das im Hintergrund stehende Auto als improvisierten Knüppel.

 

Injustice 2 scheint ein gutes Upgrade gegenüber dem bereits gelungen ersten Spiel zu sein.  

 

Dragon Ball Xenoverse 2

 

Auch den lieben Kollegen von Bandai statteten wir einen Besuch ab und warfen einen Blick auf das neue Dragon Ball Xenoverse-Spiel, das bereits nächsten Monat erscheint. 

 

Dies bietet neben sequeltypischen Erweiterungen ("größer, länger, besser") einige substanzielle Neuerungen auf den Tisch: So kann man während des Kampfes nicht nur einer Gehirnwäsche unterzogen werden, welche einen gegen sein Schatten-Ich kämpfen lässt und den Verbündeten einen weiteren Gegner beschert, bis man "sich selbst" besiegt hat.

 

Ebenfalls interessant ist das Zeitreisesystem während der Kämpfe: Hier wird man in einen komplett separaten Kampf gegen einen anderen Gegen aus der Dragon Ball-Timeline befördert, welchen man besiegen muss bevor man zum eigentlichen Gegner zurückkkehren kann. Beides sind somit interessante Neuerungen, die nicht nur für Xenoverse, sondern das komplette Fighting-Genre neuartig sind.

 

Lobenswert ist vor allem der Ansatz der Entwickler, über eine eigene Webseite das Feedback der Fans zu sammeln, um das Spiel künftig noch weiter deren Wünschen anzupassen. Weitere Infos hierzu findet ihr in unserem Interview mit dem Produzenten des Spiels.

 

Playstation VR:

 

Auch einen Blick auf Sonys Virtual Reality Brille konnten wir werfen. Gleich 3 Demos haben wir an getestet. Until Dawn: Rush of Blood, The London Heist und Here they Lie hießen die drei Titel.

 

 

Bei The London Heist findet man sich auf einem Beifahrersitz auf einer Autobahn wieder. Es kommt zu einer Verfolgungsjagd und man muss die Verfolger mit der zur Verfügung gestellten Handfeuerwaffe abschießen. In anderen Worten: Es ist ein Rail Shooter. Dies ist jedoch nicht schlechtes, da man sich stellenweise wirklich so fühlt als würde man in einem Auto sitzen. Man kann aus den Fenstern gucken, sogar die Tür oder das Handschuhfach vor einen aufmachen und nachladen tut man indem man die Magazine manuell in die Pistole steckt. Natürlich sind Bewegungen eher vereinfacht, so muss man beispielsweise auch nicht das leere Magazin vorher entfernen, doch fühlt man sich wirklich ins Geschehen versetzt.

 

 

Here They Lie andererseits nutzt den normalen PS4-Controller und nicht Playstation Move. Hierbei handelt es sich um einen Horror-Titel und es wird diesen Spiel durchaus gerecht. Man erkundet einen dunklen Kanal, man sieht Dinge im Augenwinkel, um die Ecke gehen oder hört seltsame Geräusche. Doch sobald man die Sache überprüft, ist nichts da bis es am Ende der Demo zu einen Jump Scare kam. Doch die ganze Zeit fühlt man sich nervös, man erwartet dass etwas kommt, doch es kommt einfach nicht. Allerdings fühlte ich mich nicht so sehr im Geschehen wie bei den anderen Titeln, da man den vertrauten PS4 Controlelr in der Hand hatte. Mehrere Male habe ich vergeblich versucht, mich mit den R-Stick umzusehen, anstelle einfach den Kopf zu drehen.

 

Das dritte Spiel, Until Dawn: Rush of Blood, ist wie eine Kombination aus den anderen beiden Titeln. Ein On-Rail-Shooter mit Horror-Elementen. Hier bekommt man gleich eine Waffe in jeder Hand zu Verfügung gestellt und nachladen geschieht auf Knopfdruck. Allerdings muss man auch schnell sein, denn neben einer Fahrt in einer wirklich verstörenden Geisterbahn erwarten einen auch Jump-Scares die einen versuchen umzubringen. Die ganze Demo lang ist man auf 180 und man fühlt sich selbst in den ruhigen Momenten nicht wirklich sicher.

 

Alle drei Demos haben einen wirklichen guten Eindruck hinterlassen. Hardwaretechnisch wirken ein paar Sachen etwas unscharf und flackern ein bisschen, es ist von daher nicht unbedingt überraschend wenn manch einer von diesen Spielen Kopfschmerzen bekommt, doch vergisst man dies schnell. Gerade mit Playstation Move Controllern fühlt man sich im Geschehen wie bei kaum einem anderen Spiel und auch die Steuerung fühlt sich überraschen präzise an. Rail-Shooter sind geradezu für VR gemacht, da man sich über die Bewegung keine Gedanken machen muss, doch besonders Horrorspiele profitieren von der neuen Technologie.

 

The Last Guardian

 

Zum Schluss durften wir außerdem einen Blick auf einen der wohl längsterwarteten PS4-Titel werfen: Das bereits für die PS3 angekündigte The Last Guardian. Uns wurde hier die Möglichkeit gegeben die ersten 45 Minuten einer Prä-E3-Fassung anzuspielen und somit den kompletten Prolog des Spiels zu erleben.

 

Am auffälligsten dürfte hier sofort die Rückkehr eines "alten Freundes" sein - des R1-Buttons. Wie schon bei ICO und Shadow of the Colossus hat man auch hier eine enge Bindung zu dieser Taste, da sie zum Greifen, Hangeln und Tragen von Gegenständen genutzt wird. 

 

Doch auch zu Trico, dem titelgebenen Guardian, baut man schnell eine enge Bindung auf - die Demo beginnt damit, dass man ihn von seinen Ketten befreit und mittels Futter langsam sein Vertrauen gewinnt und sich so mit ihm anfreundet. Schließlich darf man auch auf ihm reiten (hat aber nie eigene Kontrolle) und anweisen, wo er mit seinem Schwanz zerstörerische Blitze hinfeuern soll.

 

Positiv fällt hier vor allem die nahezu lebensechte Animation von Trico auf. Er scharrt, pickt, schnüffelt und verhält sich sogar scheu in der Nähe von Wasser. Es ist schier unglaublich, weiviel Charakter allein zu Beginn des Spiels nur über solche Kleinigkeiten vermittelt wird, selbst wenn man dem Titel seine lange Entwicklungszeit doch anmerkt (vor allem Texturen wirken teils arg verwaschen). 

 

Es wird sich zeigen, ob The Last Guardian an das Erbe seiner Vorgänger anschließen kann oder wie Duke Nukem Forever an der langen Entwicklungszeit zugrunde gehen wird. Das Potenzial, die "Team Ico-Trilogie" würdig abzushcließen, ist jedoch auf jeden Fall vorhanden.

 

Und somit schließen wir unsere Eindrücke zur gamescom 2016. Wir hatten viel Spaß vor Ort, freuen uns, dass wir einige von euch dort treffen durften und hoffen, nächstes Jahr wieder dabei sein zu dürfen - dann auch mit einer ausführlicheren Berichterstattung, die nicht von anderen Cons verzögert wird. Wir verabschieden uns und bereiten dann mal weiter unsere Überraschungen für die Connichi vor.

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