Ersteindruck: Nanbaka

Eine japanische Knastkomödie

Eine von Wellen umtoste Insel in der Nacht. Ein riesiges,vor dunklen Mauern strotzendes Gebäude ragt trutzig empor, als wollte es die Wellen lächerlich machen. Dies ist Nanba, das Gefängnis, welches selbst Alcatraz in den Schatten stellt. Japan hat enorme Mittel darin investiert, ein absolut ausbruchsicheres Gefängnis zu erschaffen, was mit Hilfe verschiedener hochqualifizierter Wärter und Fallen erreicht wurde. Oder etwa doch nicht?



Satelight Inc. ist ein in Tokio beheimatetes Anime-Studio, das seit 1995 Serien produziert. Obwohl vielen Animefans der Name wohl unbekannt sein dürfte, hat das Studio einige gute Serien produziert, so war es verantwortlich für Log Horizon, Macross Frontier und Hellsing Ultimate I-IV. Nanbaka basiert auf einem Webmanga aus der Feder von Sho Futamata, dessen Werk später in drei Bänden gedruckt vom Futabasha Verlag vertrieben wurde. Regie bei der Anime-Umsetzung des Manga führt Shinji Takamatsu, welcher bereits mit einer von ihm produzierten Serie auf Crunchyroll präsent ist, und zwar durch Cute High Earth Defense Club LOVE!


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Im Nanba 4 sitzen die berüchtigsten Ausbrecher der Menschheit ein. Juugo, mit der Gefangenennummer 15, ein Meister des Öffnens von Schlössern und Türen. Der Gefangene mit der Nummer 11, Uno, hat ein untrügliches Bauchgefühl und ein kleines Wettproblem. Dazu kommt der feminine Nico mit der Nummer 25, welcher mit seiner kindlichen Begeisterung alle in seiner Umgebung mitreißt, unter anderem auch weil er sich kaum einer gefahr bewusst ist, schließlich ist er völlig resistent gegenüber Drogen und Giften. Und zu guter Letzt noch Rock, die Nummer 69 mit einem geradezu ungesunden Appetit und einer enormen Körperstärke.

 

Diese Bande an gefährlichen Ausbrechern wird aber nicht von einer Truppe von Taugenichtsen bewacht. So ist der Chefwärter Hajime eine furchteinflößende Gestalt, die mittels eines Blickes aus seinem vernarbtem Gesicht schon harte Kerle zur Arbeit zwingen kann. Dazu kommt der Trainings besessene Yamato Godai und der gut kalkulierende Seitarou Tanabata. Chefin des Gefängnis ist Momoko Hyakushiki, eine herrische Lady.


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Die erste Folge von Nanbaka wartet mit einer ganzen Palette skurriler Einfälle auf - inklusive einer Unmenge von Fallen, welche auf unser Quartett wartet. Von sich bewegenden Wänden und Betäubungsmitteln bis hin zu einem Labyrinth. Trotz dieser Gefahren, kommt aber nicht wirklich Spannung auf. So wird doch durch das humorige Auftreten unserer Ausbrecher angedeutet, dass die Gefahr eher marginal ist. Die fehlende Spannung wird jedoch durch ein Interesse wie das verrückte Quartett sich aus den unterschiedlichen Fallen befreit ausgeglichen, was in zumeist für einen Lacher gut ist. Außerdem unterhält die Skurrilität der Charaktere ungemein, die zudem von einem guten Mix von Sprechern intoniert werden.


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In der zweiten Hälfte der Episode wird aber ein ganz anderer Rhythmus angeschlagen. Denn die Ausbruchsaction wird unterbrochen von einigen Storys, welche die Hintergrundgeschichten einiger Charaktere beleuchten. Dadurch wirkt die Folge etwas seltsam zusammen gestrickt und ist vom Erzähltempo nicht ganz rund.

 

Die Animationsqualität kann sich für eine Comedy-Serie sehen lassen. Auffällig ist natürlich das grundsätzliche Design, wo insbesondere unsere Gefängnisinsassen mit grellen neonfarben, durchaus mehreren unterschiedlichen in ihrer Haarpracht ins Auge stechen. Dieser Effekt wird durch die Umgebung verstärkt - Die grauen Mauern von Nanba, welche die vergleichsweise simpel gezeichneten Hintergründen ausmacht. Die Kleidung selbst ist eine irre Mischung aus amerikanischen orangefarbenen Gefängnis Uniformen und klassischem schwarz-weißen Streifenmuster. Die Wärter hingegen tragen exaltierte Uniformen, die an überdrehte Militäruniformen erinnern. Aber auch die Wärter warten mit bisweilen dominanten Haarschöpfen auf, wenn auch nicht in so vielen unterschiedlichen Farben leuchtend. Nach der ganzen Action, die passabel animiert und choreografiert ist, lässt die Serie es etwas ruhiger angehen, was jedoch auch in Gesprächssituationen durch viele Perspektivwechseln der Kamera überspielt wird.


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Wer Interesse an einer durchgeknallten Serie hat, muss diese Season nicht weiter suchen. Die Comedy-Einlagen von Nanbaka laden aber mehr zum Schmunzeln ein, als wirklich Lachanfälle aus zu lösen. Dazu kommt ein sehr unerschlossenes Pacing, was nicht jedem Zuschauer gefallen dürfte. Dieses Pacing ist aber dadurch zustande gekommen, dass es für einen Comedy-Anime eine ungeheure Menge an Action gibt. Wer über die kleinen Schwächen der Serie hinweg blicken kann,wird eine Menge Spaß mit Nanbaka haben.

 

Nanbaka könnt ihr natürlich hier auf Crunchyroll schauen.

 

Sämtliche Aussagen dieser Rezension reflektieren lediglich die Meinung des Autoren und nicht die von Crunchyroll und seiner Partner.


-Reziprok

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