PS4-Review: Mafia III

Tu es für die Familie -oder Rache... Rache klingt gut.

Es ist soweit: Der lang erwartete dritte Teil der Mafia-Reihe ist endlich erschienen. Doch wird das Spiel den Erwartungen der Fans und dem Hype gerecht oder ist es eine einzige Enttäuschung? Eines steht doch fest: Uns erwarten die 60er und viele Waffen.


 

Nach Jahren des Kampfes in Vietnam kennt Lincoln Clay die Wahrheit: Familie ist nicht das, wo man hineingeboren wird, sondern wofür man stirbt. Wieder zu Hause in New Bordeaux will Lincoln seiner kriminellen Vergangenheit entfliehen. Doch als seine Ersatzfamilie, die schwarzen Gangster, von der italienischen Mafia verraten und ausgelöscht wird, gründet Lincoln auf der Asche der Vergangenheit eine neue Familie und schlägt eine Schneise der Rache und Vergeltung durch die Reihen der Verantwortlichen.

 

Lincoln Clay

 

Lincoln ist der Sohn eines gemischtrassigen Pärchens und der Protagonist des Spiels. Er wuchs als Vollwaise auf, bis er in einer lokalen Gang eine neue Familie fand. Später trat er dem US-Militär bei und kämpfte im Vietnamkrieg, von welchen er auch heil zurückkehrte. Als die italienische Mafia seine neue Familie abschlachtet, bricht für ihn die Welt zusammen und er schwört Rache.

 

Vito Scaletta

 

Veteranen der Serie wird dieser Name bekannt vorkommen: Vito war immerhin der Hauptprotagonist von Mafia II. Er wurde von Marcano in seine Reihen aufgenommen und ihm wurde ein kleines Gebiet unterstellt. Jedoch erkennt er sich selbst in Lincoln wieder und tut sich unter anderem deshalb mit ihm zusammen.

 

Cassandra


Cassandra ist die Anführerin der haitianischen Gang in New Bordeaux. Ihrer Meinung nach ist Sal Marcano für das Rassenproblem der Stadt verantwortlich und sie will ihn deshalb tot sehen. Um dies zu erreichen, unterstützt sie Lincoln.

 

Sal Marcano

 

Don Sal Marcano ist der Antagonist des Spiels und der Anführer der Italienischen Mafia. Er erfüllt das Klischee eines bösen Mafiosi perfekt und ist das Ziel von Lincolns Rache.

 

Die Geschichte von Mafia 3 wird auf eine sehr interessante Art erzählt. Anscheinend werden so gut wie alle Gefährten von Lincoln verhört oder interviewt und im Laufe dieser Gespräche geben diese die Handlung wieder. Dadurch erfährt man viel über die Motivation der Verhörten und ihre Meinung zu Lincoln. Leider laufen die Missionen immer gleich ab: Ziel aussuchen → Laden des Ziels manipulieren → Ziel anlocken → Ziel töten → wiederholen.

 

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Außerdem ist Mafia 3 ein brutales Spiel. Man erhängt Leute, sticht ihnen mit einem Messer in den Hals und mehr. Aber die Morde sind nicht alles. Genauso brutal wurde die damalige Rassenfeindlichkeit dargestellt. Schwarze werden diskriminiert, rassistische Beschimpfungen hört man am laufenden Band und Leute ziehen ihre Taschen weg, wenn man an ihnen vorbei geht. Aber durch genau solche Sachen wirkt die Welt wie die 60er. Die Atmosphäre im Spiel ist schlichtweg beeindruckend.

  

Auch wenn Lincolns Rachefeldzug eine 0815-Geschichte ist, wird sie durch die Erzählweise und die vielen kleinen Details interessanter. Leider reichen diese Details nicht, um einen Spieler an die Story zu fesseln. Irgendwann wird es einfach langweilig, immer nur eine Person zu jagen um nach getaner Tat den nächsten zu töten.. Es ist einfach zu eintönig.

 

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Betrachtet man das Gameplay von Mafia 3, erkennt man ganz klar die Einflüsse von GTA. Man hat eine offene Welt, Fahrzeuge zum Klauen und natürlich Waffen. Dazu kommt eine kleine Schar an Verbündeten. Im Laufe der Geschichte erhält Lincoln Zugriff zu einem Waffenhändler auf Abruf, kleinere Truppen, Telefonabhörgeräte oder kappt Gebäude vom Netz. Die Steuerung bleibt dabei permanent leicht zu verstehen.

 

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Schade ist, dass die KI kurz gesagt einfach nur dumm ist. Entweder laufen sie gegen eine Wand oder sehen den Spieler nicht, obwohl er neben ihnen steht. Im Schleichmodus ist man schon fast unsichtbar.

 

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Dadurch kommt man leicht in den Nahkampf. Natürlich sind Schrotflinten eine Option, aber das Messer lohnt oft mehr. Durch Exekutionen werden andere Gegner erschreckt, sodass man sie ebenfalls sofort exekutieren kann. Das macht Kämpfe schon fast zu einfach. Natürlich aber nur, solange man nicht entdeckt wird. Etwas irritierend ist die Tatsache, dass wichtige Menschen offenbar mehr Kugeln fressen können als “normale” Menschen oder, dass es die Mafiosi nicht stört, wenn auf einmal ein Zivilist vor ihren Augen umgebracht wird. Das wird einfach ignoriert. Sowas macht einfach wenig Sinn und stört leider nur.

 

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Natürlich sind die Kämpfe nicht alles. Man muss auch seine eigene Mafia managen. Zumindest erwartet man das: Aber alles was man tut, ist jedem Bezirk einen Boss zuordnen und ab und zu kassieren gehen, wenn man Geldnot hat.

 

Kurz gesagt: Mafia 3 besitzt das Gameplay eines typischen Third-Person-Sandbox-Spiels und schafft es nicht wirklich, aus der breiten Masse herauszustechen.

 

 

New Bordeaux ist zwar schön, aber die Grafik lässt dennoch etwas zu wünschen übrig. Man sieht viele verschwommenen Texturen und es gibt nichts, was wirklich ins Auge fällt. Dafür sehen die Charaktere umso besser aus. Die Gesichter zeigen Emotionen und wirken lebendig.

 

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Genauso die Fahrzeuge. Die Autos haben manchmal Startprobleme, die Reifen drehen durch und die Fahrzeuge lehnen sich in Kurven zur Seite. Auf Wunsch lässt sich außerdem ein Simulationsmodus aktivieren, welcher sich ein wenig straffer steuert. Solche Details lassen die Welt lebendiger und generell besser wirken und das ist in diesem Spiel wirklich gelungen.


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Die Musik ist ebenfalls großartig. Der Soundtrack mit Songs von Aretha Franklin, den Rolling Stones, Johnny Cash und vielen weiteren Künstlern aus der Epoche sorgen dafür, dass man sich wirklich so fühlt, als würde man durch das New Orleans der 60er fahren.


 

Die deutsche Synchro ist gut gelungen. Die wichtigen Personen wurden passend besetzt und können durch eine starke Betonung überzeugen. Besonders gut sind Lincolns Wutausbrüche und die Stimme des Paters gelungen. Leider leiden die Nebencharakter darunter und hören sich manchmal wie Roboter an.

 

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Das Spiel bietet aber auch die Möglichkeit, die Sprache zu ändern, wenn auch über einen unnötig umständlichen Weg. Man kann aus 5 verschiedenen Synchronisationen auswählen, dabei hört sich die Englische argumentativ am besten an und die Textsprache lässt sich dabei gesondert ändern, das betrifft ebenfalls die Menüs. Die Untertitel sind ebenfalls deaktivierbar, was das Erlebnis für den ein oder anderen etwas kinoreifer machen könnte.

 

 

Natürlich gibt es auch noch eine Collectors Edition welche mit dem Soundtrack, einem Season-Pass für die zukünftigen DLCs, eine Nachbildung der Erkennungsmarke von Lincoln Clay, Glasuntersetzer aus Kunstleder und zu guter letzt Kunstdrucke für Sammler enthält.

 


  • Großartige Atmosphäre

  • sehr guter Soundtrack

  • gute Charaktere

  • Mittelmäßige Grafik

  • Bugs

  • Dumme AI

  • Repetitive Missionen

  • Logikfehler

 

Mafia 3 ist ein mittelmäßiges Spiel. Es macht zwar Spaß, aber dieser hält nicht lange an. Die Geschichte kann nicht fesseln und das Gameplay ist zu repetitiv. Dafür ist die Atmosphäre unvergleichlich. Wer einmal die 60er erleben möchte oder ein Fan der Serie ist, sollte immer noch Gefallen am Spiel finden. Doch leider wird Mafia 3 dem Hype letztenendes nicht gerecht.


Falls ihr Interesse haben solltet, könnt ihr Mafia 3 hier für PS4, Xbox One und PC erwerben.

 

Mafia III © 2002 - 2016 Take-Two Interactive Software, Inc. Published by Take-Two Interactive Software, Inc.

Developed by Hangar 13. All rights reserved

 

~Hengagenga

 

Sämtliche Aussagen dieser Rezension reflektieren lediglich die Meinung des Autoren und nicht die von Crunchyroll und seiner Partner

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