Blu-ray Review: Akatsuki no Yona Volume 1

Die Prinzessin mit feuerrotem Haar

Eine rothaarige Schönheit schaut von der Anhöhe einer Schlucht auf marschierende Truppen hinunter. Hinter sich einige Gefährten, die ihr schwer bewaffnet zur Seite stehen. Wer ist die mit Pfeil und Bogen ausgerüstete wilde Schönheit, die es mit einer ganzen Armee aufnimmt?

 

Akatsuki no Yona - Prinzessin der Morgendämmerung oder auch Yona of the Dawn basiert auf einer Mangaserie von Mizuho Kusanagi, die seit 2009 in Japan erscheint und derzeit 21 Bände umfasst. Bei der Umsetzung des Manga in einen Anime beauftragte das Studio Pierrot, bekannt durch Klassiker wie Great Teacher Onizuka, Naruto und Bleach, währed Kazuhiro Yoneda die Regie anvertraut wurde. Akatsuki no Yona ist Yonedas erste Regiearbeit einer kompletten Serie, er hat jedoch Erfahrungen bei einzelnen Episoden von Code Geass erwerben können. Aber wie macht sich die Serie die bereits seit einer Weile Teil unseres Katalogs ist?

 

Nun bringt KSM die Serie aber auch auf DVD und Blu-ray raus und sie haben uns eine Kopie zukommen lassen, damit wir euch auch sagen können, wie sich diese Veröffentlichung macht.

 
 


„Prinzessin Yona lebt mit ihrem Kindheitsfreund General Son Hak und ihrem Vater, dem König von Kōka in ihrem gemeinsamen Reich. Anlässlich ihres sechzehnten Geburtstages bekommen sie Besuch von Yonas älterem Cousin Su-won, in den Yona seit ihrer Kindheit verliebt ist. Eines Nachts sieht Yona jedoch, wie ihr Vater getötet wird und daraufhin wird auch sie von den Wachen bedroht. In letzter Sekunde wird sie von Hak gerettet und die beiden können fliehen. Für Yona, die bisher nie außerhalb ihres Palastes war, beginnt eine Reise voller Gefahren und Abenteuer. Der beliebte Anime zeigt eine Vielfalt verschiedener Genres und verbindet dadurch Spaß, Spannung und Emotion. Ein echtes Highlight für eine breite Zielgruppe! “


[via KSM]

 

Yona


Yona wuchs als einzige Prinzessin des Königreichs Kouka nach dem Tod ihrer Mutter streng behütet im Schloss auf. Um ihre Sicherheit zu gewährleisten, kam sie nie aus dem Schloss heraus und entwickelte so ihre unschuldige und eine, von den Nöten der Menschen unberührte, naive Art. Sie ist sehr verliebt in ihren Jugendfreund Su-Won, der sie - anders als ihr Beschützer Son Hak - nicht ständig neckt, sondern sie wie eine Dame behandelt. Geschmeichelt fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Ihrer Naivität wird durch die quengelige Stimme wird von Chiwa Saito (u.a. Hitagi Senjougahara aus Bakemonogatari) in der japanischen und von Inken Baxmeier (u.a. Kotomi Ichinose aus Clannad) in der deutschen Fassung Ausdruck verliehen.

 
 

Son Hak


Der General und Oberhaupt des Windstammes ist besser unter seinem Kampfnamen “Donnerbestie” bekannt. Dieser Kampfname rührt daher, dass er seinen Speer so wuchtig umher schwingt, dass der so entstehende Wind sich ein wenig wie Donner anhört. Er ist zusammen mit Yona und Su-Won im Palast des Königreiches Kouka aufgewachsen, weshalb ihn mit beiden eine tiefe Freundschaft verbindet. Aber schon seit langem wachsen ihm Gefühle für Yona, welche weit mehr als nur Freundschaft sind. Da diese aber in Su-Won verliebt ist und Hak ihrem Glück nicht im Wege stehen will, hält er sich zurück. Nur hin und wieder bricht es aus ihm in Form von Neckereien gegenüber der Prinzessin heraus. Sein tiefer männlicher Bariton wird im Japanischen von Tomoaki Maeno (u.a. Decim aus Death Parade) intoniert, Jan Makino (u.a. Rei Ryuugazaki in Free!, Kyle aus South Park) sorgt für die deutsche Interpretation.

 
 

Su-Won


Der Kindheitsfreund von Yona und Hak ist ein eher feinsinniger junger Mann und ist der Cousin von Yona und der Sohn des großen Heerführers Yu-Hon, Bruder von König Il. Es erstaunte das Königreich, dass Yu-Hon, der eigentlich ältere Sohn des vorherigen Königs seine Rolle akzeptiert und sich nicht übergangen fühlt,als Il vor ihm zum König ernannt wird. Su-Won bewundert seine Disziplin und Ausstrahlung. Er eifert ihm in jedem Fall nach, obwohl er doch von seiner Persönlichkeit ganz anders strukturiert ist - bis sein Vater bei einem Jagdunfall getötet wird. Ohne seine Freunde wäre er wohl nicht so gut mit dem traumatischen Verlust umgegangen. Seine nachdenkliche und reife Stimme wird von Yuusuke Kobayashi (u.a. Subaru Natsuki aus Re:ZERO) im Japanischen und von Valentin Stilu (u.a. Nico aus Tokyo Ghoul) im Deutschen zum Ausdruck gebracht.

 
 

Il


Il ist der König von Kouka und eine äußerst sanftmütige Person. Er verabscheut die Gewalt und das Schwert, weshalb er bei seinen Befürwortern als friedfertiger Herrscher gilt, während die Opposition ihm Feigheit vorwirft. Obwohl er mit den Regierungsgeschäften sehr stark eingespannt ist, nimmt er sich häufig Zeit für seine Tochter Yona, die nach dem Tod seiner Frau durch Rebellen die Hoffnung und Triebfeder seines Lebens ist. Deswegen verhätschelt er seine Tochter sehr und lässt sie aus Angst um ihr Wohlergehen nicht aus dem Palast. Die sanftmütige Stimme von Susumu Akagi in der japanischen Sprachausgabe und von Tim Moeseritz (u.a. Android No. 16 aus Dragon Ball Z) in der deutschen Fassung verleihen ihm die passende Persönlichkeit.

  

Akatsuki no Yona präsentiert sich wie ein klassisches Historiendrama. Anders als bei einem Werk aus Japan aber zu erwarten ist, spielt dieses nur von der Geschichte inspiriertes und historisch ungenaue Werk nicht in Japan, sondern ist an der Geschichte der drei Königreiche in Korea orientiert, wie man unschwer an den koreanischen Namen erkennen kann. Diese Periode dreier Königreiche auf der koreanischen Halbinsel ist geprägt von einer Rivalität zwischen diesen Mächten und bietet Stoff für einige Dramen.

 

In diesem Setting spielt sich auch ein klassisches Drama um die Dreierkonstellation unseres Trios an Hauptdarstellern ab, welches in der Inszenierung und der epischen Qualität gut gelungen ist. Die Geschichte rund um die erste Liebe, Freundschaft und Verrat bringt die Emotionen in Wallungen und orientiert sich an die Klassiker des Genre.


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Yona als Hauptcharakter ist zu Beginn ein unausstehlicher Charakter. Eine verwöhnte eigensinnige Prinzessin mit einer übergroßen Naivität was das wahre Leben anbelangt, ist nicht gerade dazu geeignet, Sympathien beim Publikum zu wecken. Deswegen sind die kurzen Einblicke in die Zukunft mit einer kämpferischen und selbstbewussten Yona auch entscheidend, um den Zuschauer bei der Stange zu halten. Denn auch wenn unsere Prinzessin bereits in dieser Volume eine gewisse Entwicklung durch macht, steckt diese Charakterformung jedoch noch in den Anfängen.

 

Die Wandlung von Su-Won wiederum ist noch nicht besonders gut erforscht, aber in den groben Eckpunkten gut umrissen und erklärt worden, weshalb noch einiges an Potential in zukünftigen Volumes für Charakterstudien gibt.

 

Es gibt jedoch eine kleinere Schwäche. Diese liegen aber nicht mal so sehr in der Geschichte, eine solide Story rund um Freundschaft, die erste Liebe und Verrat, sondern im Storytelling. Der Genuss der interessanten Geschichte wird einfach etwas zu häufig dadurch geschmälert, dass dem Zuschauer offensichtliche und nicht selten schon visuell erzählte Informationen nochmal mündlich beigebracht werden. Das ist dann sehr nervig, wenn die Charaktere hierfür Reden halten oder Informationen in ein Gespräch einflechten, was kein Mensch in der Art im alltäglichen Gespräch so einbauen würde.


Diese recht faule Art dem Zuschauer alle notwendigen Informationen zu geben wirkt wie der Versuch, dem Publikum die Geschichte auf das Brot zu schmieren. Einigen Lesern dieser Rezension mag diese Vorgehensweise gefallen, anderen hingegen stört die dem Zuschauer unterstellte Überforderung bei der geringsten Subtilität.


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Akatsuki no Yona richtet sich als Historiendrama mehr an das weibliche Publikum, weil zumindest in den ersten 5 Folgen der Fokus eher auf das Liebes- und Beziehungsdrama gerichtet ist als auf die machtpolitische Dimension. Das soll nicht heißen, dass die männliche Hälfte der Bevölkerung die Finger von dem Anime lassen soll, sondern ist nur als Vorwarnung gedacht, dass es eher emotionale Auseinandersetzungen geht als den guten alten Schlachtenlärm. Ansonsten kann die Geschichte im Genre keine neuen Reizpunkte setzen, einfach weil zu viele Entwicklungsmöglichkeiten in anderen Serien und Formaten ausreichend erforscht wurden. Die Story als solche ist aber grundsolide Kost im Setting eines Historiendramas.

 
 

 

Die Blu-ray der ersten Volume von Akatsuki no Yona besitzt folgende technischen Spezifikationen:


  •     Format:     16:9, 1.78:1        

  •     Auflösung:     1920x1080p

  •     Ton:     Deutsch und Japanisch (DTS-HD MA 5.1 und DTS-HD MA 2.0)    

  •     Untertitel:     Deutsch

 

Studio Pierrot hat sich vor allem einen Namen gemacht mit lang laufenden Shounenserien. Diese sind ihrer Natur gemäß von recht schwankender Animationsqualität, sind doch Filler bei der häufig auf sich warten lassenden Produktion der Geschichte im Manga fast unausweichlich. Dementsprechend hat man es häufiger mit ganzen Folgen zu tun, bei denen Bewegungstechnisch und bei den Hintergründen auf Sparflamme animiert wird. Wenn die großen Kämpfe jedoch kompakt erzählt werden, kann Pierrot mit einigen für eine Serie mit einem eher durchschnittlichen Budget einige eindrucksvolle Szenen und Kämpfe animieren.

 

Die eher schwankende Qualität der Hintergründe und Animationen ist auch ein kleines bisschen auffällig bei Akatsuki no Yona. Einige Objekte und Hintergrundbilder, so zum Beispiel die von Su-Won an Yona verschenkte Haarspange, sind einfach extrem schön und detailreich gezeichnet. Einige Hintergründe sind hingegen eher 08/15 Standardzeichnungen. Wenn es aber darauf ankommt zu beeindrucken, enttäuschen die Bilder nicht.

 

Die Animation ist ähnlich schwankend. Einige Szenen werden recht sparsam mit Bewegung ausgestattet, doch bei Kämpfen und besonders dramatischen Augenblicken kann die Fluidität doch überzeugen. Es fällt vor allem der Mangel an sich bewegenden Menschen im Palast auf, weshalb der Palast zwar sehr schön ist, doch etwas unbelebt wirkt.


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Die eher schwankende Qualität ist jedoch kein großes Manko, weil die sehr passend eingesetzten Glanzlichter etwaige Mankos überschatten und beim Zuschauer zudem eine passende Konzentration auf die bedeutsamen Szenen und Hintergründe erzeugen.

 

In diesem Historiendrama dürfen natürlich nicht koreanische Klänge fehlen, weshalb Yang Bang-ean, besser bekannt unter seinem japanischen Namen Kunihiko Ryo, für Komposition der Musik für Akatsuki no Yona beauftragt wurde.

 

Das Opening mit dem Namen der Serie ist dementsprechend von vielen koreanischen Instrumenten beeinflusst. Das Tempo und die Rhythmik ist aber deutlich schneller und poplastiger als in klassischen Musikstücken. Die dazu passenden Bilder sind optisch vor allem vom Drachenmotiv geprägt, in denen die unterschiedliche Charaktere, auch solche, die zur Zeit noch keinen Platz in der Serie einnehmen, vor verschiedenfarbigen Drachen als deren Leitmotiv posieren. Diese eher statische Präsentation wird aufgelockert durch Kamerafahrten über diese Bilder, schnelle Schnitte zwischen den Charakterpräsentationen und verschiedene Actionszenen, zum Beispiel der Flucht von Hak und Yona.

 

Das Ending unter dem Namen Yoru der Band Yisual Kei Band Vistlip wird untermalt von einer eher ruhigen Rockballade und stellt die Charaktere diesmal primär vor natürlichen Hintergründe vor, bildet aber zusätzlich auch ihre Beziehung untereinander ab. Dies geschieht noch mehr wie im Opening primär durch recht statische Bilder, die mit denselben Techniken für das Auge interessanter gestaltet werden. Der Songtext wird dazu eingeblendet, freundlicherweise übersetzt KSM diesen Text für uns in Form von Einblendungen.

  

 

Bei der Synchronisation von Akatsuki no Yona tritt das bei der Übersetzung von vielen Anime auftauchende Problem, dass in der japanischen Sprachversion ein besonders exaltierter Ausdruck der Emotionen nur schwer im Deutschen auszudrücken ist, ohne komplett die Glaubwürdigkeit aufzugeben.

 

Bei einem Historiendrama wie Akatsuki no Yona wird dieses Problem noch offensichtlicher, da die Wucht der Emotionen von entsprechend orchestraler Musik untermalt wird. Und hier reicht die schauspielerische Leistung des Sprechercasts von KSM nicht immer aus, den Hintergrundklängen einen ebenbürtigen emotionalen Ausdruck entgegen zu setzen.


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Bei der Auswahl der Sprecher hat man allerdings fast nur Volltreffer gelandet. Die deutschen Sprecher sind sehr passend für die Charaktere ausgewählt worden. Das geht sogar soweit, dass man bei einigen Schwierigkeiten hat, Nuancen an Unterschieden zwischen dem deutschen Sprecher und dem japanischen festzustellen. Nur leider gibt es dort eine Ausnahme, und zwar die Stimme von Son Hak, Jan Makino. Dieser strengt sich zwar sehr an, hat aber keine so tiefe Stimme wie sein japanisches Pendant Tomoaki Maeno. Und diese Anstrengung hört man allzu häufig raus, was seinem Auftritt leider einige Minuspunkte einbringt.

 

Die Untertitel sind in weiß und grundsätzlich gut ablesbar. Sie sind in passender Geschwindigkeit eingeblendet und halten sich sehr eng an die Übersetzung der Synchronfassung, ohne unlesbar zu werden. Es fallen jedoch einige kleinere Ungenauigkeiten und Fehler auf, die so in der Synchronisation nicht auftrete und auch nicht durch die Beschränkungen in Untertiteln erklärbar sind. Dabei sei angemerkt, dass KSM nicht auf die von uns erstellten Untertitel zurückgegriffen hat

 

Insgesamt bewegt sich die Lokalisierung von KSM auf einem passablen Niveau, einige Fehler in den Untertiteln und der eher durchschnittlichen schauspielerischen Leistung der Sprecher verhindert eine bessere Bewertung.

  

 

Akatsuki no Yona wird von KSM mit einer handvoll Extras ausgestattet. So sind auf der Bluray das Opening und das Ending auch ohne Texteinblendungen vorhanden, es gibt eine Auswahl an Trailern für andere Animeserein von KSM und eine Bildergalerie kann man auch noch anschauen. Das von KSM dazu gelegte Booklet und der Schuber kann mangels Rezensionsexemplar nicht näher erläutert werden.

 

Die erste Volume ist mit 44,99 Euro für die Bluray mit 5 Folgen in einem üblichen Preisrahmen, vor allem weil der Schuber und das Booklet die erste von 5 Volumes aufwertet.

 
 

 

+historisches Setting

+großes Drama

+interessante Figurenkonstellation

-hin und wieder ungeschicktes Storytelling

-Die Synchronsprecher können nicht immer die Dramatik der Szene ausdrücken

 

Wer eine gute Portion Drama in historischer Kulisse ohne Superkräfte in seine Animediät aufnehmen will, ist mit Akatsuki no Yona gut beraten. Einige kleinere Schwächen werden von den interessanten Charakteren und deren bereits in dieser Volume beobachtbaren Persönlichkeitsentwicklung aufgefangen. Die Serie hat aber eine stärkere Akzentuierung auf die weiblichen Interessen und geizt zumindest in dieser Volume noch etwas mit interessanten Schlachten, weshalb wir die derart interessierten Animefans hiermit vor warnen möchten. Genrefans können aber zugreifen, man sollte aber auch keine Anime-Perle erwarten.

 

Akatsuki no Yona Vol. 1 kann man bei Amazon bestellen oder bei uns im Stream sehen. (Doch wir würden uns freuen wenn ihr den KSM Release unterstützen würdet). Mit etwas Glück könnt ihr die Volume aber auch in unseren Gewinnspiel gewinnen

 

© Mizuho Kusanagi, Hakusensha / Akatsuki no Yona Production Commitee

 

Sämtliche Aussagen dieser Rezension reflektieren lediglich die Meinung des Autoren und nicht die von Crunchyroll und seiner Partner.

 

- Reziprok

 

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