Blu-ray Review: Durarara!! Volume 1

Trust Me

Man nehme keltische Mythologie, versetzt diese nach Japan und rundet das Ganze mit einer Narrative ab, die aus einem Tarantino-Film stammen könnte. So in etwa lässt sich Durarara!! beschreiben. Eine recht einzigartige Mischung für einen Anime. Aber taugt sie etwas? Wir haben für euch einen Blick auf die erste Volume der peppermint Veröffentlichung geworfen und sagen es euch!

 

 

Ikebukuro ist ein sehr spezieller Bezirk Tokyos. Die sogenannten Farbengangs treiben hier ihr Unwesen. Ganz zu schweigen von der mysteriösen Bande bekannt als Dollars, über die niemand so wirklich etwas weiß. Dazu kommt noch ein berüchtigter Barkeeper, der mit Automaten um sich wirft, und man erzählt sich Geschichten über einen kopflosen Biker. Mit all dem wird Mikado Ryuugamine konfrontiert, als er nach Ikebukuro zieht, um wieder mit seinem besten Freund Masaomi auf eine Schule zu gehen…

 

Celty Sturluson:


Celty (gesprochen Zelty) ist eine Dullahan, eine kopflose Reiterin aus Irland. Ihr Kopf wurde ihr vor Jahren gestohlen und sie kam nach Ikebukuro, um ihn wieder zu finden. Sie lebt zusammen mit Shinra Kishitani, einem nicht zugelassenen Arzt, welchen sie seit seiner Kindheit kennt. Sie verbirgt die Abwesenheit ihres Kopfes mithilfe eines Motorradhelms und führt normalerweise Gespräche, indem sie ihrem Gegenüber getippte Texte auf ihrem Handy vor die Nase hält. Sie genießt es zudem, sich mit anderen in Chatrooms auszutauschen. Sie arbeitet als eine Lieferantin, wobei sie häufig in eher zwielichtige Aktivitäten verwickelt wird. Ihre Texte werden für den Zuschauer im Japanischen von Miyuki Sawashiro (Sinon/Shino Asada in Sword Art Online) und im Deutschen von Franka Orlia (Kimi Nishino in Toyko Ghoul) vorgelesen.

 

Mikado Ryuugamine:


Mikado macht den Eindruck eines normalen Schülers. Er zieht nach Ikebukuro, um wieder eine Schule mit seinem Kindheitsfreund Masaomi besuchen zu können und weil er sich ein spannenderes Leben in der Großstadt erhofft. Er und Masaomi haben sich seit Jahren nicht mehr in Person gesehen, doch haben sie ihre Freundschaft über das Internet gepflegt und gehen noch immer durch Dick und Dünn. Er ist ein wenig schüchtern im Kontrast zu seinem extrovertierten Freund, doch versucht sich in dieser Hinsicht zu bessern - so bringt er sogar den Mut auf, sich als Klassensprecher zu melden. Seine Stimme leiht er sich im Japanischen von Toshiyuki Yoyonaga (Hideyoshi Nagachika in Tokyo Ghoul) und im Deutschen von Christian Zeiger (Armin Alert in Attack on Titan).

 

Izaya Orihara:


Ein Informant, der in viele düstere Machenschaften verwickelt ist. Er ist recht einflussreich und zieht viele Fäden im Hintergrund. Er manipuliert gerne Leute und treibt üble Spiele mit ihnen, nur um ihre Reaktion zu sehen. Ein besonderes Hobby hat er sich allerdings daraus gemacht, Shizuo Heiwajimas Leben zu ruinieren, welcher Izaya verständlicherweise verabscheut. Er wird von vielen als einer der gefährlichsten und stärksten Personen in Ikebukuro betrachtet. Gesprochen wird er im Japanischen von Hiroshi Kamiya (Levi Ackermann in Attack on Titan) und René Dawn-Claude (Gilgamesch in Fate/Zero) im Deutschen.

 

Eine Sache, die bei Durarara!! sofort heraussticht, ist der recht große Hauptcast. In den ersten Folgen steht fast jede Folge ein anderer Charakter im Vordergrund und dient als Erzähler für die jeweilige Episode. Teilweise verlaufen die Geschichten unterschiedlicher Episoden in etwa zeitgleich ab. Dadurch hat man eine recht abwechslungsreiche Narrative, durch die man sehr viel unterschiedliche Aspekte der Stadt kennenlernt. Jeder Charakter fühlt sich zudem auch sehr einzigartig und gut ausgearbeitet an. Bis zu diesem Punkt hat man nicht das Gefühl, dass irgendwer zu kurz kommt, obwohl der Cast so groß ist.


 

Aber nicht nur das, sie sind alle in irgendeine Art und Weise miteinander verbunden, was wohl eine der Thematiken der Serie ist. Jeder ist mit jedem in Kontakt und dies bezieht sich nicht nur auf Charakterbeziehung, sondern auch auf Konnektivität über Netzwerke. Die anonyme Kommunikation über das Internet ist einer der Kernpunkte innerhalb der Serie. Wie man im Verlauf lernt, handelt es sich bei den Dollars um eine eher lose Bande, die aus diversen unabhängigen Zellen besteht. Man kennt nur seine eigenen Leute, während man sich mit den anderen nur über eine Webseite kommuniziert.


 

Social-Networking ist von daher ein recht wichtiger Aspekt, was recht interessant ist, da die Serie auf einer Light Novel Serie basiert, die 2004 zum ersten Mal erschienen ist – vor dem großen Social-Network-Boom. Und auch wenn die Dollars es bei Internetkommunikation belassen, erinnert ihre Struktur, kleine unabhängig voneinander agierende Gruppen, ein wenig an das berüchtigte Anonymous-Kollektiv, welches erst 2008 entstanden sein soll. Durch diese Elemente wirkt die Serie überraschend modern, obwohl sie bereits einige Jahre auf dem Buckel hat.  

 

 

Eine interessante Sache ist jedoch, dass es aufgrund der vielen Charaktere sehr schwer ist, einen Charakter als Protagonist zu bezeichnen, wobei es vielleicht besser sagen sollte, dass jeder Charakter der Hauptcharakter seiner eigenen Geschichte ist. Mikado zeigt allerdings einige Eigenschaften eines eher klassischen Frontmanns, während die Geschichte um Celtys Kopf doch wieder irgendwo im Kern der ganzen Sache steht.

 

 

Celty ist zudem auch das eine Element, das am meisten hervorsticht. Die Geschichte dreht sich primär darum, was in Ikebukuro passiert. Der Großteil ist relativ realistisch gehalten, wenn man mal davon absieht, dass Shizuo übernatürlich stark ist. Celty wiederum ist eine Dullahan, eine recht obskures Feenwesen aus der keltischen Mythologie. Eine kopflose Reiterin, wobei sie nichts mit Sleepy Hollow zu tun hat. Sie ist das eine magische Wesen in Ikebukuro und fällt damit ein wenig aus dem Rahmen. Doch ist sie gut in die Geschichte eingebaut worden, nicht zuletzt, weil sie ein recht interessanter Charakter ist. Celty ist ein verhältnismäßig ernster Charakter, doch hat sie eine naive, wenn nicht sogar kindliche Seite und ihre Beziehung zu Shinra ist ebenso interessant.


 

Izaya ist zudem ein faszinierender Antagonist. Seine Eigenheiten und Aktionen sind teils abstoßend, sodass man ihn ohne weiteres hassen kann - auf der anderen Seite ist er aber auf eine gewisse Weise einfach charmant und unterhaltsam (zumindest, wenn man einen gewissen Sinn für schwarzen Humor hat). Doch fühlt man zumindest einiges an Mitleid für Shizuo, welcher wiederum der vielleicht unterhaltsamste Charakter der Serie ist. Shizuo hat ein paar Aggressionsprobleme und ein etwas höheren Adrenalinausschuss als vermutlich gesund ist, was ihm seine übermenschliche Stärke verleiht. Daher führt seine Anwesenheit häufig zu einigen sehr lustigen Actionszenen. Doch auch er ist wesentlich tiefgründiger, als er zunächst den Eindruck macht.

 

 

Die verschiedenen Handlungsstränge fangen gegen Episode 10 dann auch so langsam an zusammenzulaufen, was zu einen recht zufriedenstellenden Mid-Season Finale führt. Es ist ein wenig schwer mehr über die Story zu sagen, ohne zuviel zu spoilern, doch zeigt Durarara!! bisher eine sehr gut durchdachte Narrative mit faszinierenden Charakteren und cleveren Dialog.

 

 

Visuell kann sich die Serie durchaus sehen lassen. Die Charaktere haben sehr distinktive Designs, die sich gut einprägen. Großes Plus für die kleinen Katzenohren auf Celtys Helm, da diese ihre leicht kindliche Seite gut wiederspiegeln. Besonders auffällig ist jedoch, dass jeder Charakter, der nicht Teil der Handlung ist, stets grau dargestellt wird. Doch diese Charaktere sind wesentlich detailreicher gehalten als nötig gewesen wäre, was natürlich nicht Schlechtes ist.


 

Die Animation ist auch sehr gut, nur bei Actionszenen sieht man das die Charaktere teils vereinfacht dargestellt werden. Doch fällt dies kaum negativ auf, da diese Szenen dafür schön flüssig ablaufen. Die Hintergründe sind allesamt sehr schön ausgearbeitet. Mit der Vielfalt an Charakteren und der vielen unterschiedlichen Teile die man sieht, wirkt die Stadt auch einfach lebendig.


 

Der Soundtrack ist zudem extrem atmosphärisch und schafft es, mit seinen jazzigen Klängen stets die richtige Stimmung zu vermitteln. Aber besonders hervorheben sollte man dieses Mal das Ending der Serie, „Trust Me“ von Yuya Matsushita. Ein Lied mit bester Ohrwurmqualität. Doch gerade das Bild aller Charaktere, die aneinanderhängen, zeichnet dieses Ending irgendwo aus. Schließlich hat es einen gewissen Meme-Status erreicht.

 

 

Die Serie kommt in einer schönen aufklappbaren Kiste. Doch fühlt sich diese auch etwas leer an. Neben einer aufklappbaren Hülle, in welcher die Blu-rays aufbewahrt werden, findet sich dort nur ein weißer Karton, der keinen anderen Zweck erfüllt, als Platz zu füllen. Es scheint nicht so gedacht zu sein, dass man Volume 2 ebenfalls in dieser Box aufbewahrt - dadurch fühlt sich der Platz etwas verschwendet an. Vor allem da man einfach etwas mehr erwartet, wenn man die Box öffnet. Zumindest ein Booklet wäre wünschenswert gewesen.


 

Digital liegt standardgemäß das Opening und Ending in einer Clear-Fassung vor. Zudem kommt diese Volume mit Episode 12.5, eine recht amüsante OVA, die sich nicht direkt auf die Handlung der Serie auswirkt - Eine exzellente Bonusepisode, die zu einigen Lachern führt. Zusätzlich gibt es im Übrigen noch ein AKIBA PASS-Code, mit welchem man sich alle 12 Episoden + OVA auch übers Internet streamen kann.

 

 

Die Übersetzung ist sehr passend und der Dialog wirkt sehr natürlich. Jedoch fällt es auf, dass japanische Höflichkeitsformen weggelassen werden und die Charaktere sich größtenteils beim Vornamen nennen. Ob dies was Negatives ist, hängt natürlich vom persönlichen Geschmack ab. Es fällt nur besonders auf, da ein paar Charaktere ungewöhnlich westliche Namen haben, aber japanische Nachnamen. Erika Karisawa und Walker Yumasaki stechen nicht sonderlich hervor, wenn man sie nur beim Nachnamen ruft. Wenn man sie jedoch nur beim Vornamen nennt, fallen Erika und Walker doch deutlich unter den ganzen japanischen Namen auf. Die Untertitel orientieren sich allerdings näher am Original und übernehmen auch die Höflichkeitsformen. Nur ein einziger Fehler ist aufgefallen: In der ersten Episode wird in der deutschen Vertonung gesagt, dass die Schule nichts Besonderes wäre, während die Untertitel behaupten, dass sie eine sehr anerkannte ist. Dieser Fehler stört jedoch so gut wie gar nicht.


 

Die Sprecher wurden zudem alle exzellent besetzt. Jede Stimme passt zu dem jeweiligen Charakter und alle bieten auch schauspielerisch eine wirklich gute Leistung. Besonderes Lob sollte an Jaron Löwenbergs (vielen bekannt als animierter Batman) Leistung als Shizuo gehen. Dieser hat mit seiner rauen Stimme einfach den Nagel auf dem Kopf getroffen und die Kunst „Izaya“ wütend zu brüllen zur Perfektion gebracht.

 

 

+Viele gut ausgearbeitete Charaktere

+Gute Animation

+Exzellente Lokalisierung

+Guter Soundtrack

+Interessante Handlung

-Ein paar Extras mehr hätten nicht geschadet

 

Es gibt eigentlich nicht wirklich etwas Negatives über Durarara!! Vol. 1 zu sagen. Die Serie scheint relativ genau zu wissen, was sie sein möchte. Es ist wirklich nur eine Frage, ob man den Stil mag oder nicht. Bei der Lokalisierung hat peppermint auch eine exzellente Arbeit abgeliefert, die hoffentlich als Maßstab für zukünftige Veröffentlichungen dient.


Falls ihr Interesse an der Serie haben solltet, könnt ihr Durarara!! Volume 1 hier auf DVD und Blu-ray bestellen.

 
 

Sämtliche Aussagen dieser Rezension reflektieren lediglich die Meinung des Autoren und nicht die von Crunchyroll und seiner Partner.

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