Blu-ray Review: Akatsuki no Yona Volume 2

Von der Prinzessin zur Kriegerin in 5 Folgen

Das Leben der einst sehr behütet aufgewachsenen Prinzessin Yona ist den Bach runter gegangen. Nachdem ihr Kindheitsfreund Su-Won ihren Vater umgebracht hat, nur um den Thron an sich zu reißen, ist sie nun mit ihrem Leibwächter Hak auf der Flucht. Aber wie geht es nun weiter? Kann Hak die Prinzessin beschützen? Wir haben für euch einen Blick auf die zweiten Volume von Akatsuki no Yona geworfen und sagen es euch!



 

„Nach einer Auseinandersetzung mit Gang Tea-jun und den Soldaten des Feuerclans, die Hak nur knapp überlebt, geraten er und Yona durch einen Zufall zum Priester Ik-su und den bei ihm lebenden Waisenjungen Yun. Dieser offenbart ihnen, dass Yona die Auserwählte ist und ihr Leben maßgeblich mit dem Schicksal des Landes zusammenhängt. Yona ist dazu bestimmt das Land zu retten, dazu muss sie allerdings zunächst die vier Drachen aus der Legende des König Hiryuu finden. Gemeinsam mit Yun machen sich unsere Helden auf den beschwerlichen Weg, um Yonas Schicksal zu erfüllen. “


[via KSM]

 

Gija


Der Erbe des Blutes des weißen Drachens wuchs behütet in einem versteckten Dorf in den Grenzgebieten auf. Er ist traurig, dass er seiner Umgebung als beschütztes und behütetes Wesen nur auf der Tasche liegt. Dazu plagt ihn seine jugendliche Ungeduld - so wartet er darauf seiner Bestimmung zu folgen und dem Nachkommen des roten Drachens und Begründer des Reiches Kouka wieder dienen zu können. Seine von sich überzeugte und von Tatendrang gekennzeichnete Stimme wird von Masakazu Morita (u.a. Ichigo Kurosaki aus Bleach) in der japanischen und von Tino Mewes (bekannt durch seine Schauspielrollen u.a. in Fickende Fische und Die Welle) in der deutschen Fassung Ausdruck verliehen.



Yun


Der Junge aus armen Verhältnissen wurde schon früh zum Waisen. Sein heller Kopf und sein Geschick haben ihn damals gerettet, auch wenn der Hunger sein stetiger Begleiter war. Doch seine Freundschaft zu Ik-Su rettete ihn aus seinem traurigen Schicksal, welcher ihm mit Büchern und viel Wissen den Horizont erweiterte. Obwohl noch sehr jung, mangelt es dem aufbrausenden jungen Mann nicht an Selbstbewussten. Seine jugendliche Leichtigkeit wird im Japanischen von Junko Minagawa (u.a. Cornelia li Britannia aus Code Geass) intoniert, Sebastian Fitzner (u.a. Ciel Phantomhive in Black Butler) sorgt für die deutsche Interpretation.



Ik-Su


Der Priester ist eine äußerst tollpatschige Gestalt und wirkt alles andere als erhaben und eines solchen Titels würdig. Er hat jedoch eine äußerst enge Bindung zur Natur und den Göttern - er hört ihren Willen, wo andere Menschen nichts wahrnehmen. Deswegen wirken seine Fähigkeiten fast schon wie Wahrsagen, was ihm aber in seinem Alltag nicht wirklich hilft. Denn wer den Kopf immer im Himmel hat, schaut halt nicht auf dem Weg vor ihm. Seine Verletzungen heilt sein Freund Yun immer, dessen Aufrichtigkeit er sehr schätzt. Seine verträumte Stimme wird von Jun'ichi Kanemaru (u.a. Sonic aus Sonic the Hedgehog) im Japanischen und von Sebastian Liebich im Deutschen zum Ausdruck gebracht.




Akatsuki no Yona wird als Historiendrama seinem Genre gerecht, erhöht es doch zu Beginn gehörig den dramatischen Anteil. GangTea-jun, der Sohn des Lords vom Feuerclan, stellt mit seinen Truppen Hak und treibt ihn geschwächt von einem vergifteten Pfeil in die Enge. Obwohl Yona von Hak dazu angehalten wurde, sich zu verstecken, hält es die sonst so egoistische Prinzessin nicht aus und greift ein. Und genau in diesem Moment beginnt unsere bisher etwas nutzlose und nervige rothaarige Schönheit endlich mehr als die klassische Maid in Nöten zu sein, auch wenn sie in diesem Kampf nicht von soderlich großer Hilfe ist. Deswegen endet die Folge im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Cliffhanger, wobei natürlich klar ist, dass unsere beiden wichtigsten Protagonisten nicht so früh in der Serie sterben werden. Dass Su-Won und der verbündete Feuerclan nun jedoch glauben, dass die Prinzessin und Hak tot sind, gibt ihnen natürlich die Gelegenheit, Verbündete zu suchen.


Denn in dem abgeschiedenen Tal, in das die beiden gestürzt sind, befindet sich der von ihnen gesuchte weise Priester. Nur dieser ist in Form von Ik-Su alles andere, was sich unsere verletzten Helden unter einem Priester vorgestellt haben. Dennoch kann unser götterverbundener Freund die beiden auf eine Heldenreise schicken. Denn in Zeiten der Not sind die Erben der vier Drachenkrieger aufgerufen, aus ihrer Isolation zu treten. Yona, die wegen ihres feuerroten Haares Zutritt zum abgeschiedenen Dorf erlangt, kann mit Kaji den Erben des weißen Drachens und seiner Klaue treffen. Ob sie ihn überzeugen kann, sich ihr anzuschließen?

 

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Wovon sich Akatsuki no Yona ebenfalls von vielen Anime unterscheidet, ist die Charakterentwicklung der Protagonisten. Vor allem Yona legt in nur 5 Folgen eine Entwicklung hin, die sie für das Publikum wesentlich sympathischer macht. Denn endlich strengt sich die verwöhnte Prinzessin an und lernt mühsam mit dem Bogen zu schießen. Der Konflikt mit den pazifistischen Idealen ihres Vaters fällt allerdings ein kleín wenig zu kurz aus, vor allem im Vergleich mit dem Ringen um das Verlassen des Tals von Yun. Das ist etwas schade, da sich so ihre Abnabelung vom Elternhaus und somit vom Palast nicht so gut nachvollziehen lässt. Es ist aber sehr schön zu beobachten, dass Yona als weiblicher Hauptcharakter den immer wieder angeteasten Versprechungen in Zukunftsszenen nach und nach gerecht wird und die Anime-Welt mit einem starken weiblichen Charakter ergänzt, wovon es ja leider nicht allzu viele gibt.

 

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Einzig größere Schwäche sind die des öfteren Mal zu offensichtlichen Dialoge. Es wirkt hin und wieder unnatürlich, wenn im Gespräch Informationen erwähnt werden, die beide Beteiligte bereits wissen und nur dem Zuschauer noch mitgeteilt werden müssen - auch wenn es natürlich löblich ist, dass man alle Zuschauer mitnehmen will. Die zweisamen Momente zwischen Hak und Yona versprühen aber sehr viel Charme und man kann die sich aufbauende romantische Stimmung sehr gut nachvollziehen.

 

Die guten Elemente, der starke weibliche Hauptcharakter Yona und die Dramatik sind aber eingebettet in eine sehr klassische Struktur der Heldenreise: Nach dem traumatischen Zusammenbruch ihres Lebens befindet sich Yona nun zu Beginn ihres Lebens als Heldin, was seltsamerweise trotz der ursprünglichen Intention, dass sich Yona verstecken soll, kein diskutiertes Thema ist. Denn sie bricht auf und sammelt starke Verbündete - wie in einem Rollenspiel. Dieses Story-Gerüst ist natürlich erprobt und die Macher von Akatsuki no Yona verstehen ihr Handwerk, ist aber natürlich für einige Geschmäcker in seinem Verlauf zu vorhersehbar. Wem das aber nicht schreckt, kann sich über solide Abenteuerkost freuen.

 

 

Die zweite Volume von Akatsuki no Yona kommt mit folgenden Spezifikationen:


  •     Format:     16:9, 1.78:1    

  •     Auflösung:     1920x1080p

  •     Ton:     Deutsch und Japanisch (DTS-HD MA 5.1 und DTS-HD MA 2.0)    

  •     Untertitel:     Deutsch

 

Die Animationen und Hintergründe von Akatsuki no Yona können ihr Niveau von der ersten Volume halten. Das ist ein eher gemischtes Fazit, da die Qualität beider Aspekte eher schwankend war.

 

Die Kampfszene sind zwar ganz gut inszeniert, die Choreografie ist aber nicht herausragendes. Sie kann dennoch mit einer Portion Realismus überzeugen, die in Anime-Serien nicht alltäglich ist und man so dem historischen Anstrich der Serie gerecht wird. Das kann sich in zukünftigen Folgen jedoch ändern, stoßen doch jetzt nach und nach die Drachenkrieger mit den mythischen Kräften zu unserem Heldengespann.

 

Ein wenig schade ist die vergleichsweise eintönige Landschaft in weiten Teilen der Episoden. Denn die Gebirgslandschaft ist zwar im Rahmen der Geschichte logisch, aber nicht gerade abwechslungsreich gezeichnet. Hin und wieder scheint jedoch Studio Pierrots Können durch und man hat einige sehr detailliert gezeichnete Bilder, was man sich natürlich für besonders wichtige Momente aufhebt.

 

Ein Kompliment muss man aber machen:  Die intimeren Szenen, in denen es vorrangig auf die Animation von Gesichtsausdrücken angeht, sind sehr gut gelungen. Das ist besonders wichtig, da eine so von Dramatik und Epik getragene Serie schnell ins lächerliche driften kann, wenn man den Personen ihre Gefühle nicht abnimmt.


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Bei Akatsuki no Yona wird Hintergrundmusik sehr weitflächig eingesetzt, weshalb ein besonderes Kompliment an den Komponist Yang Bang-ean gehen muss, der dafür sorgt, dass die Musik immer gut zur Tonalität der Szene passt.

 

Allgemein sind die eher dramatischen Momente recht gut in Szene gesetzt. Man nutzt mehr oder weniger geschickt bei jeder Wendung und Entscheidung passende musikalische Untermalung und vermag es mit den Schnitten, den Emotionen auf den Gesichtern und den dramatischen Pausen die Hürden für die Charaktere glaubhaft rüber zu bringen.

 

 

Vom Sprechercast von Akatsuki no Yona haben nun noch drei weitere Sprecher ihren Auftritt. Tino Mewes gibt sein Animedebüt in seiner Rolle als Gija, den er mit einer etwas tieferen Stimme als Masakazu Morita ein wenig älter wirken lässt, ihm damit aber passend zur Rolle einen arroganten Touch verleiht. Erstaunlicherweise hat Sebastian Liebich eine hellere und sanftere Stimme als sein japanisches Pendant, Jun'ichi Kanemaru, und verleiht dem tollpatschigen Priester damit eine verpeiltere Note. Sebastian Fitzner ist in der Rolle von Yun aber nicht optimal besetzt, so ist seine Stimme für einen Teenager einen Tacken zu tief.

 

Das Problem bei der Synchronisation ist, dass die Sprecher in den dramatischen Szenen, die besonders stark von der Hintergrundmusik beeinflusst werden, nicht mehr so gut die Emotionalität der Szene transportieren. Wie schon angesprochen, wird Musik sehr weitflächig in passenden Situationen verwendet, was diese Problematik mit dem höheren Tempo in dieser Volume akuter macht. In der letzten Volume haben wir dies primär auf die schauspielerische Leistung geschoben, es scheint aber auch ein Problem mit der Lautstärke der Sprecher zu geben, was auf ein Mischungsproblem der beiden Tonspuren hindeutet.

 

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Die weißen Untertitel mit schwarzer Umrandung haben da mit weniger schwerwiegenden Problemen zu kämpfen. In der Rechtschreibung ist meistens alles in Ordnung, nur ab und an wird vom Sinn her eine nicht ganz passende Übersetzung verwendet. Das ist ärgerlich, da dies in der Übersetzung der Synchronisation so nicht passiert. Nur einmal war eine Texteinblendung zu schnell, ansonsten sollte der normale Zuschauer mit dem Lesen weitgehend mit kommen.

 

Die Schwierigkeiten in der Lokalisierung von KSM bleiben bestehen. Das ist schade, da die Tonprobleme den guten Eindruck stark mindern.

 

 

Auf der Bluray-Version von Akatsuki no Yona ist eine Bildergalerie, eine Reihe von Trailern und der Opening- und der Ending-Song als Extras eingebrannt. Die physischen Extras wie das Booklet und die Aufmachung der Hülle kann leider nicht bewertet werden, da es dem Rezensionsexemplar nicht beilag.

 

Akatsuki no Yona Volume 2 ist mit 44,99 Euro in der Bluray Version mit 5 Folgen etwas teuer, wenn man den Gesamtumfang von 24 Episoden bedenkt.



 

+Yona entwickelt sich mehr zu einem starken weiblichen Charakter

+Dramaturgie beherrscht die Serie gut...

-...wird aber manchmal zu dick aufgetragen

-hält sich streng an die Abläufe einer Heldensage

 

Das Historiendrama Akatsuki no Yona wird nun allmählich mit mehr und mehr Fantasy gewürzt, wie sich die Heldin Yona und ihr Beschützer Hak durch eine klassische Heldensage kämpfen. Dass eine Frau den Hauptcharakter stellt und diese sich von einer unnützen und nervigen verwöhnten Prinzessin nach und nach in eine selbstbewusste Kriegerin wandelt, ist die große Stärke dieses Animes. Diese muss einige Schwächen überdecken, wie die Vorhersehbarkeit des Plots und der schwankenden Qualität der visuellen Präsentation der Geschichte. Dies gelingt zum Glück weitestgehend, erst recht für Fans des Genres.

 

Akatsuki no Yona Vol. 2 könnt ihr hier auf DVD und Blu-ray bestellen. Alternativ könnt ihr die Serie komplett kostenlos bei uns ansehen.

 

© Mizuho Kusanagi, Hakusensha / Akatsuki no Yona Production Commitee

 

Sämtliche Aussagen dieser Rezension reflektieren lediglich die Meinung des Autoren und nicht die von Crunchyroll und seiner Partner.

 

- Reziprok

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