Blu-ray Review: Detektiv Conan - Das Verschwinden des Conan Edogawa

Super Special oder blöder Filler?

Die Mangareihe Detektiv Conan feierte im Jahr 2014 ihr 20. Jubiläum in Japan. Um das gebührend zu feiern haben, TMS Entertainment und V1 Studios ein TV-Special mit dem Titel “Das Verschwinden des Conan Edogawas” produziert. In den letzten Jahren waren die TV-Specials meist nur Fillerfolgen in Filmlänge. Doch hat sich hier etwas geändert? Wir haben uns für euch das erste TV-Special von Detektiv Conan, welches es nach Deutschland geschafft hat, angesehen und verraten euch, was es taugt.



 

In Tokyo wird ein LKW mit gefährlicher Fracht entdeckt: Sprengsätze aus Plastiksprengstoff, versteckt in Keksdosen! Möglicherweise war mit der Bombe ein Attentat geplant – doch auf wen hatten die Täter es abgesehen? Conan derweil hat noch ganz andere Probleme: Weil Professor Agasa das Badezimmer nicht reparieren kann, besucht er zusammen mit Ran und Ai ein öffentliches Badehaus. In der Umkleide fällt sein Blick auf einen verdächtigen Mann, der gerade eines der Schließfächer öffnet. Doch bevor er weitere Nachforschungen anstellen kann, rutscht er auf dem nassen Boden aus und verliert das Bewusstsein. Kurz darauf wird Ran und Ai mitgeteilt, dass ein angeblicher Bekannter Conan ins Krankenhaus gefahren habe. Als dann auch noch eine Nachricht von Shin’ichis Handy versendet wird, ahnt Ai, dass Conan in ernsten Schwierigkeiten steckt …


[via Kazé]

 

Conan Edogawa

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In seinem Körper steckt eigentlich der Körper des 17-jährige Oberschüler Shinichi Kudo. Doch aufgrund eines Zellgifts, welches ihm von zwei Männern in Schwarz verabreicht wurde, muss er jetzt als siebenjähriger Grundschüler namens Conan Edogawa leben. Dank einiger Erfindungen von Professor Agasa kann er jedoch seine physischen Defizite ausgleichen - wie zum Beispiel die Power-Kick-Boots, welche ihm erlauben mit großer Kraft zu treten oder zu rennen. Neben den Schuhen hat er noch das Narkosechronometer, welcher ihm erlaubt andere Personen zu betäuben. Er lernt später Ai Haibara kennen, welche ebenfalls durch das gleiche Zellgift geschrumpft worden ist. In der japanischen Originalfassung wird er von Minami Takayama (Envy in Fullmetal Alchemist Brotherhood) gesprochen, während in der deutschen Synchronfassung Tobias Müller (Bastion Misawa in Yu-Gi-Oh! GX) ihm seine Stimme leiht.

 

Ran Mori

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Ran ist Shinichis Sandkastenfreundin und ist in ihn verliebt. Seitdem Conan in der Detektei Môri ist, ist er für sie wie ein kleiner Bruder. Ran hält Conan nur für ein sehr intelligentes Kind, doch sie kommt immer wieder hinter Conans wahre Identität - allerdings schafft es Conan entweder alleine oder gemeinsam mit Professor Agasa oder Heiji Hattori sie von der Wahrheit abzulenken. Sie ist sehr warmherzig und kann nicht tadellos rumsitzen, wenn es jemandem schlecht geht. Ran hat im Karate den schwarzen Gurt und ist sehr gut in Selbstverteidigung, allerdings hat sie Angst vor Geistern und manchen Insekten. Während Wakana Yamazaki (Nojiko in One Piece) sie in der Originalfassung spricht, spricht sie Giuliana Jakobeit (Mimi in Digimon) in der deutschen Fassung.

 

Ai Haibara

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Seit ihrer Geburt war Ai Haibara mit dem Codenamen Sherry für die Organisation tätig und dort für die Weiterentwicklung des Apoptoxin 4869 verantwortlich. Als sie die genauen Umstände des Todes ihrer Schwester Akemi Miyano in Erfahrung bringen wollte, wurde sie eingesperrt und beabsichtigte daraufhin, sich mithilfe ihres eigenen Giftes zu töten. Shihos Körper verjüngte sich jedoch um elf Jahre, woraufhin sie floh. Seither befindet sich die Organisation auf der Suche nach ihr. Sie nahm den Namen Ai Haibara an und ist nun Mitglied bei den Detective Boys. Nebenbei sucht sie gemeinsam mit Conan Edogawa nach dem Apoptoxin 4869, um daraus ein Gegenmittel zu entwickeln. Als ehemaliges Organisationsmitglied, besitzt sie die Fähigkeit, die Aura der Organisation wahrzunehmen. Seit jeher spricht Andrea Loewig Ai Haibara, sowie auch ihr erwachsenes Ego. Auch in der japanischen Sprachfassung spricht Megumi Hayashibara (Rei in Neon Genesis Evangelion) beide Parts ein.

 

Aufgrund der Tatsache, dass von Anfang an klar ist, dass spätestens am Ende wieder alles so ist, wie am Anfang, haben die Produzenten sich wieder einmal für das übliche Fillerschema entschieden. Hinzu kommt ein eingebauter Zeitsprung, welcher den Zuschauer zusätzlich verwirren kann, wenn man mal nicht aufpasst. Ganz zu schweigen davon, dass man einige Szenen durch den Zeitsprung mehrfach sieht, wie zum Beispiel Conans Entführung. Das hätte nicht sein müssen und scheint nur dazu zu dienen, die Handlung künstlich in die Länge zu strecken. Generell kommt dieses Special zunächst interessant daher, aber schnell merkt der konzentrierte Zuschauer, das in diesem Special etwas auf der Strecke geblieben ist: Die Spannung. Dies liegt daran, dass man als Zuschauer keine Sympatie zu den neu eingeführten Nebencharakteren aufbauen kann, da diese kaum Innenleben haben, sondern fast ausschließlich Expositiondialoge führen.

 

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Ein kleines Beispiel: Die Verbrecherorganisaton und ihre Mitglieder werden kaum bis gar nicht charakterisiert. Nur der Hauptcharakter Kondo, auf den wir hier leider aus Spoilergründen nicht eingehen können, hat eine Hintergrundgeschichte. Das ist wirklich schwach. Die einzigen Szenen, die überzeugt haben, waren die Szenen mit Ai, die versucht Conan aufzuspüren. Alle anderen Szenen waren leider nicht sehr interessant und gerade mal mit soliden Fillerepisoden der TV-Serie vergleichbar. Hinzu kommt noch, dass viele Actionsequenzen, wie in alter Conan-Film-Manie vor Unrealismus strotzen. Warum das so sein muss, ist immer noch unklar, da die Macher ansonsten ja wirklich bemüht sind, alles so realistisch wie möglich zu halten. Generell kommt der Plot anfangs intelligenter daher, als er am Schluss tatsächlich ist.

 

 

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Das TV-Special wurde wie die TV-Serie und die Filmreihe von TMS Entertainment in Zusammenarbeit mit V1 Studios produziert. Der Film wurde in 720p produziert und für die Blu-ray offenbar auf 1080p hochskaliert. Das erkennt man an der etwas schwächeren Bildschärfe. Die Animationsqualität befindet sich auf einem guten Niveau, allerdings wird auch hier viel CGI verwendet. Dies war bereits in vorherigen Filmen, sowie zuletzt in der TV-Serie, sehr auffällig bei Fahrzeugen zu sehen. Auch hier kommen wir in den "Genuss" von zahlreichen Computermodellen bei Fahrzeugen, wie auch Menschenmengen. Leider musste man wieder etwas sparen und Personen, die nicht agieren, fallen häufiger in eine Schockstarre. Hier wäre etwas mehr drin gewesen.

 

 

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Für die deutsche Synchronisation zeichnet sich wie bei der Detektiv Conan-Filmreihe und der Anime-Serie Magic Kaito das in Berlin ansässige Studio TV+ Synchron verantwortlich. Das Dialogbuch stammt diesmal von Michael Herrmann, anstelle von Karin Lehmann, da diese zeitgleich das Dialogbuch von dem 19. Detektiv Conan Film bearbeitet hatte. Dennoch übernahm sie auch die Synchronregie bei dem 90-minütigen TV Special.

 

Wie bei der TV-Serie und allen Filmen sind Tobias Müller als Conan Edogawa, Guliana Jakobeit als Ran Mori und Jörg Hengstler als Kogoro Mori zu hören. Es gab bei dem TV-Special keinerlei Umbesetzungen.Die Sprecher leisten allesamt einen guten Job. Besonders hervorheben sollte man wieder die Leistung von Andrea Loewig als Ai Haibara. Besonders eine Szene, bei der sie vor einer Frau ihre Stimme auf die eines jungen Mädchen verstellt, ist gut gelungen. Ebenfalls wieder hervorragend spricht Tobias Müller unseren kleinen Meisterdetektiv - auch wenn so langsam hörbar wird, dass er auf Conan etwas heiser klingt.

 

An der deutschen Übersetzung gibt es nichts zu bemängeln. Japanische Suffixe wurden nicht in die deutsche Fassung übernommen und das deutsche Dialogbuch ist sehr variantenreich und natürlich geschrieben, wie man es von den vorherigen Filmen, die von Karin Lehmann bearbeitet wurden, bereits kennt - auch wenn diesmal jemand anderes das Dialogbuch geschrieben hat. Die Untertitel stellen umformulierte Rohübersetzungen aus dem Japanischen dar und bringen alles gut auf den Punkt. Im Gegensatz zu vorherigen Filmen sind die deutschen Untertitel in weiß statt gelb gehalten. Das Ending wird in der deutschen Synchronfassung deutsch untertitelt, während in der japanischen Fassung mit dem Originaltext zum Mitsingen anstimmt.

 

Bei der deutschen Synchronfassung gab es leider einige Abmischungsfehler. Bei dem ersten Ending “Muteki na Heart” wurde versehentlich ein Hall hinzugefügt. Dies war auch bei dem zweiten Ending “Dynamite” so. Allerdings ist dies im Originallied bzw. der damaligen Ausstrahlung im japanischen Fernsehen nicht so gewesen.

 

Im Gegensatz zu Film 19 gibt es diesmal wieder ein deutsches Logo als Einblendung zu begutachten und es kann sich sehen lassen. Offenbar hat man sich hierbei an dem deutschen Manga orientiert.

 

 

Als Extras wird diesmal anstelle eines Booklets ein etwa DIN A3 großes Poster beigelegt. Das Motiv entspricht dem japanischen bzw. deutschen Coverartwork der DVD bzw. Blu-ray. Das fehlende Booklet stört diesmal schon gewaltig, da man es jahrelanger Käufer mittlerweile gewöhnt ist, dass ein Booklet beiliegt.

 

 

  • schönes Poster als Extra

  • solide Animationen

  • deutsches Logo

  • Abmischungsfehler bei den Endingsongs

  • schwache Handlung mit wenig Tiefgang

 

Insgesamt bleibt zu sagen, dass dieses Special wie ein langgezogener Filler wirkt. Man kann sich dieses Special mal ansehen, aber aufgrund der nicht gerade spannenden Handlung und der wenigen interessanten Szenen empfiehlt es sich eher, Conan-Film 4 oder 6 erneut anzusehen,. Die deutsche Bearbeitung ist in Ordnung, allerdings hätten die Abmischungsfehler bei den Endings wirklich nicht sein müssen. Trotz allem sollten alle Conan-Fans zuschlagen, da es sich hier um die erste TV-Special-Veröffentlichung in Deutschland handelt und bei genug Unterstützung bestimmt weitere Folgen bzw. Specials den Weg hierher finden werden.

 

© 1996-2017 TMS Entertainment, YTV, Detective Conan Committee. All Rights reserved.

© 2017 VIZ Switzerland/AV Visionen. All Rights reserved.

 

Falls ihr Interesse am Film haben solltet, könnt ihr ihn hier bestellen.

 

Sämtliche Aussagen dieser Rezension reflektieren lediglich die Meinung des Autoren und nicht die von Crunchyroll und seiner Partner

 

-websconan

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