DVD-Review: Detektiv Conan - Die TV-Serie (DVD-Box 1)

Der Beginn der Endlosserie auf DVD!

Seit dem 8. Januar 1996 flimmert der Anime Detektiv Conan bereits über die japanischen Fernsehbildschirme. Der Manga, auf dem die TV-Serie basiert, startete bereits im Jahr 1994 und verkauft sich seither sehr gut. Im Jahr 2002 erkannte das der in Deutschland ansässige TV-Sender RTL II und lizenzierte zunächst 102 Episoden und strahlte diese ab dem 10. April aus. Nachdem etwa 50 Folgen ausgestrahlt wurden, begann der Sender plötzlich damit den Anime zu schneiden, um ihn damit einem jüngeren Publikum zugänglich zu machen. Doch viele verärgerte das und warteten seither auf eine ungeschnittene DVD-Veröffentlichung. Der damalige Publisher m4e veröffentlichte zunächst 39 Folgen auf mehreren DVD-Boxen. Aber aufgrund schlechten Verkaufszahlen wurde von einer Weiterführung des Releases von weiteren Folgen abgesehen.


Knapp zehn Jahre später hat sich Kazé der Serie angenommen und veröffentlicht zunächst 102 Episoden auf drei DVD-Boxen. Uns liegt die erste DVD-Box vor, die die Folgen 1-34 erhält. Kann der Release überzeugen oder bekommen wir im Grunde nut deutsche TV-Aufnahmen auf 6 DVD-Rohlinge serviert? Wir haben uns für euch den Release gründlich angesehen!

 

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Messerscharfer Verstand, geniale Kombinationsgabe – mit seinen gerade mal 17 Jahren gilt Shin’ichi Kudo bereits als Meisterdetektiv. Immer wieder hilft er sogar der Kriminalpolizei dabei, die kniffligsten Fälle zu lösen und den wahren Täter zu stellen. Eines Tages jedoch, als er mit seiner Freundin Ran Môri einen Vergnügungspark besucht, beobachtet er zwei Männer in Schwarz bei einem verdächtigen Deal. Dabei bemerkt er den Verbrecher hinter sich nicht, der ihm ein mysteriöses Gift verabreicht. Schließlich erwacht Shin’ichi im Körper eines Grundschülers – doch aufhalten lässt er sich davon nicht. Um nicht wieder ins Visier der Schwarzen Organisation zu geraten, lebt er fortan bei Ran und ihrem Vater und ermittelt mithilfe seiner Freunde fleißig weiter. Aufgepasst, hier kommt der kleine Detektiv Conan!


[via Kazé]

 

Viele von euch dürften bereits die grundlegende Story kennen. Aber hier stelle ich nochmal kurz die wichtigsten Charaktere aus dem Anime vor.

 

Conan Edogawa

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In seinem Körper steckt eigentlich der Körper des 17-jährige Oberschüler Shinichi Kudo. Doch aufgrund eines Zellgifts, welches ihm von zwei Männern in Schwarz verabreicht wurde, muss er jetzt als siebenjähriger Grundschüler namens Conan Edogawa leben. Dank einiger Erfindungen von Professor Agasa kann er jedoch seine physischen Defizite ausgleichen - wie zum Beispiel die Power-Kick-Boots, welche ihm erlauben mit großer Kraft zu treten oder zu rennen. Neben den Schuhen hat er noch das Narkosechronometer, welcher ihm erlaubt andere Personen zu betäuben.  In der japanischen Originalfassung wird er von Minami Takayama (Envy in Fullmetal Alchemist Brotherhood) gesprochen, während in der deutschen Synchronfassung Tobias Müller (Bastion Misawa in Yu-Gi-Oh! GX) ihm seine Stimme leiht.

 

Ran Mori

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Ran ist Shinichis Sandkastenfreundin und ist in ihn verliebt. Seitdem Conan in der Detektei Môri ist, ist er für sie wie ein kleiner Bruder. Ran hält Conan nur für ein sehr intelligentes Kind, doch sie kommt immer wieder hinter Conans wahre Identität - allerdings schafft es Conan entweder alleine oder gemeinsam mit Professor Agasa oder Heiji Hattori sie von der Wahrheit abzulenken. Sie ist sehr warmherzig und kann nicht tadellos rumsitzen, wenn es jemandem schlecht geht. Ran hat im Karate den schwarzen Gurt und ist sehr gut in Selbstverteidigung, allerdings hat sie Angst vor Geistern und manchen Insekten. Während Wakana Yamazaki (Nojiko in One Piece) sie in der Originalfassung spricht, spricht sie Giuliana Jakobeit (Mimi in Digimon) in der deutschen Fassung.

 

Die Story rückt bei dem Anime schnell in den Hintergrund. Anfangs wird zwar noch thematisiert, das Conan Schwierigkeiten mit seiner Umgebung hat, da er ja jetzt auf Kindergröße geschrumpft ist. Dies relativiert sich allerdings später, da er von Professor Agasa immer wieder kleine Gadgets bekommt, die seine körperlichen Einschränkungen wieder ausgleichen. Schnell wird dem Zuschauer klar, dass es bei Detektiv Conan hauptsächlich um das Lösen von Kriminalfällen geht. Doch kann das spannend oder gar faszinierend sein?


Ich habe vor Detektiv Conan viele amerikanische Krimiserien wie Navy CIS oder CSI: New York gesehen und hatte mich eigentlich an solchen Serien sattgesehen. Doch dieser Anime schafft es, immer wieder mich zu begeistern. Dies liegt vor allem darin, dass die Fälle wesentlich komplexer sind und man denkt als Zuschauer immer wieder: “Das kann doch gar nicht möglich sein”. Doch immer wieder beweist uns Conan das Gegenteil. Teilweise mit Angelschnüren, manchmal mit komplexen Seilkonstruktionen, scheint fast alles möglich zu sein. Und auch alle Konstruktionen wirken sehr realistisch und nicht an den Haaren herbeigezogen. In der wirklichen Welt würde man mit Sicherheit mit so manchem Verbrechen durchkommen, wenn man es so wie die Täter bei Detektiv Conan anstellt. Nachfolgend wollen wir einige Folgen der DVD-Box aufzählen, die besonders hervorstechen:


Episode 1 - Die tödliche Perlenkette

 

Hier hat alles angefangen. Shinichi wird zu Conan und auch die Männer in Schwarz, Gin und Wodka, haben ihren ersten Auftritt. Insgesamt eine schöne erste Folge, welche die Charaktere gut vorstellt.

 

Episode 6: Tod am Valentinstag

 

Die erste Fillerfolge in der Geschichte des Animes kommt mit einem netten Plot daher. Ran wird bei einer Valentinstagsparty eingeladen und der geschrumpfte Shinichi muss natürlich Ran auf diese Party heimlich folgen, damit sich niemand an sie ranmachen kann. Insgesamt eine nette Folge, die eine nicht so leicht vorhersehbare Fallaufklärung mit sich bringt.

 

Episode 11 & 12: Mord bei Mondschein 1+2

 

Mehrere Personen kommen auf der Mondscheininsel ums Leben. Immer wird am Tatort die Mondscheinsonate von Mozart gespielt. Treibt ein Geist sein Unwesen oder handelt sich sich dabei um einen herkömmlichen Mord? Die Folge punktet vor allem mit einem tragischen Ende, was man so nicht erwartet hätte.

 

Episode 14: Masumis Armbanduhr

 

Eigentlich müsste man diese Folge hassen, da das Animationsstudio den ursprünglichen Inhalt des Mangas am Schluss vollkommen verdreht und verändert hat. An sich bietet die Folge allerdings viel Spannung. Durch das veränderte Ende mussten die Produzenten eine weitere Folge produzieren, in der dies richtig gestellt wurde. Dennoch eine gelungende Folge.

 

Episode 23 & 24: Das Alptraumschiff 1+2

 

Auf einem Luxusdampfer der Familie Hatamoto wird das Familienoberhaupt umgebracht. Alle halten den Verlobten der Enkelin des ebengenannten Oberhaupts für den Täter. Eben dieser wird dann aufgrund des Verdachts in einen Raum eingesperrt. Doch kurz darauf wird ein weiterer Toter entdeckt und der Verdächtige ist plötzlich aus dem Raum verschwunden. Die Folge ist wirklich gut gelungen und ist durchweg spannend.

 

Episode 34: Der Schatz der Erfahrung

 

Die Detective Boys sind wieder einmal auf Schatzsuche und müssen bei einem Rätsel in freier Wildbahn so einige Herausforderungen meistern. Eine spannende und interessante Folge mit einem grandiosen Ende.

 

Dies sind natürlich nur ein paar Beispiele. Detektiv Conan ist gerade zu Anfang eine recht episodische Serie. Mit Ausnahme von Doppelfolgen bietet jede einen neuen Fall, der nichts mit der vorherigen Episode zu tun hat. Einige sind etwas cleverer als andere. Wer Detektivserien mag, wird hier garantiert fündig.


Nichtsdestotritz muss dennoch betont werden: Wer hier auf eine übegeordnete Handlung (oder gar deren Auflösung) hofft, wird hier enttäuscht. Wer jedoch episodische Happen für die gute Unterhaltung zwischendurch braucht, wird hier inhaltlich bestens bedient.

 

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Die Episoden wurden im Jahre 1996 produziert und liegen daher in 576p und einem Format von 4:3 vor. Die Animationen sind darüber hinaus aufgrund des niedrigen Budgets der Serie sehr einfach gehalten und Personen bewegen sich nur, wenn sie sprechen. Ansonsten verfallen sie in eine Art Schockstarre. Die Hintergründe sind für damalige Verhältnisse sehr schön und ziemlich detailliert.


Die deutsche Veröffentlichung hierbei ist umso enttäuschender. Der deutsche Publisher Kazé hat sich das Leben sehr einfach gemacht und einfach nur die deutschen Master für die DVDs verwendet. Daher ist das Bild etwas verwaschen und nicht so scharf wie es bei den japanischen Mastern gewesen wäre. Bei der Doppelfolge “Mord unter Freunden” hat Kazé Szenen, die in der deutschen Fassung gefehlt haben, durch Szenen aus der Remastered Fassung ergänzt und mit der deutschen Synchronisation unterlegt. Leider wurde keinerlei Anpassung der neuen Szenen vorgenommen und daher wirkt das neue Material etwas “fremd”, da es eine ganz andere Farbgebung und Schärfe hat.

 

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Das DVD-Menü liegt im Gegensatz zur Serie in 16:9 vor und ist recht schlicht gestaltet. Es bietet nur die Folgenauswahl. Im Hintergrund wird das deutsche Opening eingespielt.

 

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Wie zu erwarten, wurde (glücklicherweise) auf die deutsche Synchronfassung von RTL II aus dem Jahre 2002 zurückgegriffen. Dafür wurde jedoch gänzlich auf Untertitel verzichtet: Sowohl eine Untertitelung für Hörgeschädigte als auch eine japanische Tonspur inklusive einer direkteren Übersetzung sucht man hier vergeblich.


Die deutsche Synchronfassung wurde von den MME Studios angefertigt. Das Opening wurde durch Toyco eingedeutscht und trägt den Titel “Nur Fragen in meinem Kopf”. Auch das Ending wurde lokalisiert, aber auf 30 Sekunden gekürzt. Alle Einblendungen wurden durch RTL II mit deutschen Einblendungen überblendet (z.B. Namensschilder usw.). Der Lizenzgeber TMS hat nach den Folgen noch eigene Credits hinzugefügt. Ansonsten ist alles unverändert geblieben. Der Publisher m4e hat diese Folgen damals auch bereits herausgebracht.


Allerdings waren bei den damaligen Releases der japanische Ton sowie auch eine deutsche Untertitelung dabei. Für Kazé wäre es also durchaus möglich gewesen, zumindest die deutschen Untertitel zu beschaffen und eine japanische Fassung zusätzlich auf den Discs anzubieten. Trotzdem hat man leider darauf verzichtet. Zudem war damals die deutsche Synchronfassung sogar im 5.1. Ton dabei, hier aber nur im 2.0 Ton.

 

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Auf den DVDs befinden sich keinerlei Extras. Es liegt ansonsten noch ein Booklet dabei, das im Grunde nur eine Episodenübersicht darstellt. Auch sonst sind keine weiteren Boni enthalten.

 

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Für Fans der Serie, die unbedingt die Serie mal mit der japanischen Sprachausgabe anschauen wollten, ist dieser Release leider sehr enttäuschend, da Kazé keinen japanischen Originalton auf die Discs gepresst hat. Wie bei One Piece fährt man hier ein ähnliches Veröffentlichungsmuster, was sehr schade ist. Die Box an sich ist sehr stabil - nur die Motive, die für die Discs gewählt wurden, sind sehr billig, da es sich einfach nur Screenshots aus den Folgen handelt.


Die Veröffentlichung wirkt auf mich sehr halbgar und schnell zusammengeschustert. Eben wie gute TV-Aufnahmen ohne RTL II Logo auf DVD gepresst. Hier hätte man sich deutlich mehr erhofft. Fans, die das nicht stört, kommen jedoch voll auf ihre Kosten bei 34 Folgen für etwa 55-60 €.

 

© 1996-2017 TMS Entertainment, YTV, Detective Conan Committee. All Rights reserved.

© 2017 VIZ Switzerland/AV Visionen. All Rights reserved.

 

Falls ihr Interesse an dieser DVD-Box haben solltet, könnt ihr sie hier bestellen.

 

Sämtliche Aussagen dieser Rezension reflektieren lediglich die Meinung des Autoren und nicht die von Crunchyroll und seiner Partner

 

-websconan

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