PS4-Review: Little Nightmares

Konfrontiert eure Albträume

Bandai lädt uns ein, die Welt unserer Kindheitsträume wieder zu besuchen. Das Problem: Das gilt nur für Albträume. Fans von Horror-Spielen und Plattformern, hört her: Es gibt Nachschub. Doch taugt der Horrortrip durch den spielgewordenen Albtraum was oder wirkt Little Nightmares doch eher wie ein genüssliches Mittagsschläfchen? Wir sagen es euch!

 

 

Little Nightmares besitzt keine Story, zumindest nicht im typischen Sinn. Zu Beginn bekommt der Spieler nicht mal einen Hinweis, was überhaupt sein Ziel ist. Alles was man sieht, ist Six, die stumme Protagonistin, wie sie in einem Raum aufwacht. Es gibt keine Anweisungen, keine Quest-Logs, keine Missionsmarker - nur eine Öffnung in der Holzwand auf der rechten Bildschirmhälfte. Schnell wird dem Spieler das Ziel doch klar: Weg! Weg aus diesem Gebilde und natürlich nicht sterben.


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Einzig Hinweise aus den Hintergründen oder Aktionen der Anwohner des Ortes ermöglichen, Vermutungen anzustellen. Dadurch kann man die Umstände der Spielwelt langsam wie ein Puzzle zusammensetzen. Das Ziel von Little Nightmares ist es, an den unterschiedlichsten Rätseln und Bedrohungen vorbeizukommen und den rechten Bildschirmrand zu erreichen, um hoffentlich heraus zu finden, wo man gerade ist.


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Mit nur 4 Stunden Spielzeit (und einer recht öden Auflösung am Schluss) ist die Geschichte an sich nicht besonders gut. Glücklicherweise steht diese im Hintergrund, was dem Spielspaß zugute kommt. Das wahre Aushängeschild von Little Nightmares ist die Atmosphäre.

 

 

Little Nightmares ist ein Grusel-Plattformer gespickt mit Rätseln. Dementsprechend besteht das Spiel größtenteils aus Laufen, Springen, Klettern, Schieben und vor allem Rätsel lösen. Diese variieren von simplen Aufgaben wie: “Verschiebe den Stuhl, um an die Türklinke zu kommen” bis hin zu Problemen, welche man nur lösen kann, wenn man das Areal wechselt. Besonders diese Rätsel stechen im Spiel heraus. Wenn man beispielsweise Fleisch in einem Kühlraum auf eine Falltür stellt und diese später öffnet, um aus dem Fleisch eine Wurst zu machen und sich an dieser ins nächste Gebiet zu schwingen, kommt ein ziemliches Erfolgsgefühl auf. Für viele Rätsel wird der Spieler mehrere Versuche brauchen, da es kaum Hinweise gibt wie diese zu lösen sind. Somit ist genügend Köpfchen und Experimentierfreude gefragt, um sich durch die schaurigen Umgebungen zu bewegen.


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Eine Besonderheit von Little Nightmares sind die Bossgegner. Damit sind allerdings keine Kämpfe gemeint. Diese Bosse bewegen sich durch die Level und interagieren mit der Kulisse. So muss man durch eine Küche schleichen, während der Koch das Essen zubereitet. Wird man entdeckt, heißt es schnell Game Over und man darf von vorne beginnen. Glücklicherweise sind die Checkpoints äußerst fair platziert. In diesen Abschnitten ist Little Nightmares fast schon ein Schleichspiel. Vor allem das Artdesign nacht diese Gegner großartig, genau wie die Bewegungen der Figuren und die Geräusche, die diese von sich geben.


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Leider ist Little Nightmares kein perfektes Spiel. Es gibt einige Frustmomente und die Bewegungen von Six sind ab und an schwammig. Besonders, wenn man an derselben Stelle drei Mal in den Tod stürzt, kommt Frust auf. Vor allem die Rätsel in denen das Timing eine wichtige Rolle spielt, sorgen oft für Ärger, da die Zeitfenster meist sehr klein sind und sollte man diese verpassen es oft den Tod bedeutet.

 

 

Auf der PlayStation 4 läuft Little Nightmares mit 1080p und 30 Bildern pro Sekunde und beeindruckt durch großartig designte Figuren und interessante Level. Vor allem die Bewegungen der Anwohner und von Six lassen die Spielwelt real werden.


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Die Bewegungen der Anwohner passen immer zum Aussehen der jeweiligen Figur, was diese noch glaubwürdiger wirken lässt. Auf Cutscenes wurde komplett verzichtet, wodurch der bedrückende Stil beibehalten wird. Nur die Kamera sorgt durch schlechte Positionierung des Öfteren für Ärger und ungewollte Game Overs.


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Der Soundtrack des Spiels ist großartig. Die bedrückende Atmosphäre wird durch die düstere Hintergrundmusik verstärkt. Außerdem besitzt jeder Boss ein eigenes Instrument, welches im Hintergrund rhythmisch ertönt - beinahe wie ein Puls. Wird man entdeckt oder schöpfen die Feinde Verdacht, wird dieser schneller und bedrohlicher.

 

 

Little Nightmares ist ab dem 28. April 2017 für PC, PS4 und Xbox One erhältlich. Der Preis für die Download-Version liegt bei 20 Euro. Für 35 Euro ist exklusiv auf Amazon auch eine sogenannte "Six Edition" erhältlich, die neben Spiel und Soundtrack-CD auch eine 10cm-Figur der Heldin, ein A3-Poster, einen Sticker-Bogen und eine Box im Käfig-Design umfasst. Auf der Disk kann man Konzeptzeichnungen freispielen.

 


+ gutes Design

+ schön düstere Atmosphäre

+ Bedrückender Soundtrack, der vor allem die Bosse mitcharakterisiert

- Nur 4 Stunden Spielzeit

- Schlechte Kameraführung

- Nicht zufriedenstellendes Ende ohne Wiederspielwert

 

Auch wenn Little Nightmares einige Mängel aufweist, so ist es dennoch ein guter Horror-Plattformer, den man schnell liebgewonnen hat, und das Potential besitzt, einer der besseren Horrortitel des Jahres zu werden. Die 20€ ist es auf jeden Fall wert.

 

Falls ihr Interesse am Spiel habt, könnt ihr es hier bestellen.

 

~Hengagenga

 

Sämtliche Aussagen dieser Rezension reflektieren lediglich die Meinung des Autoren und nicht die von Crunchyroll und seiner Partner



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