Blu-ray Review: Attack on Titan Vol. 4

Ein Blick zurück auf einen gemeinen Cliffhanger

Man fühlt sich ja irgendwo alt, wenn man bedenkt, dass zwischen der ersten und zweiten Attack on Titan Staffel fast vier Jahre vergangen sind. Lasst uns doch die Zeit einmal zurückdrehen und betrachten, wie der Hit-Anime aus dem Jahr 2013 damals zuende ging. Kazé hat uns dafür freundlicherweise eine Kopie der vierten Attack on Titan Volume zukommen lassen.

 

 

Die Expedition des Aufklärungstrupps ist alles andere als nach Plan verlaufen. Das Auftauchen des weiblichen Titanen brachte alles durcheinander. Können Eren und seine Kameraden den weiblichen Titanen gefangen nehmen? Welches Geheimnis verbirgt sich hinter ihr? Welche Opfer muss die Menschheit für einen Sieg erbringen?

 

 

Auch in dieser Volume steht wieder die eskalierte Expedition des Aufklärungstrupps und deren direkte Folgen im Vordergrund. Am Ende der letzten Volume ist es dem Trupp tatsächlich gelungen, den weiblichen Titanen festzunageln. Von daher sieht es am Anfang danach aus, als ob die Menschheit es endlich mal geschafft hat, einen Sieg zu erlangen. Alles verlief nach Plan durch die gute Zusammenarbeit, auch wenn es einige Leben gefordert hat. Dieser Erfolg lehrte Eren, auf seine Kameraden zu vertrauen und dass die Kraft der Freundschaft jede Herausforderung überwinden kann…

 

 

So wäre es zumindest in jeder anderen Animeserie. Aber dies ist Attack on Titan, eine Serie, die dafür berüchtigt dafür ist, solchen Klischees ins Gesicht zu spucken. Natürlich geht am Ende alles schief, Dutzende sterben einen bedeutungslosen Tod und die Expedition ist letzten Endes ein kompletter Reinfall. Alles, weil Eren auf seine Kameraden gesetzt hat anstelle seinem Bauchgefühl zu vertrauen. Es ist diese unkonventionelle Narration, in der konventionelle Tropen auf dem Kopf gestellt werden, was Attack on Titan zu einer fesselnden Serie macht. Allerdings könnte es ein wenig zu viel für manche Zuschauer werden. Attack on Titan ist eine sehr düstere Serie, die gerade genug Hoffnung macht, dass alles wieder gut wird, nur um diese in der nächsten Szene zu zerschlagen. Selbst wenn die Helden mal einen Sieg erringen, ist es bestenfalls ein Pyrrhussieg.

 

 

Ab einem gewissen Punkt wird es zugegebenermaßen etwas vorhersehbar. Man weiß zwar nicht genau, was passieren wird, doch man weiß einfach, dass sobald sich die Dinge zum Guten wenden, man nur Minuten vom nächsten düsteren Twist entfernt ist. Zwar ist diese Abwärtsspirale, was Attack on Titan so beliebt macht, aber auf der anderen Seite ist es auch die größte Barriere. Es ist leicht abschreckend, wenn man weiß, dass alles immer nur schlimmer wird und dies ist nun mal nicht jedermanns Geschmack.

 

 

Ein Punkt, der in dieser Volume eine recht wichtige Rolle spielt, ist die Beziehung zwischen Eren und Annie Leonhardt. Zumindest sollen die beiden einigermaßen gut befreundet sein. Allerdings kommt dies ein wenig aus dem Nirgendwo. Anscheinend ging die Natur ihrer Beziehung in der Adaption ein wenig verloren. Im Manga unterrichtete Annie Eren wohl im Nahkampf, im Anime wiederum sah man nichts davon, mit Ausnahme einer Szene in einer vorigen Volume, in der Eren eine Kampftechnik von ihr abgekupfert hat. Zwar kann man ein Auge zudrücken - schließlich haben die beiden zwei Jahre lang im selben Lager trainiert - doch ist es dennoch ein wenig schwer, alles nachzuvollziehen.

 

 

Und dann wäre da noch das Ende. Die erste Staffel von Attack on Titan endet mit einem großen Spektakel, dass kein Auge trocken lässt. Doch wenn man sich zurück ins Jahr 2013 zurückversetzt, ist es alles andere als zufriedenstellend. Man bekommt kaum Antworten geliefert und die Motive des Schurken bleiben im Dunkeln. Im Gegenteil, es werden diverse neue Fragen aufgeworfen, besonders da das Ende noch mit einer recht schockierenden Enthüllung gepaart ist. Glücklicherweise hat es die zweite Staffel endlich zur Veröffentlichung gebracht, was dieses Problem eliminiert.  

 

 

Es gibt in Sachen Technik nicht wirklich viel hinzuzufügen, was wir nicht bereits in unseren vorigen Reviews erwähnt haben. Attack on Titan ist eine technisch beeindruckende Serie mit erstaunlich in Szene gesetzten Kämpfen. Wobei in dieser Volume der bombastische Endkampf zwischen Eren und dem Weiblichen Titan natürlich heraussticht.

 

 

Abgesehen davon spielt ein Großteil der letzten paar Episoden im Zentrum der Mauern, wo die wohlhabende Oberschicht der Menschheit lebt. Dementsprechend sieht die Gegend auch sehr fein und sauber aus, was eine wirkliche schöne Szenerie hergibt.

 

 

Die deutsche Vertonung bleibt weiterhin auf hohem Niveau. Man muss Kazé für die Lokalisierung der Serie einfach loben, man hätte sich kaum einen besseren Cast für diese langerwartete Serie wünschen können und die Übersetzung ist einwandfrei. Auch bei den gut zu lesenden Untertiteln ist uns kein Fehler aufgefallen.


 

 

Wie die vorigen 3 kommt auch diese wieder mit einem Aufnäher, dieses Mal das Wappen des Trainingskorps. Dazu gibt es wieder ein Booklet, in welchem sich Profile für die wichtigsten Titanen der Serie wiederfinden, als auch ein Episodenguide für die enthaltenen Folgen und natürlich wieder ein paar unterhaltsame 4-Panel Comics, in welchen ein paar Schlüsselmomente durch den Kakao gezogen werden.

 

Digital gibt es wieder ein paar einigermaßen lustige Mini-Episoden, welche wie die Comics die eigene Serie ein wenig parodieren. Der Humor trifft bei diesen leider nicht immer so ins Schwarze, doch sind sie ganz unterhaltsam.  Das Ganze wird noch mit einem NinotakuTV-Special abgerundet. Dieser war nämlich Gast im Synchronstudio und hat die Gelegenheit nicht ausgelassen, Erens Sprecher, Max Felder, und René Dawn-Claude, den Regisseur der deutschen Vertonung sowie Sprecher von Jean, zu interviewen. Dazu kann man Nino dabei beobachten, wie er selbst ein paar Zeilen für einen Nebencharakter einspricht. Das Video ist etwa 9 Minuten lang und bietet einen interessanten Einblick hinter die Kulissen.

 

 

+Super Animation und Action

+Superbe Lokalisierung

+Gute Extras

-Erens und Annies Beziehung zueinander ist nicht ganz nachvollziehbar

 

Attack onTitan ist keine perfekte Serie, wird aber ihrem Hype einigermaßen gerecht. Das Negativste, was man über diese Volume sagen kann, ist dass sie auf einen gemeinen Cliffhanger endet. Da es nach vier Jahren die zweite Staffel endlich ins japanische Fernsehen geschafft hat, ist dies aber glücklicherweise kein Problem mehr. Und Kazé hat mit einer super Lokalisierung ein überragendes Produkt nach Deutschland gebracht.

 

Falls ihr Interesse habt, könnt ihr Attack on Titan Volume 4 haben solltet, könnt ihr euch sie hier auf DVD und Blu-ray bestellen.

 

©Hajime Isayama, Kodansha/ATACK ON TITAN Production Committee

 

Sämtliche Aussagen dieser Rezension reflektieren lediglich die Meinung des Autoren und nicht die von Crunchyroll und seiner Partner.

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