Blu-ray Review: Magic Kaito 1412 Volume 1

Der Meisterdieb kehrt zurück!

Bereits im Jahr 2012 konnte der geneigte Zuschauer den Anime Magic Kaito im japanischen Fernsehen sehen. Zwar handelte es sich dabei im Grunde nur im Spezialfolgen des regulären Detektiv Conan-Anime und die Animationsleistungen waren wie bei der TV-Serie eher durchwachsen, aber immerhin kam man erstmalig in den Genuss von animierten Magic Kaito-Mangakapiteln. Bereits zwei Jahre später kündigte das Animationsstudio A-1 Pictures (u.a. Fairy Tail, Sword Art Online) einen neuen Anime an, nämlich Magic Kaito 1412.


Neben einem neuen Animationsstil (weil ein anderes Studio verantwortlich ist) hat sich so einiges verändert. Nun drei Jahre später kommt der Anime auch endlich mit einer deutschen Synchronfassung nach Deutschland. War in der Vergangenheit noch KAZÉ Anime für die Veröffentlichung aller bisher erschienenen Serien und Filme aus dem Detektiv Conan- wie auch Magic Kaito-Franchise verantwortlich, hat sich diesmal der Münchner Publisher peppermint anime die Lizenz gesichert. Seit dem 27. Oktober 2017 kann die erste Volume, die die ersten sechs Folgen enthält, gekauft werden. Doch lohnt sich der neue Anime und kann die deutsche Synchronfassung überzeugen? Wir haben uns für euch die Veröffentlichung genauer ansehen.

 

 


 


Als in den Nachrichten berichtet wird, dass der berüchtigte Meisterdieb Kid nach acht Jahren zurückgekehrt ist, schwört Oberschüler Kaito Kuroba vor seinen Klassenkameraden, diesen herauszufordern. Immerhin können dessen Zaubertricks sicherlich nicht mit seinen eigenen mithalten! Doch dann stolpert Kaito in die Geheimkammer seines verstorbenen Vaters und es stellt sich heraus, dass der legendäre Magier selbst der Phantomdieb Kid war. Wer ist dann aber der mysteriöse Dieb aus den Nachrichten? Kaito schwingt sich in das alte Outfit seines Vaters und versucht diesem Geheimnis selbst auf die Spur zu kommen.

 

Kaito Kuroba:

 

Kaito Kuroba ist ein Oberschüler, der großes Interesse an Magie zeigt. Er ist mit Aoko Nakamori befreundet und ziemlich kindisch für seine 17 Jahre. Er hat vor acht Jahren seinen Vater, der ein professioneller Magier war,  bei einem tragischen Unfall verloren. Doch eines Tages erfährt er, dass sein Vater in Wahrheit Kaito Kid, der Phantom Dieb, war und offenbar von einer mysteriösen Organisation ermordet worden ist. Nun wird er zum Kaito Kid in zweiter Generation, um den Mord aufklären zu können. Seine japanische Stimme leiht er sich von Kappei Yamaguchi (Lyssop in One Piece), während ihm wie bereits in der deutschen Synchronfassung von Detektiv Conan und Magic Kaito seine deutsche Stimme auch hier Julien Haggége (Kylo Ren in Star Wars) verliehen wird. 


Aoko Nakamori:

 

Aoko ist ein hilfsbereites und zudem nettes Mädchen. Sie ist mit Kaito befreundet und hegt romantische Gefühle für ihn, was sie allerdings nicht zugeben möchte. Ihr Vater Ginzou Nakamori ist der Sonderermittler bei der Polizei, der für die Verhaftung und Verfolgung von Kaito Kid zuständig ist. Bei der deutschen Synchronfassung zu Magic Kaito 1412 entschied man sich dafür, Aoko neu zu besetzen. Da die Sprecherin aus der Conan-TV-Serie Maria Koschny nicht zur Verfügung stand, wurde Jenny-Maria-Meyer, die viele Fans als Fehlbesetzung empfunden hatten, durch Josephine Schmidt (Kirie Kanoe in Duska Maiden of Amnesia) ersetzt. In der japanischen Fassung wiederum leiht sie sich ihre Stimme von Mao Ichimichi (Saraka Tsukai in Kado: The Right Answer)


Ginzou Nakamori:

 

Ginzou Nakamori ist Sonderermittler bei der Tokioter Polizei und für die Verfolgung und Verhaftung von Kaito Kid zuständig. Er ist allerdings sehr ungeschickt dabei und schafft es nie, den Dieb zu fassen, da er immer wieder entwischt. Auch in der deutschen Synchronfassung wird er wieder von Sven Gerhardt (Tenshinhan in  Dragon Ball Z Kai und Super) gesprochen, der die Rolle bereits seit dem 14. Detektiv Conan-Film spricht. In der japanischen Fassung leiht er sich von Unshou Ishizuka (Mr. Satan in Dragon Ball Z) seine Stimme.

 

Magic Kaito 1412 erzählt eine vergleichsweise ähnliche Story wie bei Detektiv Conan mit einer dunklen schwarzen Organisation, die Dreck am Stecken hat. Allerdings wird die Handlung deutlich spannender und temporeicher inszeniert, als bei der Vorgängerserie Magic Kaito - The Phantom Thief. Das liegt auch darin, weil ein anderes Team für die Produktion verantwortlich ist, während für die TMS-Produktion im Großen und Ganzen das gleiche Team verantwortlich war, welches den Anime bereits seit dem Jahr 1996 produziert. Allerdings fehlt der Story ein gewisser roter Faden, weil viele Folgen eben alleinstehend sind. Dies war bei dem TMS-Anime etwas besser gelöst, da man hier versucht hat, mit dem Fillercharakter Spider einen roten Faden einzubauen, der jetzt bei der mangagetreuen Umsetzung von Magic Kaito 1412 natürlich fehlt. Das muss allerdings nicht Schlechtes sein, denn wir bekommen mit Ausnahme der Neuumsetzung von einigen Kaito Kid-Fällen aus dem Detektiv Conan-Anime eine akkurate Umsetzung, die durchaus sehr düstere Akzente setzen kann.


 


Der Anime will allerdings auch kein “Plotmeisterwerk” sein, er will einfach nur unterhalten mit viel humorvollen Szenen wie ein paar “Ecchi-Witzchen”. Das macht Spaß und macht Lust auf mehr.

 

 

 

Die Animationsqualität ist deutlich besser als bei anderen vergleichbaren Produktionen aus dem Hause TMS Entertainment. Während man bei Magic Kaito oder Detektiv Conan ein Fest aus Standbildern oder schlecht gezeichneten Keyframes und Zwischenframes bekommt, hat man hier deutlich schönere Animationen produziert. Zwar kann man hier und da dennoch Standbilder sehen, allerdings ist das noch verzeihbar, da es sich hier um keine High-Budget Studio Ghibli-Produktion handelt. Das Einzige, was etwas gewöhnungsbedürftig ist, sind die neuen Zeichenstile von Shinichi Kudo und Kommissar Megure und anderen Detektiv Conan-Charakteren, die vor allem am Anfang sehr entstellt aussehen.

 

Der Anime wurde im Format 720p produziert und bietet schöne Hintergründe und ein gut eingesetztes CGI, im Gegensatz zu vergleichbaren TMS-Produktionen. Insgesamt ist die technische Umsetzung ein Fest für das Auge und sollte von mehr Produktionen zu Herzen genommen werden.

 

Auch die Musik ist gut gelungen und passt perfekt zum Geschehen. Songs wie "Kid - The Thief" sind echte Ohrwürmer. Das Opening und Ending stimmen gut auf den Anime ein und kommen zusätzlich mit guten Szenen daher.

 

 

Für die deutsche Synchronfassung hat peppermint Oxygen Sound Studios in Berlin verpflichtet. Wie auch bei den Detektiv Conan-Filmen zeichnet sich hier Karin Lehmann für das Dialogbuch und für die Synchronregie verantwortlich. Das Dialogbuch ist sehr lebendig und variantenreich geschrieben und erleichtert auch den Sprechern die Arbeit. Im Gegensatz zur Synchronisation von Magic Kaito gibt es auch keine Ausfälle im Bezug auf Lippensynchronität oder Sprecherauswahl, da alle Sprecher gut besetzt worden sind.


Allerdings gibt es einen Kritikpunkt. Als sich Kaito als Hakuba verkleidet, hört man nicht die Stimme von Hakuba (wie es auch in der japanischen Fassung ist), sondern die Stimme von Kaito Kuroba, was die Szene etwas lächerlich macht, da man so leicht Kid entlarven könnte. Doch im Großen und Ganzen muss man der Synchro ein großes Lob aussprechen, denn durch das neue Studio zusammen mit Karin Lehmann hat man nun eine nahezu perfekte Arbeit ohne Abmischungsfehler oder fragwürdige Besetzungen.


peppermint hat sich auch bei der Untertitelung nicht lumpen lassen. Es werden nahe alle Einblendungen übersetzt und sogar als Typesets über japanische Schrift gelegt und das in dem gleichen Stil der Originalschrift. Das ist sehr lobenswert.

  

 

peppermint anime hat mit dieser Veröffentlichung sehr viel richtig gemacht. Eine tolle deutsche Bearbeitung gepaart mit guter Qualität bei einfach allem. Wer noch nicht die erste Serie sein Eigen nennt, sollte lieber zu dieser Veröffentlichung von peppermint greifen, weil man einfach mehr für sein Geld bekommt. Die Handlung ist besser umgesetzt und deutlich erwachsener präsentiert. Eine volle Kaufempfehlung für alle Conan und Kaito Kid-Fans, oder die, die es noch werden wollen!

 

Falls ihr Interesse an Magic Kaito 1412 haben solltet, könnt ihr das erste Volume hier bestellen.

 

© 2014-2017 A1 Pictures/peppermint anime. All Rights reserved.

 

Sämtliche Aussagen dieser Rezension reflektieren lediglich die Meinung des Autoren und nicht die von Crunchyroll und seiner Partner


-Websconan

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