Blu-ray Review: Heavy Object

Runde Mechas?

Heavy Object ist kein gewöhnlicher Mecha-Anime. Soviel erkennt man auf dem ersten Blick. Mit Mechas, die nicht ansatzweise Ähnlichkeiten mit Menschen aufweisen und einem Fokus auf einen Mechaniker anstelle der Piloten setzt sich die Serie von ihre Rivalen ab (mal ganz abgesehen von einigen Ecchi-Elementen). Doch kann Heavy Object sich im Mecha-Genre behaupten? Wir haben uns die Serie angesehen und sagen es euch jetzt.

 

 

In einer nicht allzu fernen Zukunft führen vier Allianzen unentwegt Krieg gegeneinander, die sie mit den sogenannten Heavy Objects, riesigen von Menschen gesteuerten Maschinen führen. Bei einer dieser Schlachten wird das Heavy Object von Milinda Brantini zerstört und sie selbst wird von der Faith Organization gefangen genommen. Ihre Kameraden Qwenthur und Havia beschließen trotz des Rückzugsbefehls, ihre Kollegin zu retten und stellen sich den Feinden. Was sie nicht ahnen konnten: Diese Aktion wird ihre Karriere massiv beeinflussen.

 

Qwenthur Barbotage:

Qwenthur ist kein Soldat. Eigentlich ist er ein Student für Allzweck-Objects, der Object-Designer werden möchte. Anders als der Großteil der anderen bekannteren Soldaten kommt er aus einem bürgerlichen Haus, ist aber trotzdem einer der intelligenteren Soldaten und mit einigen Adeligen befreundet. Der Student sieht alles in einem positiven Licht - eigentlich eine gute Eigenschaft - allerdings trübt dies seine Fähigkeit, Risiken einzuschätzen wodurch der Junge schnell unvorsichtig wird. Qwenthur ist ein Object-Nerd: Schon beim Anblick eines neuen Objects oder irgendwelcher modernen Technologie möchte er sofort alles erfahren und wirft schnell jegliche Sicherheit über Bord. Neben Objects gehören auch weibliche Körper (besonders die Brüste) ebenfalls zu seinem Interessenbereich. Für schmutzige Diskussionen und Aktionen ist der Lehrling immer zu haben. Im Original übernimmt Natsuki Hanae (u.a. Sieg aus Fate/Apocrypha) die Rolle des Schülers, bei uns übernimmt diese Rolle Dennis Saemann (u.a. Rin Okumura aus Blue Exorcist).


Havia Winchell:

Havie ist der Nachfahre der adeligen Winchell-Familie und ein Soldat in derselben Truppe wie Qwenthur, auch wenn seine Motivation zum Soldatsein eher selbstsüchtig ist. Alles was er möchte, ist das Recht, das Erbe seiner Familie anzutreten und Ehre zu erlangen. Trotz seiner adeligen Wurzeln ist Havia in keinster Weise hochnäsig - viel mehr ist er ein frecher Mann, der nur eine Handvoll Personen respektiert. Er wird ständig von seiner Kommandantin zurechtgewiesen, da er und Qwenthur des öfteren Befehle missachten. Wie Qwenthur ist er außerdem immer für Schmutziges zu haben. Seine japanische Stimme stammt von Kaito Ishikawa (u.a. Tobia Kageyama aus Haikyuu!!) und seine deutsche Stimme von Johannes Wolko (u.a. Ayato Amagirio aus The Asterisk War).


Milinda Brantini aka. Prinzessin:

Milinda, auch bekannt als Prinzessin, ist die Pilotin des Objects Baby Magnum. Auch wenn sie zu Beginn der Serie das Konzept von Emotionen und dem generellen Umgang unter Menschen nicht versteht, entwickelt sie sich im Laufe der Serie immer mehr zu einem “normalen” Mädchen. Dazu gehört auch, dass sie die Liebe kennen lernt. Das heißt natürlich, dass sie sich Hals über Kopf in Qwenthur verliebt, nachdem er sie rettet. Im Japanischen wird die Prinzessin von Eri Suzuki (u.a. Akari Fuyuzora aus Keijo!!!!!!!) und im Deutschen von Sarah Tkotsch (u.a. Jun Naruse aus Anthem of the Heart).

 

Heavy Object ist mehr oder weniger ein storygetriebener Anime. Alle zwei bis drei Folgen ändert sich das Szenario komplett, da die Gruppe in ein neues Gebiet auf eine neue Mission geschickt wird. Das Geschehene der letzten Mission wirkt sich dabei meist nur gering auf die neue Lage aus. Glücklicherweise ist das Hauptverkaufsargument der Serie nicht die Geschichte, sondern die Maschinen, in anderen Worten die Objects und die 2 Chaoten Qwenthur und Havia.

 

 

Das Dynamische Duo ist nicht ohne Grund ein Highlight der Serie und gerade in Kombination mit der Prinzessin entstehen viele unterhaltsame Momente. Damit sind nicht nur lustige Gespräche und Aktionen gemeint, auch ernste Themen und gefährliche Einsätze müssen oft bewältigt werden. Trotzdem behält der Komödienteil die Oberhand. Für die Schlingel unter den Zuschauern ist auch etwas dabei. Mit der Kommandantin Frolaytia Capistrano gibt es genug schmutzige Andeutungen und Szenen um jeden Mann zufrieden zu stellen, mal ganz abgesehen von den Fantasien der Soldaten.

 

 

Leider wird mit solchen Szenen manchmal übertrieben, was dem Fluss der Story negativ beeinflusst. Dazu gibt es öfter fragwürdige Ideen, die es in die Serie geschafft haben wie zum Beispiel eine Sölldnertruppe bestehend aus Maids. Dadurch wird das Weltenbuilding fast schon zerstört und viele Fragen kommen auf.

 

Logischerweise knallt es auch an allen Ecken, immerhin geht es in Heavy Object um Krieg - wenn auch um eine neue Art des Krieges. In einer nicht allzu fernen Zukunft führen vier Allianzen unentwegt Krieg gegeneinander, welche sie mit den sogenannten Objects, riesigen Menschen gesteuerten, meist runden, Maschinen führen. Diese können außerdem nur von andere Objects zerstört werden. Nicht selten wird man Zeuge eines Gefechts zwischen zwei dieser Monster.

 

 

Ein weiteres Highlight sind die Konfrontationen zwischen Qwenthur und den feindlichen Maschinen. Dabei geht es oft sehr taktisch zu und die Zuschauer lernen eine Menge über den Grundriss eines Objects und dessen Funktionen. Wie sonst soll ein normaler Mensch gegen einen solchen Metallkoloss ankommen, wenn er nicht irgendwie dafür sorgen kann, dass das Gerätsich selbst zerstört. Dabei denkt sich der Student immer wieder eine neue Methode zur Zerlegung aus und wird mit jedem Mal kreativer.

 

Leider entwickeln sich die meisten Charaktere kaum weiter, gerade Qwenthur bleibt so stumpfsinnig wie eh und je. Auch wenn es total offensichtlich ist, erkennt er nicht, dass Milinda in ihn verliebt ist. Letzten Endes sind Objects Qwenthurs wahre Liebe. Außerdem stellt sich der Student bei allem was nicht mit Objects zu tun hat schlicht so dumm an, dass es unglaubwürdig und dämlich wirkt.

 

 

Heavy Object kann sich durch seinen Fokus auf die Menschen anstatt auf die Maschinen von anderen Vertretern des Genres abheben. Auch die Charaktere und vor allem die Fülle an Interaktionen zwischen ihnen, sorgen für Spaß am Zuschauen. Jede Mission kann mit einem neuen Setting, einem neuen Szenario und vor allem einem neuen Object die Neugier der Zuschauer erneut wecken und sie bei der Stange halten.  

 

 

Die Blu-ray Version von Heavy Object liefert KSM mit folgenden technischen Spezifikationen:

 

  • Format: 16:9

  • Auflösung: 1920x1080p

  • Ton: Japanisch (DTS-HD MA 2.0), Deutsch (DTS-HD MA 5.1)

  • Untertitel: Deutsch

 

Technisch gehört Heavy Object zu den besseren Titeln, die hierzulande erhältlich sind. Die Bilder sind meist gestochen scharf und mit kräftigen Farben und Details gefüllt. Besonders die Charaktere sehen super aus. Ab und an, besonders bei rasanten Szenen, wirken die Hintergründe leider leblos und leer allerdings sollte man bedenke, dass in solchen Szenen der Fokus selbstverständlich nicht auf dem Hintergrund liegt. Die gigantischen Objects werden mithilfe von CGI dargestellt, welches aber in die 2D Welt passt, sodass es nicht stört.

 

 

Der Soundtrack der Serie ist zufriedenstellend. Es mag zwar nichts Neues und Weltbewegendes sein, aber die Actionszenen wurden mit passenden Musikstücken untermalt, was gerade die Objectgefechte zu dem macht, was sie sind. Das Opening sorgt durch das Rockige Thema für einen actiongeladenen einstieg wobei das Ending durch Softrock die Folge immer angenehm ausklingen lässt.

 

 

Die deutsche Synchronisation von Heavy Object kann von sich überzeugen. Die Dialoge wurden gut übersetzt und die Stimmen passen zu den Charakteren, dies beinhaltet die Nebencharaktere. Besonders die Entwicklung von der beinahe emotionslosen Stimme der Prinzessin zu einer “normalen” Stimme ist hervorragend.

 

 

Die Untertitel sind weiß, mit einer schwarzen Umrandung. Leider wurden die Untertitel aus dem deutschen Dialogbuch übernommen, wodurch diese manchmal nicht mit dem gesprochenen Japanischen übereinstimmen.

 

 

+ gute deutsche Synchro

+ meist schöne Animationen

+ guter Soundtrack

- die Untertitel gleichen dem deutschen Dialogbuch

- es gibt keine wirkliche Story

 

Heavy Object ist ein ziemlich amüsanter und gleichzeitig actiongeladener Mecha-Anime der überzeugt. Mit guten Charakteren und spannenden Schlachten werden die Zuschauer bei der Stange gehalten und die Witze und dummen Sprüche lockern das ganze immer wieder auf. Man kann »Heavy Object« nur jedem weiterempfehlen, der gerne einmal wieder einen Mecha-Anime mit einer guten Portion Comedy und etwas Ecchi sehen möchte.



Falls ihr Interesse an Heavy Object haben solltet, findet ihr hier die erste Volume.

 

Sämtliche Aussagen dieser Rezension reflektieren lediglich die Meinung des Autors und nicht die von Crunchyroll und seiner Partner

~Hengagenga

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