Anime vs. Real Life: ISLAND

Lasst euch vom Inselfieber packen und bestaunt die realen Orte von ISLAND

Wolkenloser Himmel, kristallklares Wasser und das sanfte Rauschen der Wellen können eigentlich nur eines bedeuten – die heißerwartete Sommeranime-Season hat endlich begonnen! Den Anfang macht dazu gleich ein Anime, dessen Titel alleine schon mächtig Urlaubsfeeling verspricht, nämlich ISLAND.


Weit entfernt vom Festland und komplett isoliert von der modernen Welt wird eines Tages der zeitreisende Setsuna auf der mysteriösen Insel Urashima angeschwemmt. Dabei hat er fast gänzlich sein Gedächtnis verloren und weiß nur, dass es seine Mission ist, eine bestimmte Person zu retten, sowie eine weitere zur Strecke zu bringen. Wie es der Zufall so will, kommt er auch schnell mit den Töchtern der drei einflussreichsten Familien von Urashima in Kontakt und die Ereignisse auf der ohnehin schon eigenartigen Insel beginnen sich zu überschlagen. Ohnehin eigenartig deshalb, weil das beschauliche Eiland im Anime voll ist mit mysteriösen Statuen, die den berühmten Moai der Osterinsel ähneln. Würde es so eine paradiesische Insel in Japan tatsächlich geben, hätte man doch schon längst davon gehört - würde man meinen. Aber es gibt sie wirklich und dazu existieren auch noch nahezu alle Orte im echten Leben! Von daher, willkommen auf Niijima!  

 

*Alle Fotos wurden mit GOOGLE STREET VIEW genommen

 

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Südlich von der Izu-Halbinsel erstrecken sich die Izu-Inseln, eine vulkanische Inselgruppe die der Präfektur Tokio unterstellt ist. Von diesen dient die Insel Niijima als Vorbild für Urashima. Dies lässt sich auf den ersten Blick vielleicht nicht sofort feststellen, aber bei genauerem Betrachten sieht man doch, dass Urashima und Niijima selbst aus der Vogelperspektive schon einiges gemeinsam haben. So befinden sich am nördlichen und südlichen Ende der Insel jeweils Erhebungen (Lavadome), während das Dorf in beiden Versionen ca. in der Mitte liegt. Geschichtlich ist Niijima nicht unbedingt bedeutend, allerdings wurde während der Edo-Zeit die abgelegene Insel als Exil für Verbrecher genutzt.

 

Kurz noch zum Namen Urashima aus dem Anime: Dieser hat mit Niijima eigentlich gar nichts zu tun und spielt hingegen wahrscheinlich auf das Märchen von Urashima Taro an. Dieser rettete eines Tages eine Schildkröte, worauf er als Belohnung zum Drachenpalast unter der Meeresoberfläche geleitet wurde. Dort trifft er die schöne Prinzessin Otohime und genießt einige entspannte Tage in Saus und Braus in dem luxuriösen Meerespalast. Als er nach wenigen Tagen wieder aufbrechen will, gibt ihm die Prinzessin die mysteriöse Tamatebako-Box als Souvenir mit, die ihn schützen soll, aber auf keinen Fall geöffnet werden darf (einem regelmäßigen One-Piece-Leser dürfte dies alles sehr bekannt vorkommen). Als er allerdings wieder an der Oberfläche ankommt, merkt er schnell, dass inzwischen über hundert Jahre vergangen sind und somit seine Familie und all seine Freunde längst nicht mehr auf Erden weilen. Aus Verzweiflung öffnet Urashima die Tamatebako-Box, worauf er selber zum alten Mann wird. Da Setsuna und Rinne beide von sich behaupten, aus einer anderen Zeit gekommen zu sein, werden wir im Verlaufe des Anime wohl noch einige weitere Anspielungen an das Märchen von Urashima Taro bekommen.

 

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Im Prinzip ist jede Folge eine Strandfolge, wenn die Insel gerade einmal 11km lang und 2,5km breit ist und dazu noch komplett umgeben von einem wunderschönen weißen Sandstrand. Niijima ist generell eine beliebte Wochenenddestination für Leute aus Tokyo, wobei der östlich gelegene Habushiura-Strand besonders beliebt ist, speziell bei Surfern. 

 

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Diese etwas ungewöhnlich aussehende Struktur markiert den Eingang zum beliebten Strand und ist dazu noch das einzige Gebäude weit und breit, wodurch es noch mehr heraussticht.

 

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An genau diesem Strand ist auch Karen zum ersten Mal in den etwas luftig bekleideten Setsuna gestolpert.

 

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Überraschend positiv an ISLAND sind die wirklich schönen und detailreichen Hintergründe, sowie das außerordentlich gute Lighting, wodurch das exotische Inselfeeling gut vermittelt wird.

 

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Als würde Niijima nicht ohnehin schon einem Inselparadies gleichen, so sind auf der ganzen Insel auch noch interessante Statuen verstreut, die den weltberühmten Moai der Osterinsel ähneln. Ohne diese hätte ich wohl auch die Insel nicht so schnell gefunden. Die Statuen auf Niijima werden allesamt von der lokalen Bevölkerung aus einem vulkanischen Gestein namens Koga hergestellt, welches sich nur auf Niijima und der italienischen Insel Lipari abbauen lässt. Zwar sind die Statuen hier nicht annähernd so historisch wertvoll wie ihre berühmten Gegenstücke aus dem Südpazifik, dennoch sind sie eine der wichtigsten Touristenattraktionen der Insel geworden.

 

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Wenn man nur genau genug hinschaut, wird man die wunderlichen Statuen so gut wie überall finden, sowohl im Anime als auch auf der echten Insel.

 

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Die bekannteste aller Statuen aus Koga-Gestein steht derzeit allerdings nicht auf Niijima, sondern lässt sich auf der südwestlichen Seite von Tokios Shibuya Station bewundern. Die Statue war ein Geschenk von den Bewohnern von Niijima.

 

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In der Nähe vom Hafen befindet sich der Shine, Wind and Wave Tower, welcher natürlich aus Koga gebaut wurde. Vom Aussichtsturm lässt sich auch Niijimas berühmtes Freiluftbad erblicken, welches im Stile einer griechischen Therme erbaut worden ist und wir sicher noch im Anime zu Gesicht bekommen werden.

 

14Google Maps/Eric Wei 

 

Noch mehr Statuen gibt es im großflächigen Habushiura Park, welcher sich gleich neben dem Habushiura Strand befindet.

 

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Die Insel ist relativ gut erreichbar von Tokyo aus. Vom Chofu-Flughafen sind es nur 30 Minuten mit einem kleinen Propellerflieger nach Niijima. Die wesentlich günstigere Variante bietet allerdings das Schiff, v.a. die Fähre aus Tokyo, welche doch ganze zehn Stunden für die Fahrt benötigt. Die „Seven Island“ Schnellboote hingegen brauchen lediglich nur dreieinhalb Stunden und haben zurzeit auch eine besondere Kollaboration mit dem Anime ISLAND laufen, da die Durchsagen an Bord von niemand Geringerem als der Sprecherin von Rinne, Yukari Tamura, getätigt werden.

 

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Ankommen würde man dann am Hafen hier auf der Westküste von Niijima, der obendrein auch noch einen tollen Blick auf die nördlichen Berge bietet.

 

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17Google Maps/One Life

 

Die Priesterin mit den extra flauschigen Haaren arbeitet beim ganz nördlich gelegenen Miyazukuri Schrein. Vielleicht überinterpretiere ich diese geographische Aufteilung auch etwas, es scheint allerdings so, als wäre die Insel zwischen den drei einflussreichsten Familien klar aufgeteilt. Die Priesterin Sara lebt wie gerade erwähnt im Norden, Rinnes Villa liegt im Süden und Karen, die Tochter des Bürgermeisters, lebt in dem Dorf dazwischen.

 

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Als kleine Randnotiz zum Ende: Niijima hat früher als Testgelände für Experimental –und Forschungsraketen gedient.

 

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Hoffentlich hat euch die Premiere von ISLAND gut gefallen, sowie meiner kurzer Überblick über die realen Orte des Anime.

 

Falls es euch jemals selbst nach Niijima verschlagen sollte, dann könnt ihr euch gerne an meiner selbstgemachten Karte orientieren:

 


Wer ist bislang euer Lieblingscharakter in ISLAND?

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Ihr könnt Wilhelm auf Twitter unter @Surwill folgen.

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