Interview mit den No Game, No Life-Machern

Ja, wir haben nach Staffel 2 gefragt

Auf der diesjährigen AnimagiC hatten wir nicht nur das Vergnügen, das Team hinter Made in Abyss interviewen zu dürfen - man gab uns auch die Möglichkeit, das Team hinter dem Hit-Anime No Game, No Life auf ein Gespräch zu treffen. Diese Gelegenheit konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

 

Dabei hatten wir das Vergnügen, mit Regisseurin Atsuko Ishizuka zu reden, die Anime-Fans weltweit nicht nur mit den animierten Abenteuern von Sora, Shiro, Riku & Schwi Freude bereitet, sondern dieses Jahr auch unsere Simulcast-Titel A Place Further Than the Universe angeführt hat. Begleitet wurde sie dabei von den beiden Produzenten Sho Tanaka und Kenji Nakamoto.

 

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Wie sind Sie hier in Deutschland angekommen und wie gefällt es Ihnen hier bisher?

 

Ishizuka: Ich bin zum ersten Mal in Deutschland und mir ist sofort aufgefallen, wie schön die Stadt hier ist. Es ist wie aus einem Bilderbuch entsprungen.

 

Tanaka: Die Frauen hier sind ebenfalls alle sehr schön. Ich würde gerne hierhin ziehen.

 

Nakamoto: Seit ich hier angekommen bin, hatte ich wirklich nichts zu bemängeln. Es ist super hier.

 

Ishizuka-san, Sie sind ja nicht auf herkömmlichem Wege in das Animegeschäft gekommen, sondern über eigene, selbstproduzierte Musikvideos und ursprünglich hatten Sie ja Design gelernt. Beeinflusst das, wie Sie ihre Shows angehen?

 

Ishizuka: An meiner eigentlichen Arbeitsweise hat das meiner Meinung nach nichts geändert, aber ich denke schon, dass meine Erfahrungen aus dem Design, die man als reiner Anime-Regisseur normalerweise nicht gemacht hätte, sich schon im fertigen Endprodukt bemerkbar machen. Und ich denke auch, dass die Fans meine Werke auch aufgrund dieser eher weniger normalen Einflüsse gut finden.

 

Man merkt bei Ihren Werken, dass Ihre Figuren auch wesentlich menschlichere Charakterzüge besitzen, die nicht immer zwangsweise herkömmlichen Anime-Tropen folgen. Ist das Ihrer Meinung ein Resultat daraus?

 

Ishizuka: Das passiert eher unbewusst, aber ich denke, dass dies daher rührt, dass ich nicht ursprünglich aus der Anime-Szene komme und dadurch mehr von der „normalen“ Umwelt beeinflusst wurde. Das trägt sicherlich seinen Teil zu den realistischen Charakterzügen bei.

 

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Tanaka-san, Sie haben ja auch New Game! produziert, welches trotz seinem äußeren Erscheinungsbild als reine Moe-Show sich ziemlich realitätsnah mit der Welt der Videospielentwicklung befasst. Ist diese Nähe zum wirklichen Leben etwas, auf das Sie auch achten?

 

Tanaka: Da achte ich tatsächlich eher drauf und ich suche auch aktiv das Gespräch mit den Leuten aus der jeweiligen Branche, wie hier zum Beispiel aus der Game-Branche: Wie sieht hier der normale Arbeitsalltag aus? Wie läuft alles ab? Das mache natürlich nicht nur ich, sondern auch mein gesamtes Produktionsteam, um möglichst nahe an der Realität zu bleiben.

 

No Game, No Life und A Place Further Than the Universe unterscheiden sich ja sehr stark voneinander: Das eine ist eher abgedreht und lustig, während das andere emotional ist. Welche besonderen Ansätze haben Sie bei den einzelnen Serien denn verfolgt und gab es da besondere Herausforderungen?

 

Ishizuka: Schwierig war es auf jeden Fall, aber noch schwieriger ist es, heraus zu finden, was genau schwierig war…

 

Als ich die Storyboards für A Place Further Than the Universe gezeichnet habe, war ich parallel noch an den Arbeiten zu No Game, No Life Zero involviert und das hat in meinem Kopf ein ganz schönes Chaos verursacht, zwischen einer Fantasy-Welt und einem alltäglichen Convenience Store hin und her zu wechseln. Das hat sich dann soweit vermischt, dass ich mir schon ausgemalt hatte, wie der Gott der Spiele seine Kriege in diesem Convenience Store austragen würde.

 

Nakamoto: Es ist natürlich jedes Mal sehr anstrengend und schwierig und das traf auch bei den beiden Projekten zu, aber man versucht natürlich, da bewusst etwas Anderes zu machen.

 

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No Game, No Life verfügt dabei ja auch über eine sehr spezielle Farbpalette, die sonst in Anime weniger Verwendung findet. Wie kam diese denn zustande?

 

Ishizuka: No Game, No Life verfügt über sehr eigene Farben und als wir damals mit der Produktion der Animeserie anfingen, meinte der Light-Novel-Autor Yū Kamiya auch zu mir: „Ich weiß, dass es sehr schwierig sein könnte, mit dieser Farbpalette in einem Anime zu arbeiten.“ Aber gerade, weil er es mir gesagt hatte, dachte ich mir: „Ja, dann muss ich es ja erst recht so machen!“

 

Dann haben wir das tatsächlich so umgesetzt, was dazu führte, dass die Mitarbeiter aus dem Team meinten, dass ihre Augen weh tun.

 

Bei A Place Further Than the Universe war es dann hoffentlich angenehmer für das Team.

 

Ishizuka: Ja, ich habe dann bei Universe versucht, es mit den Farben dort wieder etwas gutzumachen. 

 

Nakamoto: Sie fanden es dann sogar schade, dass es nach No Game, No Life so viel weniger Farben hatte.

 

Dann haben sie die Farben dann also sogar vermisst?

 

Ishizuka: Genau.

 

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In jeder Folge von Universe lassen sich kleine Easter Eggs zu No Game, No Life finden. Wie kamen diese zustande?

 

Ishizuka: Das war wirklich nur, weil ich einfach Lust darauf hatte. Also habe ich Tanaka-san gefragt und er meinte, dass ich das ruhig machen könne. Wir haben auch bewusst immer ein paar Kleinigkeiten verändert, um es ein wenig als Parodie zu halten.

 

Sie haben ja auch schon an Serien mit einem etwas internationaleren Level mitgewirkt, wie zum Beispiel an Supernatural The Animation. Hat sich die Arbeit daran zur Arbeit an regulären Anime merklich unterschieden?

 

Ishizuka: Das Ziel am Ende ist ja, dass die Zuschauer Spaß haben. Daher ziele ich jetzt nicht auf bestimmte Länder ab, indem ich „speziell für X“ meine Sachen zeichne und aufbaue. Ich möchte, dass sowohl japanische als auch internationale Fans Freude daran haben. Der einzige Unterschied, den ich mache, wäre, dass ich bei amerikanischen Produktionen ein paar Einflüsse von amerikanischen Comics verbaue. Sonst gibt es da aber keinen Unterschied.

 

Und wie war es bei A Place Further than the Universe?

 

Ishizuka: Da hatte ich tatsächlich ein wenig Zweifel, ob das Setting mit japanischen Schulmädchen im Westen so ankommt, aber ich habe mir Mühe gegeben, dass es auch etwas für internationale Fans ist.

  

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Sie dürfen da sicherlich nichts sagen, aber da uns sonst die Leute an den Hals springen, wenn ich das nicht frage: Wie sieht es denn mit einer zweiten Staffel von No Game, No Life aus?

 

Ishizuka: Ja, wie sieht’s denn aus? *schaut zu Tanaka*

 

Tanaka: Da können wir leider nichts zu sagen.

 

Wie wichtig wäre der Erfolg im westlichen Markt für so etwas denn?

 

Tanaka-san: Es gibt Fälle, wo das wichtig ist. Gerade in letzter Zeit wird dies ja immer wichtiger und wir schauen natürlich auch, wie alles im Ausland ankommt.

 

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Wenn Sie nach Disboard transportiert werden würden: Welche Spiele würden Sie gerne spielen und welche würden Sie auf jeden Fall vermeiden?

 

Ishizuka: Ich würde gerne einmal mit Shiritori [das Wortkettenspiel] die Welt zerstören. Nur Kartenspiele würde ich vermeiden, da [ ] ja gezeigt haben, wie viel da betrogen wird.

 

Tanaka: Bei Schach würde ich garantiert verlieren. Interessant wäre da allerdings eher das Shooting Game gegen Ende, bei dem man von Frauen zerdrückt wird. Selbst wenn man verliert, hat man noch was davon.

 

Nakamoto: Ich würde lieber Karten spielen, da dort noch alles schön ruhig war. Beim Shiritori und dem Shooting Game wirkt alles sehr anstrengend und ich hätte da wahrscheinlich überhaupt keine Chance, zu gewinnen.

 

Zum Abschluss: Haben Sie irgendwelche kommenden Projekte, auf die Sie sich freuen und zu denen Sie was sagen können?

 

Nakamoto: Wir können leider nichts sagen, aber freut euch bitte schon mal auf das, was kommt.

 

Vielen Dank für das Interview!


No Game, No Life Zero könnt ihr nebst der TV-Serie bei den Kollegen von KSM hier erwerben. Unseren Stream von A Place Further than the Universe findet ihr hier.

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