Blu-ray Review: Haikyu!! Movie 2 – Gewinner und Verlierer

Recap-Time!

Die zweite Staffel von Haikyu!! ist gerade in vollem Gange und setzt die Geschichte um das Volleyballteam der Karasuno-Oberschule fort. Wer nun schnell in die Serie einsteigen will oder einen Auffrischungskurs darüber braucht, was in der ersten Staffel passiert ist, hat Glück: Denn die ersten 25 Episoden wurden in zwei Filmen kompakt zusammengefasst. Haikyu!! Movie 2 – Gewinner und Verlierer umfasst dabei den Großteil des Turniers aus der zweiten Hälfte der Serie. Kann das Werk auch in abgespeckter Version genau wie das Original Spannung aufbauen sowie überzeugen?

 

 

Der Film handelt komplett von dem ersten Turnier, das die neue Mannschaft von Karasuno gemeinsam bestreitet. Dieses stellt sich als schwieriger heraus, als gedacht, denn obwohl das Team mit dem Schnellangriff von Hinata und Kageyama eine Geheimwaffe besitzt, sind sie noch lange nicht so eingespielt wie einige ihrer Gegner. Speziell gegen die Spieler von Dateko müssen die älteren Teammitglieder noch ihre letzte Niederlage aufarbeiten, bei der Karasunos Ass Asahi nicht punkten konnte. Ganz besonders fiebern jedoch alle auf ein Spiel mit Aoba Jousai, dem Favoriten der Gruppe, hin, um sich für das Trainingsspiel zu revanchieren. Karasuno muss sich auf jeden Fall einiges einfallen lassen, um gegen diesen Gegner zu bestehen …

 

 

Inhaltlich fokussiert sich der Film ganz klar auf das Schlüsselspiel von Karasuno gegen Aoba Jousai und dessen Zuspieler Oikawa. Die Handlung orientiert sich dabei sehr nah an der Serie und lässt bei diesem Spiel relativ wenig aus. Dies hilft, um die Spannung aufrecht zu erhalten und der Film profitiert dabei, dass alles nahtlos aneinander geschnitten werden kann. Glücklicherweise ist die Begegnung interessant genug, um den Großteil der Zeit des Films in Anspruch zu nehmen. Und dies ist nicht verwunderlich, immerhin ist dieses Spiel das emotionale Highlight der ersten Staffel.

 

Auch positiv anzumerken ist, dass der Zuschauer immer noch eine gewisse Sympathie für Karasunos Gegner und im Speziellen Oikawa entwickelt. Man merkt den Zusammenhalt sowie die Erfahrung der gegnerischen Mannschaft, die Karasuno teils noch fehlt. Die Gespräche und kleinen Wortgefechte zwischen Oikawa und seinen Mitspielern sind dabei unterhaltsam und nachvollziehbar. Sie necken sich gegenseitig, machen Witze, werden etwas ausufernder oder leicht wütend aufeinander, aber alles auf eine freundschaftliche Art. Der Zuschauer kann somit den Schlagabtausch beider Mannschaften besser nachvollziehen und wird nicht dazu verleitet, automatisch für Karasuno zu jubeln, nur weil der Gegner stark ist, unhöflich ist oder sie nicht ernst nimmt. Die glaubwürdige Rivalität ist der Kern des Unterhaltungsfaktors dieses Films und wird der Qualität der Serie gerecht.

 

 

An sich wäre der Film somit fast auf einem Level mit dem Anime, nur leider besteht das Turnier nicht nur aus diesem Duell. Die Konfrontation mit Dateko, die eine wesentliche Charakterentwicklung bei einigen Spielern hervorruft, wurde etwas verkürzt und besitzt nicht mehr ganz den Impakt, der noch in der Serie vorhanden war. Es ist eine angemessene Zusammenfassung, aber der emotionale Aspekt hätte noch etwas stärker hervorgehoben werden können. Noch schlimmer trifft es dabei das Spiel gegen den ersten Gegner von Karasuno, das einfach komplett ignoriert bzw. herausgeschnitten wurde. Dieses verlieh gerade Daichi, dem Kapitän von Karasuno, ein gutes Stück mehr Persönlichkeit. Allerdings ist auch die Aussage, die dieses Match vermitteln sollte, verständlich herüber gebracht worden. Dies ist schade, da es eigentlich ein sehr lobenswerter Kommentar bezüglich Turnieren, und wie man mit Niederlagen umgeht, ist.

 

 

Die weggelassenen Szenen sind zwar sehenswert, jedoch wirkt sich das Fehlen dieser nicht allzu negativ auf die Zusammenfassung des Films aus. Die für die zweite Staffel wichtigen Elemente wurden zum Großteil angesprochen und es immerhin eine angemessene sowie zeitliche angenehmere Alternative zur Animeserie. Die Geschichte bleibt weiterhin unterhaltsam, spannend und besitzt ein großartiges Ende, das erneut Lust auf mehr macht. Es werden leider keine neuen oder verbesserten Szenen geboten, alles vorherige ist quasi 1:1 aus der langen Fassung entnommen worden, allerdings ist das restliche Material immer noch gut genug, um darüber hinwegzusehen. Wer nicht mehr erwartet als eine leicht abgespeckte und trotzdem zufriedenstellende Version von Staffel 1, sollte mit der Geschichte durchaus seinen Spaß haben können.

 

 

Der Film benutzt die Szenen aus der Animeserie und hält damit die gewohnt hohe Animationsqualität aufrecht. Das Spiel gegen Aoba Jousai ist dabei erneut ein visuelles Highlight und bietet einige schöne animierte Schlagabtäusche. Aber auch die komödiantischen Einlagen können durch teils überzeichnete Charaktere oder Hintergründe überzeugen. Es könnte vielleicht gewöhnungsbedürftig sein, sich daran zu gewöhnen, dass Gesichter hinter dem Netz oft freigelegt werden, sodass darin eine Lücke entsteht - aber es hilft die Emotionen der Charaktere besser zu deuten, besonders dann wenn sie sehr konzentriert, albern oder frustriert sind. Die Optik bleibt dabei über die ernsten Szenen hinweg recht konstant und bietet vergleichsweise normal proportionierte Charaktere mit leichten Details. Der Detailgrad ist dabei so gewählt, dass wenn richtig Bewegung ins Spiel kommt, man diese auch vollends ausnutzen kann und die Modelle dynamisch einsetzen kann, sodass hin und wieder auch eine härtere Linienführung für kräftigere Schläge benutzt wird. Insgesamt gibt es nicht viel zu beanstanden, hier kommt man optisch immer noch auf seine Kosten.

 

 

 

Die deutsche Vertonung ist genau wie das Bildmaterial komplett übernommen worden und präsentiert sich ähnlich stark. Die Qualität der Sprecher ist wie in der Serie sehr hoch angesetzt und sollte Dub-Liebhaber sicher erfreuen. Am meisten im Fokus steht in diesem Film die Leistung von René Dawn-Claude als Tooru Oikawa, der es quasi perfekt schafft die sympathische, witzelnde sowie kompetitive Art seines Charakters einzufangen. Seine Performance trägt wesentlich zum Charme von Oikawa und dem seines Teams bei. Auf der Seite von Karasuno gibt es nichts zu beklagen und Christian Zeiger als Hinata sowie Roman Wolko als Kageyama verleihen weiterhin den beiden zentralen Hauptcharakteren eine würdige Vertonung.

 

 

Die Untertitel für die japanische Tonspur sind ebenfalls von der Serie übernommen und gleichermaßen nicht ganz auf dem Level des deutschen Skripts bzw. Dubs. Manches liest sich selbst in der recht treuen japanischen Übersetzung zu steif und die Texte fließen nicht so gut ineinander über wie in der gesprochenen Version. Es ist keineswegs schlecht, aber es fehlt die lockere Art, die man bei einem Sportanime erwarten würde. Wer sich nicht davor scheut, Animes auch mit der deutschen Sprachausgabe zu sehen, sollte dies auf jeden Fall machen, es lohnt sich allemal.

 

 

Haikyu!! Movie 2 – Gewinner und Verlierer ist eine angemessene Zusammenfassung der zweiten Hälfte der Animeserie. Wer diese schon gesehen hat und die Ereignisse nochmal Revue passieren lassen will, kann beherzt zugreifen. Neueinsteiger, die schnell alles vor der zweiten Staffel nachholen wollen, sollten sich dennoch überlegen, Volume 3 und 4 von Staffel 1 zu kaufen. Der Film ist zwar durchaus eine gute Alternative, aber man verpasst schon einige schöne Momente am Anfang und mehr Haikyu!! ist natürlich immer besser. Es ist jetzt nicht unbedingt ein Muss, gerade wenn man die ersten 25 Episoden schon bei sich zuhause liegen hat oder neue bzw. verbesserte Szenen erwartet, aber wer sich etwas nebenbei gönnen will, sollte auf jeden Fall seinen Spaß damit haben.

 

Falls ihr Interesse haben solltet, dann könnt ihr diesen Film hier bestellen.

 

©H. Furudate / Shueisha,“HAIKYU!!” Project, MBS All rights reserved.

Licensed by peppermint anime gmbh.

 

-GreySilencer

 

Sämtliche Aussagen dieser Rezension reflektieren lediglich die Meinung des Autoren und nicht die von Crunchyroll und seiner Partner

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