Blu-ray Review: Yosuga no Sora Volume 2+3

Here we go again...and again...

„Der wahrscheinlich umstrittenste Anime aller Zeiten“ geht in die zweite (und dritte) Runde. Nachdem die erste Volume einen durchaus passablen Eindruck machte und eigentlich noch keine wirklich umstrittenen Szenen zu sehen waren, so bekommt man diese vielleicht in den späteren Folgen zu sehen. Um zu sehen, ob die Aussage wirklich stimmt, haben wir uns Volume 2 sowie Volume 3 von Yosuga no Sora für euch näher angeschaut.

 

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Im Grunde genommen fangen Volume 2 sowie Volume 3 genau dort an, wo auch die erste anfängt - die erste Episode ist nämlich auf allen drei Discs identisch, lediglich danach unterscheidet sich der Inhalt. Volume 2, welche sich um den Charakter Akira dreht, bietet erst ab der dritten Folge neues Material, während Volume 3, in der es um den Charakter Nao geht, schon ab der zweiten Folge Änderungen aufweist. Dies ist einerseits sehr nett gemacht, da man so mit jeder Disc eine in sich geschlossene Handlung hat, ohne sich vorherige Exemplare kaufen zu müssen. Andererseits führt dies gerade bei Volume 2 dazu, dass man als Käufer der vorherigen Volume eher wenig neuen Inhalt geboten kommt. Zusätzlich dazu werden sich Sammler sowieso alle vier Geschichten holen, weswegen diese Form der Veröffentlichung für diese keine großen Vorteile bringt. Allerdings bieten die neuen Episoden immerhin gerade noch genug Inhalt, damit dies kein allzu großes Problem ist.

 

Nachdem die Story in Volume 1 aufgrund des Pacings etwas geschwächelt hatte, so funktioniert dies nun besser - obwohl man an einigen Stellen immer noch merkt, dass hier mehr Zeit nötig gewesen wäre. Gerade bei Akira bekommt man das Gefühl, dass hier zu viel in zwei Folgen gepresst wurde. Ihr Dilemma ist zwar verständlich (immerhin geht es um ihre Identität) allerdings wird hier viel zu sehr versucht, Drama zu erzwingen. Das merkt man bei ihr besonders, da sie eine eigentlich sehr fröhliche und energiegeladene Persönlichkeit hat, man von dieser allerdings wenig sieht. Hier hat eben das Setup für einen größeren emotionalen Impakt gefehlt. Die Inszenierung ist trotzdem ziemlich gut und erneut machen die Charaktere einen Großteil des Unterhaltungsfaktors hier aus.

 

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Im Vergleich zu Akiras Story-Arc funktioniert der von Nao schon ein ganzes Stück besser. Hier konzentriert man sich im Gegensatz zu den beiden Schwestern Kazuha und Akira mehr auf Nao und Sora. Dies hilft, da man so das nähere familiäre Umfeld von Haruka in den Vordergrund rückt. Außerdem hat Nao einen guten Grund, warum sie sich vom Protagonisten fernhält, der doch etwas überraschend ist. Immerhin ist es nachvollziehbar, warum sie sich nach solch einem Ereignis erst einmal von ihm distanziert. Der Konflikt ist durch dem Einfluss von Sora auf die Geschichte interessant, da diese Nao den Vorfall nicht verzeiht und alle erst einmal versuchen müssen, mit der ganzen Situation klarzukommen. Eine gewisse Prise an Melodramatik ist immer noch vorhanden, dennoch fühlte sich die Geschichte hier mit am natürlichsten an. Die Auflösung des Problems hätte zwar durchaus besser sein können, aber die Geschichte um Nao an sich konnte überzeugen.

 

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Wo die Stärken liegen und was immer noch gut funktioniert, ist die Einbindung der anderen Charaktere in die Routen. Man hat vorher von Nao zwar nicht viel gesehen, jedoch gab es auch außerhalb ihres Arcs einige kurze Unterhaltungen mit ihr. Dies lässt die Gruppendynamik lebendig erscheinen und man hat nicht das Gefühl, hier werden in Visual Novel-Manier nur einfach Routen nacheinander abgearbeitet. Man schafft es, diese Verbundenheit innerhalb des Casts darzustellen und diese mit jeder neuen Geschichte auszubauen.

 

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Was hingegen weniger gut eingebaut ist, sind die Sexszenen. An sich sind diese eigentlich nicht schlimm, immerhin kommen sie im Regelfall erst am Ende der jeweiligen Geschichten. Das Problem damit ist aber, dass diese sich dadurch hingeklatscht anfühlen. Einzige Ausnahme wäre hier eine Szene mit Akira, in der sie und Haruka sich richtig ihre Liebe zueinander gestehen und sie dadurch ihre Beziehung auf einen höheren Stand bringen. Gäbe es mehr davon, könnte man die Verwendung dieser Szenen auch außerhalb des Kontexts von Ecchi-Fanservice rechtfertigen, was mittlerweile allerdings nicht mehr ganz möglich ist. Schlimm sind sie noch lange nicht und wer auf so etwas steht wird durchaus Freude damit haben, nur hier wären bessere narrative Möglichkeiten vorhanden gewesen.

 

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Das optische Level bleibt im Vergleich zur vorherigen Volume ungefähr gleich, obwohl die Gesichter einiger Charaktere in bestimmten Szenen einen etwas niedrigeren Detailgrad aufweisen als vorher. Was hingegen immer noch recht gut, wenn nicht sogar etwas besser, animiert ist, sind die Sexszenen. Ansonsten gibt es in diese Richtung nicht viel zu sagen. Die musikalische Untermalung ist ähnlich atmosphärisch wie vorher, obwohl diese hier deutlich markanter sowie positiver in Erinnerung bleiben als vorher. So gesehen sind die technischen Aspekte weiterhin relativ solide, auch wenn man mittlerweile merkt, dass die Serie mit ein wenig mehr Glanz noch ein bisschen besser sein könnte. Für dieses Produktionslevel ist es trotzdem überdurchschnittlich gut.

 

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Wie bereits vorher leisten die deutschen Sprecher sehr gute Arbeit und machen Lust auf mehr. Moira May schafft es, mit Akira die Stimme und den Tonfall des typischen japanischen Genki-Girls überzeugend ins Deutsche zu übertragen. So ganz schafft sie es nicht, die Energie in der Stimme mit sich zu bringen, aber sie vertont diese Art von Charakter immer noch ziemlich glaubwürdig. Nachdem man bisher eher wenig von Sarah Alles als Nao gehört hatte, bekommt man nun einen guten Eindruck von ihrer Stimme. Zwar fällt diese nicht so sehr auf wie bei anderen Sprechern der Serie, allerdings ist dies bei ihrem Charakter nicht unbedingt nötig und die allgemeine Performance ist gut. Wer hingegen wieder heraussticht, ist Amelie Plaas-Link als Sora. Sie schafft es, ihre vorherige Leistung beizubehalten und glänzt hier mit einer glaubhaften wütenden Stimme. Ein wenig mehr Emotionen hätte man sich aber beim Weinen und Schluchzen gewünscht. Hauptsächlich deswegen, weil die restlichen Momente von ihr wunderbar eingefangen werden. Aber selbst dann ist die Vertonung noch gut gemacht und hat ein qualitativ hohes Niveau.

 

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Volume 2 erscheint im Mediabook und enthält 5 hochwertige, exklusive Art Cards, sowie ein Booklet. Auch Volume 3 erscheint im Mediabook zusammen mit einem Booklet und enthält zusätzlich ein 80 x 40 cm großes Panorama-Poster mit Wendemotiv. Bei der für die Review bereitgestellten Version war noch ein Autogramm von Soras Sprecherin Amelie Plaas-Link dabei.

 

Genau wie in Volume 1 auch gibt es ein Creditless-Opening sowie Ending und eine kleine Mini-Episode am Ende jeder regulären Folge. Ein Best-of, das ausgewählte Szenen mit dem jeweiligen Charakter, um den sich die Volume dreht, zeigt, ist ebenfalls inklusive.



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+ Weiterhin gute deutsche Vertonung
+ Gelungene Inszenierung der Geschichten
- Sexszenen wirken ziemlich hingeklatscht
- Etwas zu schnelles bzw. nicht ausreichendes Pacing

 

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Yosuga no Sora baut dessen relativ simple, aber dafür immer noch solide Grundlage weiter aus und unterhält wie zuvor, falls man eine nette Romance-Geschichtensammlung sucht. Der Dub bleibt weiterhin stark und die Charaktere bleiben recht sympathisch. Leider ist das Pacing immer noch ein wenig das Problem und die Geschichten sind nicht sonderlich umfangreich oder thematisch komplex … zumindest noch nicht ganz. Volume 3 hat in diese Richtung zumindest schon einen Grundstein gelegt und es scheint sich nun in den letzten Folgen erst zu zeigen, ob dieser Anime wirklich den Titel „umstritten“ verdient.

 

Alle Yosuga no Sora Voumes findet ihr im AniMoon-Shop.

 

© Sphere / YOSUGANOSORA Partnership – Illustration: Hiro Suzuhira

© 2016 AniMoon Publishing GmbH

 

Sämtliche Aussagen dieser Rezension reflektieren lediglich die Meinung des Autoren und nicht die von Crunchyroll und seiner Partner

 

  • GreySilencer

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