Blu-ray Review: Haikyu!! Volume 1

Volleyball ohne Beach

Es ist schwer, Leute für etwas zu begeistern. Man muss immer damit rechnen, dass der jeweiligen Person diese eine Sache nicht zusagt. Gerade beim Sport gibt es eine gigantische Anzahl an Disziplinen. Wie sollte man sich nur auf eine Sportart festlegen? Ein ähnliches Problem existiert ebenso bei Animes, deren Vielzahl an Genres gleichermaßen zu großen Entscheidungsschwierigkeiten führen kann. Das Sportgenre gehört dazu und auch hier hat man die Qual der Wahl, welche Thematik man nun in Angriff nimmt. Und Volleyball ist wahrscheinlich nicht die erste Sportart ist, die einem in den Sinn kommt. Aber der Anime, um den es diesmal geht, erfreut sich dennoch großer Beliebtheit und wird gerne als ein positives Musterbeispiel für das Sportgenre genannt. Die Frage ist nur, ob Haikyu!! diesem Ruf gerecht werden kann.

 

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Shouyou Hinata sieht während seiner Zeit in der Mittelschule ein Volleyballspiel der Karasuno-Oberschule und ist sofort davon verzaubert. Besonders der „kleine Titan“ hat es ihm angetan, der trotz seiner Größe auf dem Spielfeld bestehen kann. Daraufhin packt ihn das Volleyball-Fieber und er will mit seiner Schule an einem Wettbewerb teilnehmen. Er trainiert wie ein Verrückter, ist allerdings leider das einzige Mitglied in seinem Club. In seinem letzten Jahr an der Mittelschule schafft er es endlich, genug Leute zusammenzutrommeln, um an einem Wettbewerb teilzunehmen. Dort trifft er jedoch schon in der ersten Runde auf die Favoritenmannschaft und deren Ass Tobio Kageyama, der von allen „König des Spielfelds“ genannt wird. Hinata beißt sich die Zähne an seinen Gegnern aus und er verliert mit seinem Team letzten Endes haushoch. Geschlagen geben will er sich allerdings nicht und schwört, dass er in der Oberschule Kageyama besiegen wird. Somit geht er im nächsten Frühling auf die Karasuno-Oberschule und hofft dort, genau wie der kleine Titan, ein großartiger Spieler zu werden, bis auf einmal Kageyama, der auf die gleiche Schule gekommen ist, auf dem Spielfeld steht. Und plötzlich sollen Hinata und sein Rivale Kageyama im selben Team spielen …

 

Shouyou Hinata

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Eines der neuen Mitglieder im Volleyballteam der Karasuno-Oberschule. Ein ehrgeiziger und motivierter Junge, der genau wie sein Vorbild, der kleine Titan, ein großer Volleyballspieler werden will. Aufgrund seiner geringen Größe wird er oft unterschätzt, aber seine Geschwindigkeit und Sprungkraft sind nicht zu verachten. Er sieht Kageyama aufgrund seiner Spielstärke als Rivalen an. Gesprochen wird er im Japanischen von Ayumu Murase (u.a. Shun Aonuma in Shinsekai Yori) und im Deutschen von Christian Zeiger (u.a. Yuuta Togashi in Love, Chunibyo & Other Delusions!).

 

Tobio Kageyama

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Eines der neuen Mitglieder im Volleyballteam der Karasuno-Oberschule. Er ist ein großartiger Spieler, jedoch schafft er es nicht richtig, mit anderen im Team zusammenzuarbeiten. Gegenüber eher mäßigen Spielern wirkt er recht abwertend, mitunter weil er sehr viel Wert darauf legt, dass man wirklich alles gibt. Seine eher kalte sowie zielstrebig wirkende Persönlichkeit lässt ihn anfangs darüber hinaus unsympathisch erscheinen. Gesprochen wird er im Japanischen von Kaito Ishikawa (u.a. Tenya Iida in My Hero Academia) und im Deutschen von Roman Wolko (u.a. Tyson Granger in Beyblade).

 

Kei Tsukishima

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Eines der neuen Mitglieder im Volleyballteam der Karasuno-Oberschule. Er wirkt sehr gelassen und ruhig, scheint aber durch die Einstellung von manchen Menschen ziemlich genervt. Anscheinend stachelt er gerne andere an. Trotzdem wirkt er die meiste Zeit ziemlich desinteressiert. Gesprochen wird er im Japanischen von Kouki Uchiyama (u.a. Yuri Plisetsky in Yuri!!! on Ice) und im Deutschen von Dirk Stollberg (u.a. Ryouta Sakamoto in Btooom!).

 

Daichi Sawamura

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Der Kapitän des Volleyballteams. Er ist ein verständnisvoller und besonnener Mensch, der versucht das Team nach Jahren der Mittelmäßigkeit wieder an die Spitze zu bringen. Eigentlich ist er ein freundlicher Mensch, allerdings staucht er die Teammitglieder durchaus zusammen, wenn sie Mist bauen. Gesprochen wird er im Japanischen von Satoshi Hino (u.a. Akito Takagi in Bakuman) und im Deutschen von Arne Stephan (u.a. Kurou Yatogami in K).

 

Koushi Sugawara

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Der Vize-Kapitän des Volleyballteams. Er ist eine freundliche sowie hilfsbereite Person, die versucht für die Neulinge im Team eine Stütze zu sein. Gesprochen wird er im Japanischen von Miyu Irino (u.a. Jinta Yadomi in AnoHana) und im Deutschen von Konrad Bösherz (u.a. Yugi Muto in Yu-Gi-Oh!).

 

Ryuunosuke Tanaka

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Eines der älteren Mitglieder des Volleyballteams. Seine eher wilde Art lässt sich zwar schwer bändigen, aber seine Energie beim Spielen ist dafür umso größer. Gesprochen wird er im Japanischen von Yuu Hayashi (u.a. Wataru Mochizuki in Nijiiro Days) und im Deutschen von Jan Rohrbach (u.a. Kazuma Mikura in Air Gear).

 

 

Haikyu!! baut bereits in der ersten Folge mit der Rivalität zwischen Hinata und Kageyama eine interessante Dynamik auf, die noch stärker in den Fokus rückt, nachdem beide gezwungenermaßen im selben Team spielen müssen. Frei nach dem Shounen-Prinzip versucht nun der nette, energiegeladene Protagonist der Beste zu werden, jedoch fehlt es ihm einfach an Spielerfahrung. Diese hat hingegen Kageyama, allerdings ist es diesem in der Vergangenheit schwer gefallen, als Einheit in einem Team zu arbeiten. Seine fast schon perfektionistischen Vorstellungen lassen ihn zuerst auch Hinata als eine Belastung abstempeln, was diesem natürlich gar nicht gefällt. Solche Sticheleien kommen in den ersten Folgen relativ häufig vor, manchen beide aber ziemlich sympathisch und sie zeigen dadurch sofort die Schwächen, aber auch die Stärken von beiden auf.

 

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Die ersten paar Episoden bieten eine schöne Balance zwischen guter Charakterisierung und spannender Action. Da Hinata und Kageyama nicht wirklich miteinander zusammenarbeiten, schmeißt der Kapitän des Teams, Daichi Sawamura, die beiden aus der Sporthalle, bis sie sich vertragen. Um das zu erreichen, fordern die beiden die älteren Mitglieder des Clubs zu einem Spiel heraus, welches den Höhepunkt der ersten sechs Folgen darstellt. Hinata und Kageyama finden darüber hinaus in Kei Tsukishima einen gemeinsamen Rivalen, der sich mit seiner provokanten Art auch wunderbar als Gegner für die beiden eignet. Dabei wird klar, dass Kageyama trotz seiner hervorragenden Fähigkeiten noch einige andere Probleme hat, an denen er arbeiten muss.

 

Wenn man die ganzen Ereignisse aus einer inhaltlichen Sicht betrachtet, passiert in Volume 1 eigentlich nicht so viel - allerdings ist es die Umsetzung, die hier besonders hervorsticht. Man hat bei keinem der Charaktere wirklich das Gefühl, dass sie einfach nur nach bestimmten Persönlichkeiten modelliert worden sind. Hier hat man eindeutig versucht, etwas mehr aus diesen herauszuholen, was gerade die eher negativen Charaktereigenschaften bezwecken. Dies lässt viele der Spieler aus dem Team realistischer wirken und zeigt darüber hinaus den Ehrgeiz der Mannschaft.


Dies wird besonders deutlich, als die Mannschaft auf ihren ersten richtigen Gegner trifft und einige – na ja, im Grunde genommen eigentlich zwei – ihre schnippischen Kommentare nicht lassen können. Die Charakterentwicklung ist zu diesem Zeitpunkt bei manchen schon einigermaßen fortgeschritten, jedoch sieht der Zuschauer anhand der ersten Folgen ganz klar, dass hier noch einiges an Nachholbedarf besteht, gerade was die allgemeine Gruppendynamik angeht. In dieser Hinsicht ist es sehr interessant zu sehen, wie sich dieser Aspekt innerhalb der nächsten Volumes weiterentwickelt.

 

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Insgesamt bietet Volume 1 von Haikyu!! einen gelungenen Einstieg in das Setting und den Sport selbst. Die vorgeführten Techniken sind durchaus interessant und die am Anfang relevanten Positionen werden einigermaßen gut erklärt, sodass auch Personen ohne Volleyballerfahrung an das Spiel herangeführt werden. Bei einer gewissen Technik stellt sich natürlich die Frage, ob diese auf realistische Weise auch so zuverlässig wie im Anime ausgeführt werden kann, allerdings wirkt sie zumindest machbar und so hat man nicht das Gefühl, dass irgendwelche Superkräfte hier am Werk sind, sondern einfach nur ganz normal Volleyball gespielt wird.

 

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Die Serie erschien ursprünglich im Frühling 2014 und kann sich optisch immer noch sehen lassen. Der Zeichenstil sticht durch eine schnittige, aber auch betonende Linienführung hervor, die man bei den Arbeiten des verantwortlichen Studios Production I.G. manchmal sehen kann. Die einzelnen Designs orientieren sich eher an realistischen Personen, behalten aber den gewissen Animestil immer noch bei. Der Detailgrad nimmt bei den Volleyballspielen zum Teil ein ganzes Stück zu, dann aber auch nicht unbedingt das ganze Spiel über, sondern nur bei wichtigen Szenen. Diese sind aber umso mehr optisch ansprechend und bringen die Wucht der Schläge durch die kraftvolle Linienführung an diesen Stellen gut herüber. Einzig und allein manche Charakterdesigns in den ruhigeren Momenten haben etwas komisch gewirkt, da sie leicht anders gezeichnet wurden, was bei diesem Stil aber schon etwas auffällt. Aufgrund der restlichen guten Arbeit sind diese Stellen jedoch nicht wirklich schlimm, immerhin ist es sehr schwer eine durchgehend gute Qualität aufrecht zu erhalten.

 

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Animationstechnisch bekommt man durchgehend gute Qualität geliefert, die aber bei den Volleyballspielen erneut eine Schippe drauflegt. Die flüssigen Bewegungen bringen hier eine ganze Menge Dynamik in die Matches und laden zum Mitfiebern ein. Die Hintergründe sind ansprechend gestaltet und passen gut zu den restlichen Designs. Nur einmal ist es wirklich aufgefallen, dass es nicht so gut mit den Charakterdesigns harmoniert hat, allerdings war es sonst durchwegs in Ordnung. Bei der Farbgebung hat man sich Mühe gegeben, das Ganze durchaus bunt zu machen, diese Farben aber nicht zu sehr herausstechen zu lassen, um so die ganzen Designs schön miteinander abzustimmen.

 

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Musikalisch stach nichts aus dem Soundtrack wirklich heraus, allerdings ist auch hier die Qualität auf einem angenehmen Level, sodass dies nicht unbedingt nötig ist, aber ganz nett gewesen wäre. Die einzelnen Musikstücke ergänzen die vorliegenden Szenen sehr gut und tragen zur recht aufregenden Atmosphäre bei den Volleyballspielen bei, überzeugen jedoch ebenso in den ruhigen Momenten.

 

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Bei der deutschen Lokalisierung hat peppermint saubere Arbeit geleistet. Das deutsche Skript für die Vertonung hört sich relativ natürlich an und gerade bei Anfeindungen zwischen zwei Charakteren wurde diese Stimmung gut getroffen, mitunter durch die etwas direktere Sprache im Vergleich zu den Untertiteln. Da fällt im Gegensatz zum Ausdruck „Der Konrektor“ schon gerne „Der alte Sack“. Bei in Japan üblichen Anreden oder Suffixen hat man versucht, diese zu ersetzen oder im Falle von Namen diese nach der in Deutschland üblichen Verwendung ausgerichtet – also erst Vorname, dann Nachname.

 

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Bei der Wahl der einzelnen Synchronsprecher hat man eine gute Wahl getroffen. Christian Zeiger schafft es, als Hinata die unbändige Motivation des Charakters perfekt einzufangen. Man spürt die positive Aura in seiner Stimme, die einen dazu bringt, sich zusammen mit Hinata zu freuen. Auf der anderen Seite überzeugt Roman Wolko als Kageyama, der es zwar nicht so gut wie Christian Zeiger schafft, seinen Charakter einzufangen, aber dennoch gute Arbeit leistet. Gerade bei den ernsteren Momenten passt die Stimme gut und er kann auch die bedrohliche Seite von Kageyama als erfahrener Spieler einfangen. Am besten jedoch hat womöglich Dirk Stollberg die etwas arrogante und gleichzeitig provokante Art von Tsukishima darstellen können. Man bekommt hier durchaus das Gefühl, dass er Spaß daran ist andere Personen zur Weißglut zu treiben, aber dennoch ein gewisses Level an Desinteresse mit sich bringt. Die restlichen Stimmen können durchaus ebenso überzeugen, wodurch man bei Haikyu!! eine qualitativ gute Vertonung vorfindet.

 

Die einzelnen Untertitel halten sich wie gewöhnlich eher an die japanischen Texte, wobei ein bis zwei komische Formulierungen an dieser Stelle durchaus vorhanden waren. Zumindest war es schwer zu verstehen, was gemeint war, als es hieß „Es riecht nach Air-Salonpas“, da es sich hier um ein sehr spezielles Produkt handelt, das einige Zuschauer womöglich nicht kennen. Die japanische Anrede und Suffixe blieben erhalten, ebenso wie die dort übliche Nennung von Namen – erst der Nachname und dann der Vorname. Ein paar Formulierungen hätte man letztendlich durchaus noch etwas runder formulieren können, aber ansonsten waren die Untertitel in Ordnung.

 

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  • Spannende Umsetzung der Story

  • Interessante Charaktere und Gruppendynamik im Volleyballteam

  • Optisch ansprechend, gerade bei den Volleyballspielen

  • Gute Synchronisation

  • Techniken eventuell etwas unglaubwürdig

  • Rein inhaltlich passiert noch nicht viel

 

Haikyu!! bietet einen sehr unterhaltsamen Einstieg in die Welt des Volleyballs und bringt dabei Charaktere mit, die aufgrund ihrer Ecken und Kanten durchaus interessant sind. Die Story kann durch die gute Umsetzung bereits in den ersten paar Folgen überzeugen und nimmt innerhalb von Volume 1 durchaus an Fahrt auf. Die Spiele sind wunderbar animiert und es macht Spaß zu sehen, wie diese Charaktere um den Sieg kämpfen. Im Moment ist es noch schwer zu sagen, was Haikyu!! so besonders macht, jedoch sind die Anzeichen dafür da und man darf sich auf die Fortsetzung der Geschichte freuen.

 

Falls ihr Interessen an Haikyu!! haben solltet, dann könnt ihr die erste Volume hier bestellen.

 

 

Sämtliche Aussagen dieser Rezension reflektieren lediglich die Meinung des Autoren und nicht die von Crunchyroll und seiner Partner

 

©H. Furudate / Shueisha,“Haikyu!!”Project,MBS

Licensed by peppermint anime gmbh.

 

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