Ersteindruck: sweetness & lightning

Oh, du süßes Glück...

Kouhei Inazuki ist ein Lehrer und seit 6 Monaten alleinerziehender Vater. Aufgrund seiner Arbeit und seinen mangelnden Künsten hinter der Herdplatte versorgt er sich und seine Tochter Tsumugi mit Fertiggerichten. Er selbst weiß, dass er gerne auch etwas Anderes essen würde, nur fehlt ihm einfach die Zeit dazu. Bis er eines Tages im Park ein weinendes Mädchen sieht, das seine Tochter gleich überfällt, da es deren lecker wirkendes Essen ihr angetan hat. Nur ist alles davon schon weg, wodurch sie jedoch das Restaurant ihrer Mutter empfiehlt, welches Kouhei zusammen mit Tsumugi an einem Abend besucht, nachdem diese wieder ein leckeres Gericht essen will, so, wie es ihre Mutter getan hatte. Als Kouhei im Etablissement ankommt ist die Mutter jedoch nicht da und die Tochter, die sie ja schon im Park getroffen haben, entscheidet sich für beide Reis zu kochen – dabei sei gesagt sie selbst hat auch relativ wenig Ahnung vom Kochen. Letztendlich gelingt das Gericht zu überzeugen und das Mädchen, welches sich als eine seiner Schülerinnen herausstellt, will von nun an, dass Kouhei öfter ihre Kreationen probiert und mit ihr kocht.

 

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Für eine erste Folge war der Auftakt der Serie wirklich solide und jeder Fan von ruhigen und herzerwärmenden Animes sollte gleich zwei Augen offen halten bei diesem Titel. Kouhei und gerade Tsumugi machen einem den Einstieg in die Geschichte durch ihre sympathische Art sehr leicht, selbst wenn man noch nicht viel von ihnen gesehen hat. Ich selbst habe auch keine Ahnung warum es so gut funktioniert, aber diese Geschichten von elterlichen Figuren, die ein Kind aufziehen scheinen bei mir – und vielen anderen anscheinend auch – einen gewissen Nerv zu treffen. Wahrscheinlich gerade deswegen, weil man bei diesen hart arbeitenden Charakteren sehen will, dass ihnen gute Dinge passieren und generell will man niedliche Kinder nicht unglücklich sehen (außer sie gehen einem tierisch auf die Nerven). Die Frage ist nur, ob der Anime auch mein hohes Interesse bei fortlaufender Folgenanzahl halten kann.  Eine konstante Qualität will ich dem Werk hier ganz bestimmt nicht absprechen, nur funktioniert das Konzept fast schon so perfekt für eine erste Folge, dass ich mich frage, was als nächstes kommt.

 

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Gerade die allgemeine Richtung ist noch nicht klar definiert und das stört mich noch ein wenig. Wird es jetzt mehr ein Slice-of-Life-Anime, der auf das Leben von Kouhei und Tsumugi eingeht und wie sie mit ihrer aktuellen Situation umgehen, die sich durch das Treffen mit Kouheis Schülerin augenscheinlich maßgeblich geändert hat, oder dreht sich die Handlung mehr um das Essen und dessen Zubereitung? Ich würde klar Ersteres präferieren, auch weil ich mir nicht so sicher bin, ob ein größerer Fokus auf das Essen die Atmosphäre aufrechterhalten kann, halte jedoch mein Urteil dahingehend noch zurück, da mich Food Wars lehrte, dass man mit Kochen einen spannenden Shounen-Anime erschaffen kann.

 

Generell spricht das Werk in Folge 1 jedoch die Zielgruppe an, die auf gemäßigtere Werke steht. Ein schönes Beispiel wäre Non Non Biyori, das zwar seinen Fokus auf einen ganz anderen Aspekt legt, jedoch vom Wohlfühlfaktor durchaus in eine ähnliche Richtung geht – zumindest hat mich sweetness & lightning am ehesten daran erinnert (und nein, ich habe noch nicht Bunny Drop gesehen, weiß aber davon Bescheid und erwähne es, damit mir keiner vorwerfen kann ich hätte den Titel vergessen). Zumindest im Vergleich zu den bisherigen Titeln in der Season konnte ich mir schön entspannt die Folge anschauen und wurde angenehm unterhalten.

 

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Ein Punkt, über den ich diesmal etwas weniger akkurat reden kann, ist die Optik. Der Zeichenstil ist bunt mit weniger hart gezeichneten Linien bei den Designs, sodass Charaktere allgemein freundlicher wirken. Ein hardcore-realistischer Stil hätte hier auch bestimmt nicht gepasst und diese freiere Gestaltung gibt der Animation ein angenehmes Gefühl. Im Kontrast zu den mehr auf Komfort ausgelegten normalen Designs im restlichen Anime, gibt es durchaus einige recht detaillierte Bilder zu sehen – an sich sind die Kirschblütenbäume in der Folge bei mir gut im Gedächtnis geblieben. So gesehen ist die Optik also grundsolide, obwohl die Animation etwas … wie soll ich es sagen … komisch war? Und dabei meine ich das nicht im negativen Sinne, sondern das sie für mich etwas Eigenes hatte. An manchen Stellen hatte es fast schon so gewirkt, als hätten sie In-Between-Animationen so eingebaut, dass man sie nicht als solche wahrnimmt und es auf den ersten Blick wirkt, als hätte man eher Key-Animationen hintereinander. Gerade bei Tsumugi hatte das gut funktioniert, dass es so besser den anderen Bewegungsablauf eines kleinen Kindes hervorgehoben hat. Was es genau ist weiß ich auch nicht, allerdings ist es hervorgestochen.

 

Musikalisch ist mir so gesehen wenig bis fast gar nichts im Kopf geblieben, was wohl auch weiterhin der Fall sein wird. Etwas schade ist es schon, da ich bei solchen Serien zumindest einen gewissen Song im Kopf habe, was hier leider noch nicht der Fall ist. Auch das Opening war weniger beeindruckend, obwohl die Inszenierung als Slideshow schon optisch ganz nett war und bei dem Teil ein wenig an ein Kinderbuch erinnerte. Was akustisch jedoch stimmte, waren die Seiyuus, gerade die von Tsumugi, bei der ich mir sicher bin, dass sie auch schon die junge Sonozaki aus Kiznaiver sprach. Sie bringt einfach dieses gewisse Level an Authentizität mit, was mir einfach diesen Charakter endgültig verkauft, vor allem da ich erwartet hatte eine typische weibliche Seiyuu zu hören und nicht direkt eine jüngere.

 

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Wer auch nur etwas mit der Prämisse anfangen kann, sollte in den Titel mal reinschauen. Gerade in seinem Genrebereich angenehmer Titel sollte er wohl viele zufriedenstellen können. Ich für meinen Teil freue mich schon trotz meiner niedrigen Skepsis auf die nächsten Folgen und sehe mal, wie sich die Sache entwickelt, wobei ich nach dieser Folge sehr überrascht wäre, wenn die Serie sich als Reinfall herausstellen würde. Also wenn euch Food Wars zu actiongeladen ist, so wäre das hier eine Alternative mit Niedlichkeitsbonus. Aber Vorsicht: Jegliche Nebenwirkungen, wie das Verlangen Objekte in der Nähe zu knuddeln, liegen jedoch in der Verantwortung des Zuschauers … ihr seid gewarnt worden.


  • GreySilencer


Sämtliche Aussagen dieser Rezension reflektieren lediglich die Meinung des Autoren und nicht die von Crunchyroll und seiner Partner.


sweetness & lightning könnt ihr hier auf Crunchyroll ansehen,


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