Ein Interview mit Dr. STONE-Regisseur Shinya Iino

Regisseur Iino Shinya erklärt uns, wie man eine Welt der Wissenschaft kreiert

Senku

 

Von den atemberaubenden Szenerien bis hin zu der atmosphärischen Musik und den detaillierten Charakterdesigns: Jeder Aspekt von Dr. STONE wurde liebevoll gestaltet. Wir hatten die einzigartige Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und eine Dokumentation zu filmen (welche ihr hier auf Crunchyroll sehen könnt). Für die Dokumentation haben wir uns unter anderem auch mit Shinya Iino, dem Regisseur der Serie, für ein Interview zusammengesetzt. Hier findet ihr das gesamte Interview mit einigen Details, die es nicht in die Dokumentation geschafft haben!

 

 


 

WERFT HIER MIT UNS EINEN BLICK HINTER DIE

KULISSEN VON DR. STONE

 




Guten Tag erst einmal. Könnten Sie sich für unsere Leser kurz vorstellen?

 

Guten Tag. Ich bin Shinya Iino, der Regisseur von Dr. STONE.



Was für Aufgaben hat ein Anime-Regisseur eigentlich?

 

Der Job beinhaltet einiges. Es gibt diverse Bereiche, die für einen Anime Verantwortung tragen, beispielsweise die Zeichner, die Synchronsprecher oder die Aufnehme der Soundeffekte – die gesamte Audioabmischung eben. Dann wären da all die Zeichnungen der Animatoren, dann gibt es noch die Hintergründe. Jeder Bereich arbeitet an einem anderen Teil der Serie und auch wenn es vielleicht etwas unverschämt ist, dies zu behaupten, ist es quasi meine Aufgabe, alles im Auge zu behalten.

 

Wenn wir noch weiter zurückblicken, ist da auch noch das Skript. Die Produktion eines Animes beinhaltet viele Aspekte und ich bin dafür verantwortlich, dass am Ende alles zusammen passt.



Haben Sie schon bei anderen Serie Regie geführt?

 

Nein, das ist die erste Serie, bei der ich Regie führe.

 

Können Sie mir verraten, wie es so ist, das erste Mal Regie zu führen? Besonders bei einem solch großen Titel?

 

Nun, es ist eigentlich recht nebensächlich, dass es mein erster Job als Regisseur ist. Ich bin einfach sehr glücklich, diese Gelegenheit zu haben. Dr. STONE ist ein sehr populärer Titel in einem der größten Shonen-Magazinen Japans, der Weekly Shonen Jump. Es ist eine sehr unterhaltsame und interessante Serie, von daher stimmt es mich sehr froh, an einem so großartigen Projekt arbeiten zu dürfen. 

 

Aber da ich zum ersten Mal Regie führe und dies ein sehr großer Titel ist, verspüre ich schon einen gewissen Druck. Der Manga ist einfach so spaßig und clever, dass ich natürlich sicherstellen muss, dass der Anime genauso toll wird. Ich kann nicht weniger als das geben. Ich muss die Serie sogar noch interessanter machen. Und da fühlt man noch etwas mehr Druck. Also alles ganz locker.


Was haben Sie denn vor Dr. STONE so gemacht?


Vor Dr. STONE? Nun, wenn es um große Titel geht… Ich war Regieassistent für Made in Abyss. Das ist nun etwa zwei Jahre her.

 

War das auch ein erstes Mal für Sie? Wie lange arbeiten Sie schon in der Animeindustrie?


Ja, das war mein erstes Mal als Regieassistent. Aber mal sehen…Wie lange arbeite ich schon an Animes? Es gibt da diesen Beruf, Produktionsassistent, welcher separat von der Regie zu betrachten ist. Das war mein erster Job in der Industrie. Seitdem sind neun Jahre vergangen? Ich habe vor etwa acht oder neun Jahren in der Animeindustrie angefangen. Ich war Regieassistent für Made in Abyss in meinem sechsten Karrierejahr. Episoden-Regie führe ich seit etwa fünf oder sechs Jahren.

 

Tsukasa

 

Wollten Sie schon immer an Animes arbeiten?


Ja, ich mochte Anime schon während meines Studiums und wollte Regisseur werden. Also habe ich nach meinem Collegeabschluss in der Animeindustrie angefangen und so bin ich dort gelandet, wo ich heute bin.

 

Warum wollten Sie in die Industrie?


Der genaue Grund… Ich bin mir nicht ganz sicher. Nun, ich war schon immer von dem fasziniert, was zum Beispiel bei Filmen hinter den Kulissen passiert. Ich wollte immer wissen, wie diese gemacht werden. Ich hatte schon immer Respekt vor den Leuten, die an diesen Dingen arbeiten. Schon seit der Grund- oder Mittelschule hatte ich dieses Interesse. Wie ich nun zur Animationsindustrie fand… Nun es gab keine spezielle Serie, doch Animatoren weckten mein Interesse. An einer 30-Minuten Anime-Episode arbeiten eine Vielzahl an Animatoren. Eine Person arbeitet an einer spezifischen Szene. Nachdem ich gesehen habe, wo die Stärken und Eigenheiten der einzelnen Animatoren lagen, fand ich dies sehr faszinierend. Wenn man sich einen Anime ansieht, sollten die Designs und Animationen uniform wirken. Doch wenn man genau hinsieht, fängt man an, die Eigenheiten der einzelnen Animatoren wahrzunehmen. Mir gefällt dieser Teil des Jobs besonders.


Wie sind Sie zu Dr. STONE gekommen?


Ich bin zu Dr. STONE gekommen, da mich ein Produzent von TMS Entertainment darauf angesprochen hat. Ich fing erst an, den Manga zu lesen, nachdem mir die Stelle angeboten wurde, doch ein Freund von mir verfolgte die Serie bereits und versicherte mir, dass Dr. STONE sehr interessant wäre.

 

Ich nehme an, Ihnen gefällt der Manga.


Oh ja, sehr. Ich habe Dr. STONE zugegebenermaßen nur wegen meines Jobs angefangen zu lesen, doch ich habe gleich gemerkt, dass die Serie wirklich, wirklich gut ist.

 

Gibt es eine bestimmte Sache, die Sie am Manga besonders mögen?


Besonders die Thematik von Dr. STONE hatte mein Interesse geweckt. Es geht viel um Wissenschaft und das sieht man nur selten in Shonen-Mangas. Normalerweise geht es in Shonen-Serien mehr um die Action. Man hat Ninjas, Samurai oder Piraten, wie in One Piece. Es gibt nicht viele Serien, die sich ernsthaft mit Wissenschaft auseinandersetzen, besonders in der Jump. Und ich finde das es sehr ansprechend präsentiert wird! Wäre es nicht Dr. STONE, sondern etwas, das eher dem Standard entspricht, hätte ich vermutlich schnell das Interesse verloren. Auf den ersten Blick wirkt die Serie etwas trocken, aber sie hat einfach einen gewissen Charme, welche den Leser anspricht. Und das macht die Serie so besonders.

 

A love spanning thousands of years

 

Gab es bei der Adaption irgendwelche Schwierigkeiten?


Ich glaube, das gilt für so ziemlich jede Fantasy-Serie, doch Dr. STONE spielt 3700 Jahre in der Zukunft. Wie sollen da die Hintergründe aussehen? Was ist mit dem Stadtbild? Das waren die ersten Dinge, die mir durch den Kopf gingen.


Wie habt ihr dieses Hindernis überwunden?


Zuallererst einmal zeichnet Boichi-sensei sehr detailliert. Man kann dem Manga ansehen, dass er sehr viel Wert auf die schönen Naturlandschaften legt. Es gibt diverse Orte, die man sieht, aber auch einige Stellen, die dem Leser verborgen bleiben. Also mussten wir diese Lücken füllen.

 

Arbeiten Sie mit dem Manga-Zeichner eng zusammen?


Nun eigentlich…habe ich ihn nie persönlich getroffen. Er ist ein sehr beschäftigter Mann mit einer wöchentlichen Deadline für seinen Manga. Deshalb war es mir bisher leider nicht möglich ihn zu sehen. Stattdessen hat mir Boichi-sensei diverse Dokumente zukommen lassen, welche er zum Zeichnen des Mangas verwendet hat. Diese Dokumente beinhalten grobe Skizzen, Naturszenen und die Dörfer. Es gibt einige Menschen im realen Leben, die ähnlich primitiv leben wie in der Serie. Er hat einige Fotos, die er als Vorlage zum Zeichnen verwendet hat und Boichi-sensei legt viel Wert darauf, möglichst viel Referenzmaterial durchzusehen, bevor er mit dem Zeichnen anfängt. 

 

Wenn ich mir Boichi-senseis Bilder ansehe, kann ich immer die Vorlage oder Inspirationsquelle für die Zeichnung finden. Das ist also sehr hilfreich. Ich habe ihn zwar noch nicht getroffen, aber dank dieser Unterlagen waren wir in der Lage zu kommunizieren und Ideen auszutauschen.


Wie steht es mit Richiro Inagaki, welcher die Story schreibt? Wie arbeiten Sie mit ihm zusammen?

 

Inagaki-sensei… Ich sehe ihn recht häufig. Nicht unbedingt jede Woche, doch wenn es ums Szenario oder Skript geht… Er prüft das Skript für jede einzelne Folge. Manchmal kommt er zu Besprechungen und hin und wieder zur Tonaufnahme. Wir sprechen von daher recht viel.


Es heißt, dass der Autor Ihnen nicht sagen möchte, was im späteren Verlauf der Handlung geschehen wird. Ist das wahr? Wie beeinträchtigt Sie das als Regisseur?


Da haben Sie richtig gehört. Es ist eigentlich recht beeindruckend. Es könnte daran liegen, dass es eine wöchentlich veröffentlichte Serie ist oder es liegt einfach daran, dass es sich um Dr. STONE handelt, doch wir wissen nie, was als nächstes passiert. Es könnte sein, dass Inagaki-sensei es selbst noch nicht genau weiß oder drüber nachgedacht hat. Selbst jetzt lese ich jede Woche die Weekly Shonen Jump und bin jede Woche wieder überrascht und denke mir „Oh, das passiert also!“ 

 

Yuzuriha

 

Sie bekommen noch nicht mal eine kurze Preview? Sie müssen zum Laden gehen und sich das Magazin kaufen?

 

Genau, ich bin also wie jeder andere Leser. Im besten Fall kann ich vielleicht in Erfahrung bringen, was im nächsten unveröffentlichten Kapitel passieren wird. Aber da hört es auch schon auf.

 

Dann mal vielen Dank für Ihre Mühe.


Inzwischen sind wesentlich mehr Kapitel erschienen, aber während der ersten Produktionsphase gab es nicht genug Material für einen 24-Folgen-Anime. Zu dem Zeitpunkt waren vielleicht 18 oder 19 Kapitel draußen. Wir mussten von daher warten, dass die Story weiter geht, um zu sehen, wie weit wir die Serie adaptieren können. Nachdem wir entschieden haben, mit dem Anime anzufangen, mussten wir entscheiden wo er enden soll.


Was macht Dr. STONE anders als andere Anime?


Es ist nicht nur der Anime, sondern auch der Manga. Die Story geht sehr schnell voran und ich denke, das macht diese Serie aus. Wie ich zuvor schon erwähnt habe, war das letzte Kapitel, welches im Anime adaptiert wird, noch nicht erschienen und wir mussten uns überlegen, wie wir die Sache am besten angehen. Wenn man den Manga liest, wird man jede Woche überrascht und wir wollten auch, dass dies beim Anime genauso ist. Daher mussten wir gucken, wie viel Story wir in eine Folge packen können. Ich habe dies mit dem Produktionsteam besprochen und so nahm die Serie langsam Form an. Zuerst wusste ich nicht, wie es enden wird und das war beunruhigend, aber ich habe mich einfach darauf konzentriert, jede Folge so unterhaltsam wie möglich zu gestalten. Ich denke, weil ich mir dieser Sache recht sicher war, ist es mir gelungen.
 

Was ist Ihnen an diesen Details so wichtig?


Vielleicht bin ich da einfach ein wenig pingelig. Die Story spielt zwar 3700 Jahre in der Zukunft, doch sie spielt immer noch in Japan. Sie spielt immer noch auf der Erde und daher wollte ich, dass sich alles, womit die Charaktere interagieren, realistisch anfühlt. Ich wollte nicht, dass sie künstlich wirken. Der Zuschauer soll in der Lage sein, alles wieder zu erkennen.

 

Haben Sie auch das Glasblasen ausprobiert?


Ich glaube, als alle anderen dahin gegangen sind, war ich gerade dabei, die Storyboards für Folge 1 einzusammeln. Deswegen konnte ich nicht gehen.

 

Fox Tail Ramen

 

Gab es noch weitere Experimente, an denen Sie teilnehmen mussten?


Waren da noch welche? Ich habe jedenfalls an keinen weiteren teilgenommen. Doch in der Story machen sie ja Ramen aus Borstenhirse. Der Autor hat das tatsächlich gemacht und mir Instruktionen und Bilder geschickt, um zu zeigen wie es geht.


Planen Sie, dass Rezept auszuprobieren?


Ich glaube, wir hatten mal darüber gesprochen.


Mit Blick auf die Bilder der Internationalen Raumstation: Können Sie uns etwas über das Meeting erzählen?

Im Meeting ging es vor allem um das künstlerische Setting. Wir haben einige Zeichnungen angefertigt, die wir für Hintergründe brauchten. Was die Raumstation angeht: Senkūs Vater taucht in der Mitte der Handlung auf und wir brauchten Referenzmaterial. Die Raumstation ist echt, daher haben wir uns angesehen, wie man sie zeichnet und wie genau sie konstruiert ist. Wir mussten einige Zeit recherchieren und dann haben wir uns entschieden, welche Teile wir in welcher Szene verwenden wollen und haben dies an die Zeichner weitergeleitet.  


Wer hat noch an diesem Meeting teilgenommen?


Neben mir saß der Regieassistent, Kawajiri-san. Ansonsten waren da noch weitere Mitglieder des Produktionsteams, wie der Produzent Katagiri-san, unser Hauptproduzent Horino-san und auch Tsutsui-kun, welcher für die Hintergrund- und Charakterplanung zuständig ist. Also es waren… eins, zwei, drei, vier, fünf…sechs… Oh und dann wäre da noch Aoki-san, welcher ebenfalls für Hintergründe zuständig ist. Wir sechs halten regelmäßig Meetings.


Können Sie uns etwas über ihren täglichen Arbeitsplan verraten?


In meiner Funktion als Regisseur gehe ich die von den Animatoren gezeichneten Layouts durch, dann prüfe ich die Zeichnungen, welche von dem Episodenregisseuren abgesegnet wurden, noch einmal selbst. Ich gehe auf Nummer sicher, dass alles stimmt.

 

Also heute zum Beispiel ging ich durch die Layouts, die mir ein Animator gebracht hat. Diese wurden bereits von den Episodenregisseuren durchgesehen, doch ich überprüfe sie noch mal selbst, um sicher zu gehen, dass alles so stimmt. Das tue ich für jede einzelne Folge, an der wir arbeiten. Wir haben später noch ein Meeting, in welchem wir das Skript lesen. Ansonsten bin ich die Storyboards nochmal durchgegangen.

 

Electricity

  

Freuen Sie sich auf das Skriptmeeting?

 

Bin ich etwas aufgeregt? Ja. Zunächst haben mich diese Meetings sehr nervös gemacht. Es ist das erste Mal, dass ich Regie führe. Es gibt mir das Gefühl, als ob ich mir besonders viel Mühe geben müsste. Daher habe ich mir stets im Voraus notiert, was ich sagen möchte. Nun ist etwa ein Jahr vergangen und ich verstehe mich recht gut mit dem Team bei den Meetings. Daher bin ich nun wesentlich entspannter, wenn ich zu ihnen gehe.

 

Sie haben also ein Skript für das Skriptmeeting geschrieben? 


Das kann man so sagen, ja. Ich habe ein Skript für das geschrieben, was ich in diesen Meetings sagen möchte.


Gibt es etwas, dass Sie Dr. STONE Fans mitteilen wollen?


Lassen Sie mich mal nachdenken… Oh, Fans des Mangas sei gesagt, dass wir auch alle Fans des Mangas sind. Wir machen zwar den Anime, doch wir sehen uns selbst als Fans. Daher wollen wir vermitteln, wie großartig diese Serie ist und hoffen, dass möglichst viele Leute dem Anime eine Chance geben. Ich denke nicht, dass Dr. STONE schon super bekannt ist. In der Serie dreht es sich um viele wissenschaftliche Themen, und ich denke, dass sie diese Themen für viele zugänglicher machen könnte. Dr. STONE ist gerade noch am Anfang und ich bin mir sicher, dass sie noch viel populärer werden wird. Ich hoffe, der Anime hilft dabei.

 

Gibt es etwas, dass Sie den englischen Synchronsprechern mitteilen wollen?


Nun, ich gehe mal davon aus, dass sie sich an den japanischen Sprechern orientieren. Eines der besonderen Elemente von Dr. STONE ist… Senkū macht zumindest 50% von der Geschichte aus. Er ist ein sehr einzigartiger Charakter und sein japanischer Sprecher, Kobayashi-san, ist einfach nur spitze. Der Autor des Mangas hat ihn persönlich für die Rolle ausgewählt und er macht Senkū erst so richtig unterhaltsam. Ich kann den wöchentlichen Aufnahmen beiwohnen und ich liebe es, ihm zuzuhören. Ich hoffe daher, dass der englische Sprecher sich ähnlich anhört und die Emotionen, die Kobayashi-san in der japanischen Fassung vermittelt, ebenfalls erfasst.

 


Wie würden Sie Dr. STONE jemandem beschreiben, der noch nie von der Serie gehört hat?


Hm mal überlegen… Wenn es um jemanden geht, der noch nie von der Serie gehört hat, ist es recht schwer, dies in Worte zu fassen. Ich denke, dass die Serie auf den ersten Blick etwas zu ernst wirken könnte. Es ist schließlich eine Science-Fiction-Fantasy Story – und Wissenschaft spielt eine wichtige Rolle. Wenn Leute Wissenschaft hören, kann es, wie in der Schule, eine abschreckende Wirkung haben. Ich glaube die Thematik könnte zunächst abschreckend sein, aber sobald der Zuschauer Dr. STONE eine Chance gibt, wird er schnell feststellen, dass man kein Raketenwissenschaftler sein muss, um die Serie zu genießen.

 

Und sie werden auch feststellen, dass die Serie nicht so super ernst ist. Es gibt viele Witze und großartige Interaktionen zwischen den Charakteren. Ich hoffe daher, dass der Zuschauer versucht dies zu verstehen.

 

SCIENCE

 

Hat DR. STONE einen emotionalen Wert für Sie?


Was ich für die Serie empfinde? Mal sehen… Ich bin nicht sonderlich emotional. Sie haben garantiert gemerkt, dass ich relativ locker über die Sache rede. Als wir darüber verhandelten, ob wir Dr. STONE animieren, fing ich an Senkūs Gesicht zu zeichnen und habe über seine Mimik nachgedacht. Ich ging ein paar übliche Gesichtsausdrücke durch – doch in Dr. STONE geschieht alles mit zwei, wenn nicht sogar dreimal so viel Ausdruck . Um mit dieser Energie mithalten zu können, dachte ich mir, dass man sich sehr viel Mühe geben müsste. Es fällt einem glaube ich gar nicht so auf, doch wenn man sich genau ansieht, wie emotional und ausdruckstark Senkū und die anderen werden – wenn ihre Gesichter komplett auseinanderfallen. Um da mit halten zu können, musste ich meine eigenen Begrenzungen hinter mir lassen. Aber ich hatte sehr viel Spaß beim Zeichnen dieser Gesichtsausdrücke.  


Erledigen Sie Dinge gerne digital?


Ich ziehe es vor, manche Dinge für Dr. STONE digital zu erledigen. Es entspricht auf jedem Fall meinen Interessen.

 

Warum arbeiten Sie lieber digital?


Wenn man als Regisseur an einer Serie arbeitet, gibt es so viele Unterlagen für das Setting, zur Recherche und so weiter. Würde man alles ausdrucken, würde ich nur die Übersicht verlieren. Digital kann ich alles einfach archivieren.

 

Kid Senku

 

Können Sie uns von ihrer Arbeit mit Katagiri-san berichten?


Dr. STONE ist unser erstes gemeinsames Projekt. Zunächst wusste ich nicht so ganz, was ich von ihm halten soll. Aber nun arbeiten wir seit einem Jahr zusammen und haben sogar an einigen Events gemeinsam teilgenommen. Er macht mich also nicht mehr nervös - nicht so wie am Anfang, das hatte ich komplett vergessen.


Was gefällt Ihnen an Katagiri-san am besten? Wie ist er so als Boss?


Was mir am besten an Katagiri-san gefällt? Mal sehen, da war das eine Mal, als ich bei einigen Storyboards nicht voran kam. Ich versuchte auszuknobeln, wie die Handlung in Folge 1 verlaufen sollte. Da habe ich Katagiri-san nach seiner Meinung gefragt und er antwortete locker: „Sicher, warum probierst du es nicht mal?“ Er war recht entspannt. Ich hätte es gerne im Detail besprochen, doch… doch es fühlte sich an, als ob mir ein Stein vom Herzen gefallen ist. Ich denke, das macht ihn so besonders.


Wow, das ist ja wunderbar!


Diese Staffel hat 24 Folgen, richtig?


Genau, 24.


Sie arbeiten jetzt schon seit einem Jahr an der Serie und werden noch eine Weile mit ihr beschäftigt sein. Wie wollen Sie feiern, wenn Sie mit der ersten Staffel durch sind?


Feiern? Nun, ich würde gerne verreisen. Es gibt da dieses Heiße Quellen-Resort namens Hakone, welches in Dr. STONE vorkommt. Ursprünglich sollte ich Hakone besuchen, um die Ortschaft für die Serie nochmal anzusehen. Aber leider konnte ich dies letzten Endes nicht tun. Nachdem wir mit den 24 Folgen fertig sind, wird es Winter sein, also würde ich gerne während des kalten Wetters ein Bad in den Quellen nehmen.


Können Sie mir ein wenig über Ihre Beziehung zur Charakterdesignerin erzählen?


Nun, die Charakterdesignerin arbeitet nicht im Büro. Wir halten aber ein paar Meetings, wenn sie mit einigen Designs fertigt ist. Und das ist eigentlich auch das Einzige, wofür wir uns treffen. Wir haben allerdings recht viel gesprochen, bevor sie mit den Charakterdesigns für das Projekt angefangen hat. Wir sollten ein paar Ideen austauschen und dann… wie sage ich das jetzt am besten? Am Anfang war ich mir nicht sicher, ob ich ihr nicht mehr Anweisungen geben sollte. Doch die Charakterdesignerin, Iwasa-san, weiß eigentlich alles über die Serie und was immer sie mir vorlegt, passt normalerweise wie die Faust aufs Auge. Sie macht sich viele Gedanken, bevor sie etwas einreicht. Ich glaube Iwasa-san ist so bei jedem Projekt, an dem sie arbeitet. Sie ist sehr ernst und fleißig, wenn es um Arbeit geht und ich respektiere sie sehr dafür.  

 

the science kingdom

 

Gibt es etwas, was Sie uns über ihren Job als Anime-Regisseur erzählen wollen? Es ist schließlich recht leicht zu vergessen, dass echte Menschen an diesen Serien arbeiten…


Nun… das ist mein persönlicher Grundsatz, aber bisher habe ich mich bei jedem Projekt drangehalten. Ich finde es ist wichtig, die Serie, an der man arbeitet, zu lieben. Ich möchte sichergehen, dass ich das Beste aus der Serie heraushole. Die Serie hat schon ihre eigene Handlung, ich habe sie nicht geschrieben. Es ist das Werk der originalen Autoren. Meine Aufgabe ist es, so nah wie möglich dran zu kommen. Das bedeutet, Regie für eine bereits existierende Geschichte zu führen. Wie sehr kann ich die Gedankengänge des Autors nachvollziehen? Von daher muss ich mich zunächst in die Story verlieben. Und man sieht viel von Inagaki-senseis Persönlichkeit in seinem Werk.

 

Inagaki-sensei hat viel mit Senkū, aber auch mit Ginro gemeinsam. Man merkt definitiv, dass er die Serie geschrieben hat. Ich respektiere ihn sehr und ich habe mich in Dr. STONE verliebt, ohne mich großartig anstrengen zu müssen. Ich denke, es ist wichtig zusehen, wie sehr man sich in eine Serie verlieben kann. Oh, da wäre natürlich auch noch Boichi-sensei. Wie gesagt, ich habe ihn nie persönlich getroffen, doch die Leidenschaft, die man in seinen Zeichnungen findet, machen es einfach, den Manga bis in alle Ewigkeit lesen zu wollen. Und je länger man den Manga liest, desto mehr fallen einem Sachen auf, wie „Oh dafür verwendet er also dieses Teil“ oder „Hier verwenden sie diese Materialien“. Er ist besonders in dieser Beziehung super. Auch die Kleidung der Charaktere verändert sich leicht mit der Zeit. Ich denke, diese Details übersieht man schnell, wenn man die Serie nicht liebt. Daher lege ich sehr viel Wert darauf, mich in sie zu verlieben.


Als Regisseur, wie nehmen Sie eine 2D-Serie, brinden sie in die dritte Dimension und bauen daraus eine Welt?


Die Sachen, welche bei der Umsetzung von Dr. STONE am schwersten waren, sind auch jene, auf die ich nun besonders stolz bin. Die Handlung geht sehr schnell voran, an manchen Stellen scheint sie gar eingekürzt. In der Serie kommt es zu einigen Zeitsprüngen und man springt teilweise auch von einem Ort zum nächsten. Dennoch kann man all dem im Manga sehr leicht folgen. Beim Anime haben wir Dialoge und Musik hinzugefügt. Ich wollte, dass es sich so anfühlt wie den Manga zu lesen, doch ein paar Geräusche hinzuzufügen ist bei weitem nicht genug. Man muss es stetig anpassen und herausfinden, wo die Musik am besten passt und wo der Dialog hin soll. Das passiert besonders häufig, während die Charaktere etwas bauen. Das war meiner Meinung nach der schwierigste Teil der Umsetzung des Mangas als Anime.


Ihr seid euren Produktionszeitplan voraus, oder?


Jaa – Nein, gar nicht. Verglichen zu anderen Shows... Verglichen mit anderen? Ich versuche, diese Serie nicht mit anderen zu vergleichen.


Wie weit sind Sie in der Produktion?

 

Wir werden Folge 3 diese Woche fertig stellen. Wir arbeiten derzeit an der ersten Hälfte der Show. Aktuell sind schon die Hälfte der Folgen in der Animationsphase und drei sind quasi schon fertig.


Wie lange noch, bis die erste Folge ausgestrahlt wird?


Die erste Folge wird in Japan am 5. Juli ausgestrahlt. Ich glaube, das sind von jetzt zwei Wochen? Genau, in Japan am 5. Juli, in etwa zwei Wochen wird die erste Folge ausgestrahlt.


Wie fühlt es sich an, so nahe an der Premiere dran zu sein?


Die erste Folge ist erst kürzlich fertig geworden. Wir haben das letzte Jahr an dieser Folge gearbeitet. Als sie dann endlich fertig war, hat es sich wie ein Erfolg angefühlt. Nun, da sie fertig ist, kann ich kaum abwarten, dass Leute sie sehen.

 

Victorious Senku!

 


 

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